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Die Elemente der Unterscheidung. Die Vertrautheit mit dem Herrn. Das Gebet

28. September 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus: es ist eine Gnade, die wir füreinander erbitten müssen: Jesus als unseren größten und treuesten Freund zu sehen, der uns nicht erpresst und der uns vor allem nie verlässt, auch wenn wir uns von ihm abwenden. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht wie Toren, sondern wie Kluge! [...] Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist! Berauscht euch nicht mit Wein - das macht zügellos -, sondern lasst euch vom Geist erfüllen! Lasst in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder erklingen, singt und jubelt aus vollem Herzen dem Herrn! Sagt Gott, dem Vater, jederzeit Dank für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus!“ (Eph 5,15.17-20).

Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zur „Unterscheidung“ fort. In der dritten Katechese beschäftigte sich der Papst mit dem Thema: „Die Elemente der Unterscheidung. Die Vertrautheit mit dem Herrn“.

Ein wesentliches Moment einer guten Unterscheidung der Geister sei das Gebet, das es uns ermögliche, ganz einfach und vertrauensvoll zu Gott zu sprechen, so wie mit einem Freund. Die familiäre Vertrautheit mit Gott, die das Leben aller Heiligen kennzeichne, mache es mit der Zeit immer leichter, zu erkennen, was Gott wohlgefällig sei und wirklich unserem Heil diene. Zugleich helfe eine persönliche Beziehung mit Gott auch gegen die immer wieder aufkommenden Zweifel, Gottes Wille sei vielleicht nicht zu unserem Besten, Gott meinte es mit uns eventuell gar nicht gut und hindere uns an einem glücklichen und erfüllten Leben.

Aber so sei es nicht. Eine wirkliche Begegnung mit dem Herrn erkenne man gerade an der tiefen anhaltenden Freude, die sie mit sich bringe. Traurigkeit oder Angst hingegen seien Zeichen der Gottferne.

Von dem reichen Jüngling, der Jesus nachfolgen wolle, dies aber nicht schaffe, weil er zugleich an seinem großen Reichtum festhalten wolle, heiße es im Evangelium, dass er traurig wegging (Mt 19,17). Wer vom Herrn weggehe, werde nicht glücklich, auch wenn er noch so viel besitze.

Die Unterscheidung sei nicht leicht, denn der Schein könne trügen, aber die Vertrautheit mit Gott könne Zweifel und Ängste sanft zerstreuen und unser Leben immer empfänglicher machen für sein „mildes Licht“ (John Henry Newman).

Es sei bezeichnend, dass das erste von Jesus im Markusevangelium vollbrachte Wunder eine Teufelsaustreibung sei (vgl. 1,21-28). In der Synagoge von Kapharnaum befreie er einen Mann vom Teufel und so von dem falschen Gottesbild, das Satan von Anfang an suggeriert habe: das Bild eines Gottes, der unser Glück nicht wolle. Der Besessene wisse, dass Jesus Gott sei, aber das bringe ihn nicht dazu, an ihn zu glauben. Er sage sogar: „Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?“ (V. 24).

Die Unterscheidung sei also nicht leicht, denn der Schein könne trügen, aber die Vertrautheit mit Gott kann Zweifel und Ängste sanft zerstreuen und unser Leben immer empfänglicher für sein „sanftes Licht“ machen. Die Heiligen strahlten mit ihrem Licht und zeigten in den einfachen Gesten ihres Alltags die liebende Gegenwart Gottes, der das Unmögliche möglich mache. Man sage, dass zwei Ehepartner, die lange Zeit zusammen gelebt und sich geliebt hätten, sich schließlich ähnelten. Ähnliches lasse sich über das affektive Gebet sagen: „es macht uns allmählich, aber wirkungsvoll, immer mehr fähig, das zu erkennen, was als Konnaturalität gilt, als etwas, das aus der Tiefe unseres Wesens kommt“.

„Bitten wir um diese Gnade“, so der Papst abschließend: „eine Beziehung der Freundschaft mit dem Herrn zu leben, wie ein Freund mit einem Freund spricht (vgl. Ignatius von L., Geistliche Übungen, 53). Es ist eine Gnade, die wir füreinander erbitten müssen: Jesus als unseren größten und treuesten Freund zu sehen, der uns nicht erpresst und der uns vor allem nie verlässt, auch wenn wir uns von ihm abwenden“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ich grüße herzlich die deutschsprachigen Brüder und Schwestern, insbesondere die vielen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften, die heute hier sind. Bitten wir um die Gnade, in Freundschaft mit dem Herrn zu leben, der uns mit jener tiefen Freude erfüllt, nach der wir uns alle sehnen. Er verlässt uns nie, mit ihm sind wir nie allein.

 


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