Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  3. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  4. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  5. Der stumme Gott unserer Zeit
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  9. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  10. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  11. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  12. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  13. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen
  14. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  15. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung

Neue Bunte Kirche

7. März 2022 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der nette Bischof von nebenan, den uns die Bunte präsentiert, fährt einen französischen Kleinwagen und outet sich als Raser - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Inzwischen muss man es nicht mehr besonders erwähnen. Der Vorsitzende der DBK hat dem Boulevardmagazin Bunte ein Interview gegeben. Als erstes löst das einen Lachflash aus. Wieso der Bunten? Lässt er sich scheiden? Hat er ‘ne neue? Georg Bätzings heiße Affäre. Der Bischof sagt alles. So? Nein. Es geht um Framing. Geframt wird der Bischof als der nette Mann von nebenan, der ganz im Sinne der Yellow-Press volles Verständnis für sexuelle Eskapaden jeglicher Art aufzubringen vermag. Tatsächlich verkündet der Bischof, dass Sex ein Gottesgeschenk ist.

Katholiken brauchen dazu Georg Bätzing nicht. Es reicht die Theologie des Leibes vom Heiligen Papst Johannes Paul II. zu lesen. Man erkennt die Methode und ist verstimmt. Dementiere etwas, das niemand behauptet und am wenigsten die Kirche lehrt und stelle dem eine möglichst banale Aussage gegenüber, der niemand wirklich widersprechen kann. Danach folgt der Knaller, der dann nicht mehr wegzubekommen ist, weil man ja schon genickt hat: Der Bischof räumt im Interview mit der Bunten das sechste Gebot Gottes rückstandslos ab.

Die Bunte findet das toll. Denn was sonst findet sich in dem Blatt außer Klatsch und Tratsch unterhalb von Gürtellinie und Bettdecke. Da ist der eloquente Bischof mit seiner neuen Lehre vom guten Sex in jeder Konstellation doch genau am rechten Ort. Und damit das ganze Theater auch gleich was bringt, kündigt er auch gleich die Änderung des Katechismus an. Um an dieser Stelle gleich die Gemüter zu beruhigen, kein Katholik ist verpflichtet an die Lehren eines solchen dekonstruierten Katechismus zu glauben. Ebensowenig sollte man der neuen bunten katholischen Lehre Glauben schenken. Wer einen Katechismus der Katholischen Kirche im Schrank stehen hat, der zehn Jahre oder älter ist, sorge sich nicht. Er gilt fort. Das gilt auch im Hinblick auf den Zölibat, den der Bischof gerne weghaben möchte. Auch dies wird bleiben. Die Signale aus Rom sind eindeutig.


Freundlicherweise redet der Bischof hier mal wieder der sakramentalen Weihe von Frauen das Wort. Katholiken wissen auch hier, dass es diese in der katholischen Kirche niemals geben wird. Nun ist nicht auszuschließen, dass der Kirche, der Herr Bätzing vorsteht, alles dies ganz anders ist als in der katholischen Kirche, aber bitte, dann sollte man sich endlich ehrlich machen und auch gleich einen neuen Namen und neue Finanzierungsmodelle suchen. Es ist ein Unding an den Fleischtöpfen von Kirchensteuer und Staatsleistungen, die der Kirche gelten, das Schisma voranzutreiben.

Der nette Bischof von nebenan, den uns die Bunte präsentiert, fährt einen französischen Kleinwagen und outet sich als Raser. In der bischöflichen Wirklichkeit des dienstlichen Alltags mutiert der französische Kleinwagen. Das Gefährt hat dann plötzlich vier Ringe und ist so klein nun wahrlich nicht mehr. Einem Bischof mit dem Gehalt einen Ministerpräsidenten nimmt niemand so etwas wie Bescheidenheit ab. Auch der Spott über den Vorgänger steht dem Bischof nicht gut zu Gesicht. Dass er dessen angeblich überteuerte Wohnung nicht bewohnt, mag noch angehen. Die grundgesetzlich garantierte Niederlassungsfreiheit sollte auch für Bischöfe gelten. Einzige Einschränkung: Die Residenzpflicht im eigenen Bistum. Was hat denn eigentlich der Umbau der Wohnung gekostet, so dass die Räume nun für Ausstellungen genutzt werden? Die Interviewer der Bunten verpennen hier eine Chance. Und dass der Bischof allein in einem Einfamilienhaus wohnt, wird auch verschwiegen. Warum wird nicht nachgefragt? Ja, Herr Bätzing hat nur eine Haushälterin mit halber Stelle. Puh, wieder diese miefige Bescheidenheit. Früher war mehr Lametta. Und dass ein leicht adipöser älterer Herr im Sommerurlaub Badehose trägt – nunja. Gibt es hier jemanden, der das wirklich wissen möchte? Exzellenz sind ein Tanzmuffel. Interessant. Exzellenz sind als Teenie nie mit einem Mädchen gegangen? Ja, passt schon. Man hört förmlich das Gekicher der Teeniezicken angesichts eines über den Schulflur schwebenden Heiligen Georg. Wollen wir es wissen? Nein, wollen wir nicht.

In seiner Gesamtheit ist das Interview so, wie man sich ein Interview in einer Zeitung wie der Bunten vorstellt. Es ist flach, es ist nett (wir wissen, wessen kleiner Bruder nett ist … ) und es ist schillernd. Georg Bätzing räumt Teile der katholischen Lehre ab, die ihm und vielen anderen nicht mehr passen. So weit, so schlecht. Bleibt dem Kolumnisten nur noch die seufzende Resignation, dass man sich diesen ganzen Kommentar eigentlich hätte sparen können, um stattdessen in einem einzigen Satz auf die mutmaßliche Anwendbarkeit von can. 1364 CIC zu verweisen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  5. Realitätsverlust im Bistum Chur
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  8. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  9. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  10. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  11. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz