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Historischer Brief: „Ich bitte Sie, Bruder Kyrill, an Putin zu appellieren, den sinnlosen Krieg…“!

3. März 2022 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Gądecki, Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, an russischen Patriarchen: „kein Grund kann Entscheidung rechtfertigen, eine militärische Invasion in ein unabhängiges Land zu starten und Wohngebiete, Kindergärten zu bombardieren“ - mit BRIEF!


Warschau-Moskau-Kiew (kath.net/Polnische Bischofskonferenz/pl) „Ich bitte Sie, Bruder, an Wladimir Putin zu appellieren, den sinnlosen Krieg gegen das ukrainische Volk zu beenden, in dem unschuldige Menschen getötet werden und in dem nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten – insbesondere Frauen und Kinder – leiden“, schreibt der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gądecki (siehe Link), in einem Brief an den Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Kyrill, am 2. März.

„Ich bitte Sie in aller Bescheidenheit, den Rückzug der russischen Truppen aus dem souveränen Staat Ukraine zu fordern“, erläutert er er. Er fügt hinzu, dass „kein Grund, keine Begründung kann jemals die Entscheidung rechtfertigen, eine militärische Invasion in ein unabhängiges Land zu starten und Wohngebiete, Schulen oder Kindergärten zu bombardieren“.

Der Vorsitzende des Episkopats betonte, dass Krieg immer eine Niederlage für die Menschheit sei. „Dieser Krieg ist – wie ich bereits im vorigen Brief schrieb – wegen der Nähe der beiden Nationen und ihrer christlichen Wurzeln noch sinnloser. Ist es zulässig, die Wiege des Christentums auf slawischem Boden zu zerstören, den Ort, an dem die Rus getauft wurde?“, schreibt er.

Erzbischof Gądecki bittet Kyrill auch, an die russischen Soldaten zu appellieren, „sich nicht an diesem ungerechten Krieg zu beteiligen, sich zu weigern, Befehle auszuführen, die – wie wir bereits gesehen haben – zu vielen Kriegsverbrechen führen“. „Die Verweigerung von Befehlen in einer solchen Situation ist eine moralische Verpflichtung“, heißt es in dem Brief. Gleichzeitig bittet er Kyrill, alle orthodoxen Brüder in Russland zum Fasten und Beten für „die Schaffung eines gerechten Friedens in der Ukraine“ aufzurufen.


Dies ist das zweite Mal, dass sich der Vorsitzende des Episkopats an Kyrill wendet. Das vorherige Schreiben vom 14. Februar war an die orthodoxen und katholischen Bischöfe von Russland und der Ukraine gerichtet (kath.net hat berichtet, siehe Link). Erzbischof Gądecki rief damals dazu auf, sich „den geistlichen Bemühungen der Anhänger Christi verschiedener Konfessionen in Russland, der Ukraine und Polen anzuschließen, um das Gespenst eines weiteren Krieges in unserer Region abzuwenden“.

kath.net dokumentiert den Brief von Erzbischof Gądecki an Kyrill, Patriarch von Moskau und ganz Russland, in voller Länge:

Warschau, 2. März 2022

An Seine Heiligkeit Kyrill

Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die Worte, im Brief, der gestern von Metropolit Hilarion übertragen wurde. Ich teile die Ansicht Eurer Heiligkeit, dass Feindseligkeit gegenüber jeder Nation immer inakzeptabel ist. Wir sind alle Brüder, und deshalb nehmen wir jedes Unglück des ukrainischen oder russischen Volkes als unser eigenes wahr. Deshalb beten wir von ganzem Herzen für den Frieden in der Ukraine.

Damit unser Gebet jedoch nicht als Ausdruck von Heuchelei angesehen wird, muss es von Taten begleitet werden. Ich glaube, Eure Heiligkeit, dass Sie ein Mann des Friedens sind. Unser Herr, Jesus Christus, lehrte: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden“ (Mt 5,9). Deshalb bitte ich Sie, Bruder, an Wladimir Putin zu appellieren, den sinnlosen Krieg gegen das ukrainische Volk zu beenden, in dem unschuldige Menschen getötet werden und in dem nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten – insbesondere Frauen und Kinder – leiden. Ein Mann kann das Leiden Tausender von Menschen mit einem Wort beenden – dieser Mann ist der Präsident der Russischen Föderation. Ich bitte Sie in aller Bescheidenheit, den Rückzug der russischen Truppen aus dem souveränen Staat Ukraine zu fordern.

Kein Grund, keine Begründung kann jemals die Entscheidung rechtfertigen, eine militärische Invasion in ein unabhängiges Land zu starten und Wohngebiete, Schulen oder Kindergärten zu bombardieren. Krieg ist immer eine Niederlage für die Menschheit. Dieser Krieg ist – wie ich bereits im vorigen Brief schrieb – wegen der Nähe der beiden Nationen und ihrer christlichen Wurzeln noch sinnloser. Ist es zulässig, die Wiege des Christentums auf slawischem Boden zu zerstören, den Ort, an dem die Rus getauft wurde?

Ich bitte Sie auch, an die russischen Soldaten zu appellieren, sich nicht an diesem ungerechten Krieg zu beteiligen, sich zu weigern, Befehle auszuführen, die – wie wir bereits gesehen haben – zu vielen Kriegsverbrechen führen. Die Verweigerung von Befehlen in einer solchen Situation ist eine moralische Verpflichtung. Die Zeit wird kommen, diese Verbrechen aufzuklären, auch vor den internationalen Gerichten. Doch selbst wenn es jemandem gelingt, sich dieser menschlichen Gerechtigkeit zu entziehen, gibt es ein Tribunal, dem man nicht ausweichen kann. „Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen, damit ein jeder das Gute oder das Böse empfange, je nachdem, was er am Leib getan hat“ (2. Kor 5,10).

Ich glaube, dass viele der Russen, die in den Krieg geschickt werden, edle Menschen sind. „Wir wissen nicht, auf wen wir schießen sollen, sie sehen alle wie wir aus…“, sagte einer Ihrer Soldaten. Ich bitte Sie also, an sie zu appellieren, so schnell wie möglich nach Hause zu gehen, ohne ihre Hände mit unschuldigem Blut zu beflecken.

Als Jünger Christi wissen wir, dass geistige Waffen das wichtigste Werkzeug der Kirche zur Kriegsführung sind. „Diese Art von Dämonen kann nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden“, lesen wir bei Matthäus (Mt 17,21; Mk 9,29). Als Antwort auf den Aufruf von Papst Franziskus haben wir in Polen heute einen Tag des Gebets und des Fastens für die Schaffung eines gerechten Friedens in der Ukraine ausgerufen (kath.net hat bereits berichtet, siehe Link). Ich bitte Sie, Bruder, alle orthodoxen Brüder und Schwestern in Russland aufzurufen, sich in ähnlicher Weise geistlich zu engagieren. Ich glaube, dass der Herrgott unseren Gebeten und Opfern nicht gleichgültig gegenübersteht. Ich glaube, dass Fasten und Gebet das Herz eines Menschen verändern.

In Christus, dem Herrn,
+Stanisław Gądecki
Erzbischof Metropolit von Posen
Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz


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