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Fatima: Wurde Russland gültig geweiht?

15. März 2022 in Kommentar, 14 Lesermeinungen
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Mit der Ukraine-Krise wurden wieder Stimmen laut, die bezweifeln, dass Russland tatsächlich 1984 von Papst Johannes Paul II. dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht wurde - Ein Gastkommentar von Michael Hesemann


Russland (kath.net)

Als die Gottesmutter von Fatima zum dritten Mal den Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco erschien, am 13. Juli 1917, offenbarte sie ihnen drei Geheimnisse. Im zweiten Geheimnis hieß es: „Um (einen neuen Weltkrieg) zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“ 

Zwölf Jahre später, am 13. Juni 1929, kehrte die Gottesmutter tatsächlich zurück. Jacinta und Francisco waren zwischenzeitlich verstorben; sie waren der Spanischen Grippe, der großen Pandemie des frühen 20. Jahrhunderts, zum Opfer gefallen. Lucia dagegen war in den Orden der Dorotheenschwestern eingetreten (erst 1946 wurde sie Karmeliterin) und lebte im Kloster von Tuy an der spanisch-portugiesischen Grenze. Dort betete sie gerade vor dem Tabernakel, als sie eine Erscheinung der Gottesmutter hatte, die ihr eine Vision der Heiligen Dreifaltigkeit gewährte und erklärte: „Der Augenblick ist jetzt gekommen, wo Gott den Heiligen Vater darum bittet, zusammen mit allen Bischöfen der Welt, Russland meinem Unbefleckten Herzen zu weihen und es so zu erretten.“ Sofort versuchte die Ordensschwester, über ihren Bischof an den Papst zu schreiben, doch ohne Erfolg. Fatima war zu diesem Zeitpunkt noch nicht von der Kirche anerkannt und Pius XI. war kein großer Freund von Privatoffenbarungen. Das änderte sich, als 1939 mit Pius XII. ein neuer Papst die Kathedra Petri bestieg. Eugenio Pacelli war am Fatima-Tag, dem 13. Mai 1917, zum Bischof geweiht worden und sah schon darin ein Zeichen der göttlichen Vorsehung. Allerdings wusste er damals noch viel zu wenig von den Erscheinungen, um „vorschnell“ zu reagieren. So ließ er zunächst Sr. Lucia über ihren Bischof bitten, ihre Erinnerungen an die Ereignisse von 1917 niederzuschreiben, was diese auch tat. Als ihre Erinnerungen 1942 endlich veröffentlicht waren und auch in italienischer Sprache vorlagen, mitten im 2. Weltkrieg, handelte Pius XII. Am 31. Oktober 1942, in einer Radioansprache an das portugiesische Volk, weihte er tatsächlich die ganze Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens, nicht ohne auf Russland zu verweisen: „Den Völkern, die durch Irrtum oder Zwietracht getrennt sind, und besonders denen, die sich zu einzigartiger Hingabe zu Dir bekennen und bei denen es kein Haus gab, in dem Deine ehrwürdigen Ikonen nicht in Ehren gehalten wurden, heute vielleicht am versteckt und für bessere Tage aufbewahrt, schenke ihnen Frieden und führe sie zurück in die eine Herde Christi, unter den einen und wahren Hirten.“

Später erklärte Sr. Lucia, dass die Weihe zwar gut gemeint war, aber nicht dem Willen der Gottesmutter entsprach, die ausdrücklich um einen Weiheakt „zusammen mit allen Bischöfen der Welt“ gebeten hatte. Trotzdem geschah ein Wunder: der 31. Oktober 1942 wurde zum entscheidenden Wendepunkt im 2. Weltkrieg. Nur drei Tage später erlebte Hitler seine erste große Niederlage in el-Alamein, ein paar Wochen später folgte Stalingrad, wo sein Ende besiegelt wurde. Doch auch in Russland tat sich etwas. War Stalin vor dem Krieg noch einer der grausamsten Christenverfolger der Geschichte gewesen, ließ er plötzlich Ikonen über Russlands Städte fliegen, damit die Gottesmutter sie beschütze, und stiftete in Stalingrad drei neue Kirchen. Zumindest die russisch-orthodoxe Kirche erlebte fortan keine größeren Übergriffe mehr. Von einer Bekehrung war Russland allerdings noch weit entfernt. Im Gegenteil: der Zweite Weltkrieg führte dazu, dass der Kommunismus ganz Osteuropa unterjochte und jetzt auch nach dem Rest der Welt griff. Der Kalte Krieg wurde geboren und mit ihm stand die Welt gleich zwei Mal, in den 1960er und in den 1980er Jahren, am Rande eines Atomkrieges. Doch kein Papst war bereit, die Weihe in der von der Gottesmutter gewünschten Form durchzuführen, weder Johannes XXIII., der sogar die Veröffentlichung des Dritten Geheimnisses verhinderte, noch Paul VI., der immerhin 1967 nach Fatima pilgerte. Erst das Attentat am Fatima-Tag, dem 13. Mai 1981, rüttelte Papst Johannes Paul II. auf. Am Jahrestag des Attentates reiste er nach Fatima und beriet sich mit Sr. Lucia, um tatsächlich am 25. März 1984, zusammen mit tausenden Bischöfen in aller Welt, die feierliche Weihe der Welt und – zumindest in pectore – Russlands vorzunehmen. Und wieder geschah ein Wunder. Drohte laut Sr. Lucia 1985 der Ausbruch eines atomaren Dritten Weltkriegs, explodierte stattdessen am 13. Mai 1984 das zentrale Waffendepot der Nordmeerflotte, was Russlands Kriegsfähigkeit entscheidend beeinträchtigte. Die Stunde der „Falken“ im Kreml war mit einem Schlag beendet und so wurde 1985 die „Taube“ Michail Gorbatschow zum neuen Generalsekretär der KPdSU und späteren Präsidenten der UdSSR gewählt. Zu seiner Politik der „Perestroika“ gehörte die Einführung der Religionsfreiheit in dem vormals militant atheistischen Staat. 1989 wurden die Warschauer Pakt-Staaten in Osteuropa in die Freiheit entlassen, 1990 die deutsche Wiedervereinigung erlaubt, 1991, ausgerechnet am Fest des Unbefleckten Herzens Mariens (22.8. - heute „Maria Königin“) kollabierte erst der Versuch der Hardliner, den Kommunismus zu retten, dann, zu Weihnachten, die ganze Sowjetunion. Was folgte, war tatsächlich das größte Wunder der Geschichte, die Bekehrung der Großmacht des Atheismus: aus der antichristlichen Sowjetunion wurde das christliche Russland. Heute bekennen sich 82 % der Russen zum orthodoxen Christentum, seit 1990 wurden 30.000 neue Kirchen geweiht und über 800 neue Klöster gegründet, werden jedes Jahr an die 6000 jungen Männer zu Priestern geweiht. Der Kommunismus ist zurückgedrängt; bei den Duma-Wahlen 2021 erhielt die Kommunistische Partei nur noch 18 % der Stimmen, kaum mehr als die SED-Nachfolgerin Die Linke in Berlin (14,3 %).

Jedenfalls hatte die Gottesmutter in Fatima nur von einer „Zeit des Friedens“ gesprochen, die durch die Weihe gewährt würde. Sie dauerte immerhin 37 Jahre, ganze 77 sogar seit dem letzten Kriegsende, was etwa einer bzw. zwei biblischen Generationen (40 Jahre) entsprach.

Trotzdem wird von traditionalistischen Kreisen gerne behauptet, die Weihe von 1984 sei ungültig gewesen. Ein kanadischer Priester, der schließlich wegen seiner Geldgier und seinem Ungehorsam wider seinen Bischof und Rom in den Laienstand versetzt wurde, ein radikaler Antisemit und Holocaust-Leugner, nämlich der mittlerweile verstorbene Nicholas Gruner, sammelte Millionen mit seinem selbsternannten „Fatima-Kreuzzug“ gegen den Umgang des hl. Johannes Paul II. und Benedikts XVI. mit den Botschaften der Gottesmutter. Gruner ging sogar so weit, dem Vatikan zu unterstellen, man habe Dokumente gefälscht und Schwester Lucia durch eine Schauspielerin ersetzt, um sich vor den Wünschen der Gottesmutter zu drücken.

Im Dezember 2016 konnte ich in Aljustrel, dem Heimatdorf der drei Seherkinder von Fatima, die damals 96jährige Maria dos Santos interviewen, die Lieblingsnichte von Sr. Lucia. Sie erklärte mir vor laufender Kamera – das Interview habe ich auf youtube publiziert – dass sie in den 1990er Jahren immer wieder von Pilgern nach der Gültigkeit der Weihe gefragt wurde. Da ihre Familie Lucia auch im Karmel von Coimbra regelmäßig besuchen durfte, nutzte sie die Gelegenheit, diese Frage an Sr. Lucia weiterzuleiten. Die Antwort der Seherin war frappierend klar: „Die Gottesmutter hat versprochen, dass sich Russland bekehrt, wenn es geweiht wird und schau doch, es hat sich bekehrt!“

Das entsprach genau dem, was der Heilige Stuhl seit 1984 behauptet. So veröffentlichte Kardinal Ratzinger im Juni 2000 einen Brief aus der Feder Sr. Lucias, in der diese am 8. November 1989 Papst Johannes Paul II. bestätigte: “Sim, està feita, tal como Nossa Senhora a pediu, desde o dia 25 de Março de 1984” – “Ja, alles wurde getan, wie es von Unserer Lieben Frau erbeten wurde, am 25. März 1984.” Die Behauptung, der Brief sei eine Fälschung, da mit der Maschine geschrieben, ist Unfug. Wer heute den Karmel in Coimbra, das Kloster Sr. Lucias, besucht, wird ihre geliebte Schreibmaschine dort noch finden. Es gibt auch Fotos, die sie beim Tippen zeigen. Zuvor, am 29. August 1989, hatte sie, ebenfalls schriftlich, erklärt: „Danach (seinem Besuch in Fatima) schrieb er (Johannes Paul II.) alle Bischöfe der Welt an und bat sie, sich mit ihm zu vereinen. Er ließ die Statue Unserer Lieben Frau von Fatima am 25. März 1984 nach Rom bringen. Dann vollführte er öffentlich, zusammen mit den Bischöfen, die ihn dabei unterstützen wollten, die Weihe auf die Weise, wie die Selige Jungfrau sie gewünscht hatte dass sie stattfinden sollte. Danach fragten mich die Leute, ob es auf die Art und Weise geschah, wie Unsere Liebe Frau es gewünscht hatte, und ich antwortete ’Ja!‘“

Trotzdem stellte ihr Bischof Tarcisio Bertone, der später zum Erzbischof ernannt und in das Kardinalskollegium aufgenommen wurde, bevor er Benedikt XVI. als Kardinalstaatssekretär diente, noch einmal die „Frage aller Fragen“, als er Sr. Lucia am 17. November 2001 im Auftrag von Papst Johannes Paul II. in Coimbra besuchte: „War die Weltweihe von 1984 so, wie sie von der Madonna gefordert wurde, oder hat Pater Gruner recht, der von einem Versäumnis spricht?“ Auch hier ließ die Antwort der mittlerweile 93jährigen an Klarheit nicht zu wünschen übrig: „Die Weltweihe, wie sie von Unserer Lieben Frau erbeten wurde, fand 1984 statt und wurde vom Himmel angenommen.“

Natürlich wurde auch Kardinal Bertone der Lüge bezichtigt. Daran änderte auch nichts, dass Schwester Lucia selbst noch in ihrem letzten Buch, „Die Botschaft von Fatima“ (Coimbra 2006), das posthum von ihren Mitschwestern veröffentlicht wurde, die Gültigkeit der Weihe bestätigte und allen Zweiflern widersprach: „Nach all dem gibt es immer noch Blinde, die nicht sehen oder nicht sehen wollen und sagen: Aber es gibt immer noch Kriege in dieser Welt… (aber es sind) Bürgerkriege, die es immer gab und geben wird… Die Friedensverheißung bezieht sich auf die Kriege in der weiten Welt, die durch die Verbreitung der Irrtümer Russlands angezettelt wurden. Diese Weihe erfolgte öffentlich durch den Heiligen Vater Johannes Paul II. in Rom am 25. März 1984 vor dem Gnadenbild Unserer Lieben Frau…“

Doch es gibt einen unbestreitbaren Beweis für die Gültigkeit der Weihe, den auch traditionalistische Verschwörungstheoretiker eigentlich akzeptieren müssten. Denn Schwester Lucia hat immerhin zwei Mal auch vor laufender Kamera zur Weihe Russlands Stellung genommen.

Diesen Beweis verdanken wir ihrem langjährigen Dolmetscher, dem portugiesischen Fatima-Experten Carlos Evaristo, der in Kanada aufgewachsen ist. Er begleitete in den 1990er Jahren mehrere englischsprachige Kardinäle in den Karmel von Coimbra, um bei ihren Begegnungen mit Schwester zu übersetzen. Dabei erlaubte sie ihm bei zwei Gelegenheiten, die Gespräche auf Video aufzuzeichnen, um den Lügen eines Pater Gruner offen zu widersprechen. Das erste dieser beiden Gespräche fand am 11. Oktober 1992 statt, als der indische Kardinal Antony Padiyara Schwester Lucia besuchte. Auf der Aufnahme ist deutlich zu hören, wie Schwester Lucia sagt: „Alles führte dazu, dass diese Weihe angenommen wurde… Der Papst dachte an Russland, als er 1984 im Weiheakt ‚dieses Volk‘ erwähnte. Diejenigen, denen die Forderung nach der Weihe Russlands bekannt war, wussten, worauf er sich bezog… Gott wusste, was die Absicht des Papstes war und dass er Russland mit der Weihe meinte. Wichtig ist die Absicht. Genau so, als wenn ein Priester die Absicht hat, eine Hostie zu konsekrieren… Es gibt keine Notwendigkeit, Russland noch einmal zu weihen.“

Ein Jahr später, am 11. Oktober 1993, suchte sie der philippinische Kardinal Ricardo Vidal auf. Wieder dolmetsche Evaristo, wieder wurde alles auf Video aufgenommen. Und erneut ist Schwester Lucia deutlich zu hören, als sie von der Bekehrung Russlands sprach:

„Eines muss man verstehen. Wir dürfen das Wort ‚Bekehrung‘ nicht falsch verstehen. Das Wort ‚Bekehrung‘, ‚bekehren‘, ‚eine Bekehrung‘ indiziert eine Veränderung. Eine ‚Bekehrung‘ ist ein Wandel vom Bösen zum Guten. Aber das bedeutet nicht, dass alles Böse verschwindet…Der Heilige Vater vollzog die Weihe und diese Weihe ist gültig. Die Heilige Jungfrau hat nie gesagt, dass der Papst das Wort ‚Russland‘ aussprechen müsse. Sie sagte: ‚Er wird mir Russland weihen und es wird sich bekehren. Und dann wird Friede sein.‘ Aber dieses Versprechen vom Frieden bezog sich auf die Kriege und Verfolgungen, die durch die Irrtümer des atheistischen Kommunismus in der ganzen Welt bewirkt wurden... Die Weihe von 1984 hat einen Atomkrieg verhindert, der 1985 ausgebrochen wäre … Die Kriege, die sich jetzt ereignen, sind Bürgerkriege und keine Weltkriege. Sie sind lokal. Die heilige Jungfrau hat sich niemals auf solche Kriege bezogen.“

Natürlich ist es gut und richtig, in einer Krise die Gottesmutter anzurufen und ihr die Länder, in denen Not oder Krieg herrschen, erneut anzuvertrauen, auch wenn dies in der Vergangenheit bereits geschah. In diesem Sinn erbaten russische und ukrainische Bischöfe kürzlich die Weihe Russlands und der Ukraine an das Unbefleckte Herz Mariens. Doch diese Forderung hat nichts damit zu tun, dass die Weihe von 1984 gültig war. Damals hat sie den Sowjetkommunismus zerstört und die Bekehrung einer Großmacht bewirkt. Wir können also mit gutem Grund darauf hoffen, dass sie dieses Mal der leidgeplagten Ukraine den Frieden bringt.


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Lesermeinungen

 landpfarrer 17. März 2022 
 

Sr. Lucia, der zusammen mit den anderen 2 Kindern Erscheinungen der Gottesmutter zuteil geworden sind
(Die Erscheinungen sind von der Kirche anerkannt, aber strenggenommen ist niemand verpflichtet an diese wie an andere Privatoffenbarungen zu glauben). Sie hat auch die Erscheinungen an die Adressaten übermittelt. Aber dass ihr eine Kompetenz gegeben wurde, den Umgang der Kirche damit (z.B. "Gültigkeit" vorgenommener Weiheakte) zu beurteilen, das hat die Kirche nicht anerkannt. Sollte sie den Anspruch erhoben haben, dazu eine besondere Vollmacht "von oben" erhalten haben, dies zu beurteilen, so ist mir nicht bekannt, dass die Kirche dies anerkannt hätte. Es ist also ein hermeneutisches Problem !
Auch durch eine Seligsprechung würde weder implizit noch explizit eine solche Kompetenz festgestellt.


0
 
 Manoppello2 17. März 2022 
 

Lieber Herr Hesemann,

ich kenne keinen Herrn Gruner, bemerke jedoch, daß Sie, ebenfalls mit Verlaub, in einer Art Informationstunnel feststecken. - Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ihr Buch Menetekel z. B. habe ich gelesen und halte Sie durchaus für einen sehr guten Kenner und guten Buchautor. Trotzdem setzen Sie sich in meinen Augen nicht in der gebotenen Neutralität (sine ira et studio) und Objektivität mit der "anderen" Seite auseinander. Ihre gereizte Antwort spricht in diese Richtung ganz klar. Wenn alles so einfach in schwarz und weiß aufzuteilen wäre.....
Ihre Thesen hinsichtlich der Zeit des Friedens und Bekehrung entsprechen schlicht und ergreifend nicht der Realität.


0
 
 minimus 16. März 2022 
 

Hmm...

Wenn es so einfach wäre...

Aus dem "Versuch einer Auslegung des 'Geheimnisses' von Fatima" des damaligen Präfekts der Glaubenskongregation (links unten):

"Schwester Lucia hat dazu zunächst bemerkt, daß ihr das Gesicht, aber nicht seine Auslegung geschenkt wurde."

www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20000626_message-fatima_ge.html


0
 
 mhesemann 16. März 2022 
 

@manoppello2

Was Sie hier behaupten ist, mit Verlaub gesagt, Unfug. Es gibt keine einzige authentische Aussage von Sr. Lucia aus der Zeit nach 1984, die etwas anderes besagt als meine Darstellung. Weder in ihren beiden Büchern noch in einem authentischen Gespräch oder authentischen Brief. Nicholas Gruner, der Urheber dieser Lüge, der Sie offenbar auch anhängen, wurde seinerzeit sogar eingeladen, Sr. Lucia zu treffen - er kam nicht! Später verbreitete er den Unsinn, Sr. Lucia sei vom Vatikan durch eine Schauspielerin ersetzt worden, wohlbemerkt ohne dass ihre Familie davon etwas bemerkte.


5
 
 Manoppello2 16. März 2022 
 

Schrieb es und alle lehnen sich entspannt zurück..... "Alles Verschwörung!"

@Schlegl: Mit solchen Anschuldigungen hinsichtlich Verschwörungstheoretikern und "kruden" Theorien, wie Sie es nennen, wäre ich an Ihrer Stelle vorsichtig. Es gibt Zitate von Sr. Lucia, die diametral zu den Ausführungen von Herrn Hesemann stehen und wieder einmal sind es die "Traditionalisten" die sozusagen verwirrt sind?


1
 
 gáidaros 15. März 2022 
 

In der Ukraine ist Krieg !

Wenn die Meldungen der Medien halbwegs stimmen, dann gibt es in der Ukraine weder eine Spezial-Operation, noch einen Bürgerkrieg. Wenn ein souveräner Staat (Russland) einen anderen souveränen Staat (Ukraine) angreift, dann ist das ein Krieg.
Gott sei Dank haben wir noch keinen Weltkrieg. Aber so wie sich der ehemalige Musterschüler des KGB benimmt, ist der Ausgang ungewiss.
Auch die USA haben Öl ins Feuer gegossen. North Stream 2 wurde von ihnen schon vor dem Einmarsch blockiert. Aber die USA hatten kein Problem damit, viel Öl aus Russland zu kaufen. Russland ist für die USA der 3.größte Erdöllieferant nach Kanada und Mexiko, aber noch vor Saudi-Arabien.
Heiliger Erzengel Michael, bitte beschütze
die Ukraine !


0
 
 stephanus2 15. März 2022 
 

Sehr geehrter Herr Hesemann !

Allerbesten Dank für Ihren klar formulierten, Übersicht schaffenden Artikel zu diesem Thema ! Gott zum Gruße !


1
 
 anjali 15. März 2022 
 

Weihe

Danke für diese Information.Ich könnte mir auch nicht vorstellen dass Papst Joannes Paulus II, der Maria so verehrte,das nich gemacht hätte. Aber es wäre jetzt vielleicht ratsam das noch ein zweites Mal und jetzt verstarkt zu machen!!


0
 
 Chris2 15. März 2022 
 

Interessant

Ich dachte bisher, die Weihe sei noch nicht erfolgt. Man lernt eben nie aus.
Mindestens ebenso interessant ist das Dritte Geheimnis von Fatima, da der veröffentlichte Text doch derart banal war, dass man sich fragte, warum man jahrzehntelang ein Geheimnis darum hätte machen sollen. Denn Kirchenverfolgungen mit vielen ermordeten Klerikern gab es ja immer wieder (Altes Rom, Japan, Nationalsozialismus, Kommunismus, spanischer Bürgerkrieg etc.)
@SCHLEGL Ich habe weniger Sorge vor neun erfolgreichen falschen Verschwörungstheorien, als vor einer einzigen erfolgreichen Verschwörungspraxis...


2
 
 wz 15. März 2022 
 

Bürger- oder Weltkrieg?

Vielen Dank, Herr Hesemann. Es war wieder einmal an der Zeit, zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Vor allen Dingen wurde darauf hingewiesen, dass es insbesondere in traditionellen Kreisen eine Opposition gibt, welche bspw. die Gültigkeit der Russlandweihe, bzw. das 3. Geheimnis von Fatima in Frage stellt. Herr Hesemann ist Historiker und hat über Fatima bereits 3 Bücher geschrieben. Er ist als Fatimaforscher anerkannt.

Was mir bei den Aussagen der Gottesmutter zu denken gibt: Es heißt da: "Der Welt wird 'eine Zeit des Friedens' geschenkt." Wie lange wird diese Friedenszeit dauern? Sicher nicht ewig, denn "Kriege müssen kommen" ("Volk gegen Volk, Reich gegen Reich ...").

Mit den Bürger(Bruder-)kriegen hat Herr Hesemann recht, ebenso mit dem geschwundenen ideologischen Einfluss des Kommunismus auf Europa, wobei hier wiederum der Materialismus vorherrscht. Die Apokalypse steht allerdings noch aus.


1
 
 Stefan Fleischer 15. März 2022 

@ Schlegl

Apropos getaufte Heiden.
Ich habe den Eindruck, dass (nicht nur) unsere katholische Kirche hier im Westen in Sachen "getaufte Heiden" mit den Orthodoxen in Russland duchaus mithalten kann!


4
 
 SCHLEGL 15. März 2022 
 

Klare Worte

Gut, dass dieser Artikel geschrieben worden ist.Schon mehrmals wurde darauf hingewiesen,dass der hl. Papst Johannes Paul II die Weihe so vollzogen habe, wie die Allerseligste Gottesmutter es gewünscht hat. Aber leider gibt es immer wieder Verschwörungstheoretiker, die das alles leugnen und stattdessen ihre kruden Theorien verbreiten!
Allerdings war es (vor Jahren in Kathnet nachzulesen!)ein orthodoxer Theologe aus Russland, der seiner Kirche den Vorwurf machte Millionen getaufter Heiden zu haben. Nach der Wende schien es vielen Russen opportun sich orthodox taufen zu lassen. Es gab KEINE Vorbereitung für Konvertiten! Die Leute sagten einfach des nizänokonstantinopolitanische Glaubensbekenntnis auf und wurden getauft, dass war alles.Ich habe selbst in meinem Leben 5 Erwachsenentaufen vollzogen und davor fast ein Jahr Glaubensunterricht gehalten. Das wäre in Russland auch nötig gewesen, um Opportunisten auszuschalten. Jetzt rächt sich das, wie der Krieg zeigt.


3
 
 Stefan Fleischer 15. März 2022 

@Karlmaria: Ich frage mich:

"Wenn Putin einmal weg ist eröffnen sich da hoffentlich Wege. Denn nur so kann es dauerhaften Frieden geben!"
Da würde ich ein grosses Fragezeichen setzten. Für mich ist Putin nur ein Symptom für das, wohin es führt, wenn Menschen glauben, eine bessere Welt auch ohne Gott oder gar gegen Gott bauen zu können.
"Wenn wir eine friedlichere Welt wollen, müssen wir uns wieder ganz Gott als unseren Herrn unterwerfen." Wo jeder sein eigener Herr sein oder seinen Herrn selbst auswählen will, sind Streit und Krieg vorprogrammiert.


0
 
 Karlmaria 15. März 2022 

Die Weihe muss auch täglich gelebt werden

Der heilige Ludwig Maria Grignon von Montfort hat schon darauf hingewiesen dass das ganz wichtig ist. Und auch gesagt dass es nur Wenige gibt die dann auch dabei bleiben. Das Skapulier ist auch ganz wertvoll. Aber da muss dann auch entsprechend gelebt werden. Zum Beispiel die dem Stand entsprechende Keuschheit. Immer deutlicher wird mir dass Russland und das russische Volk nicht Putin ist. Insofern hilft es auch gar nichts Putinversteher zu sein. Denn Putin ist gar nicht Russland. Das sieht man ja schon daran dass das Volk in Russland gar nicht wissen darf dass es in der Ukraine einen Krieg gibt in dem Menschen sterben. Ich denke schon dass zwischen Russland und der Ukraine kein so großer Unterschied ist. Und die Ukraine wird von der EU umworben. Ähnlich sollte das auch mit Russland geschehen. Wenn Putin einmal weg ist eröffnen sich da hoffentlich Wege. Denn nur so kann es dauerhaften Frieden geben!


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