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Am Samstag beginnen die 42. Oberammergauer Passionsspiele

13. Mai 2022 in Kultur, 5 Lesermeinungen
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Passionsspiele gehen auf ein Gelübde von 1633 zurück - Mehr als 2.100 Frauen, Männer und Kinder aus dem oberbayerischen Ort wirken dieses Mal mit


München (kath.net/KAP) Mit zweijähriger coronabedingter Verspätung beginnen am Samstag in Oberammergau die weltberühmten Passionsspiele. Zum 42. Mal folgen die Bewohner des oberbayerischen Ortes einem Gelübde ihrer Vorfahren von 1633. Wenn kein Mensch mehr an der Pest stürbe, versprachen sie Gott, würden sie regelmäßig das Leiden und Sterben Jesu auf die Bühne bringen. Seit 1680 geschieht dies im Rhythmus von zehn Jahren. Zur Eröffnung findet ein ökumenischer Gottesdienst mit dem katholischen Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Max und dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm statt.


Dieses Mal wirken bei dem Spiel mehr als 2.100 Frauen, Männer und Kinder aus dem Dorf mit. Sie sind als Schauspieler, im Chor und im Orchester zu erleben. Wer von den Hauptdarstellern, deren Rollen doppelt besetzt sind, in der Premiere spielt, wurde per Los entschieden. Zum vierten Mal hat Christian Stückl (60) die Regie. Mehrfach überarbeitete er den Text, um ihn von oft kritisierten Antijudaismen zu befreien. Für die Musik zeichnet Markus Zwink verantwortlich. Bühnenbild und Kostüme hat Stefan Hageneier entworfen, der die über 40 Meter breite Bühne in eine "große Tempelanlage" verwandelt hat.
Sein Jesus sei "nach wie vor ein Mensch", aber zugleich ein "Verzweifelter an der Welt", sagte Stückl jüngst in einem Interview mit der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Jesus wende sich den Menschen zu, "den Prostituierten, den Armen, den Flüchtlingen". Der Regisseur wollte deshalb nicht nur von Jesu Leiden und Sterben, sondern vor allem die Lebensgeschichte dieses Mannes erzählen.

Die Sprechrollen sind laut Stückl mit dem jüngsten Darsteller-Team aller Zeiten besetzt. Erstmals hat auch ein Muslim eine Hauptrolle bekommen: Der 22-jährige Cengiz Görür wurde als "Judas" besetzt. Bis 2. Oktober stehen 103 Aufführungen an. Erwartet werden 400.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland. Karten für das gut 4.300 Sitzplätze zählende Theater seien noch zu haben, hieß es. 75 Prozent der Tickets sind aber schon verkauft. (Website der Oberammergauer Passionsspiele: www.passionsspiele-oberammergau.de )

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