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Kardinal Müller kritisiert Einschränkung der überlieferten römischen Liturgie durch Franziskus

9. Dezember 2021 in Aktuelles, 12 Lesermeinungen
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Der emeritierte Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre: Es bestehe „zwischen der bisherigen Tradition bis zu den Konzilien von Trient und dem I. Vatikanum und zum II. Vatikanum kein Bruch


Rom (kath.net/pm)

Der emeritierte Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Gerhard Ludwig Kardinal Müller, hat laut einer Mitteilung des "Renovamen-Verlag" in einem neuen Buch das Motu proprio Traditionis custodes von Papst Franziskus kritisiert. Laut dem Kardinal beinhalte das Dokument „in Inhalt und Form fragwürdige Behauptungen und Bewertungen“. So bestehe „zwischen der bisherigen Tradition bis zu den Konzilien von Trient und dem I. Vatikanum und zum II. Vatikanum kein Bruch.“ Mit dem Dokument hatte der Papst den Gebrauch der Form der Liturgie, wie sie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil in Gebrauch gewesen und von Benedikt XVI. wieder erlaubt worden war, stark eingeschränkt.


Der Kurienkardinal verweist darauf, daß die kirchliche Autorität der Kirche mit „dem rigiden Pochen auf einen blinden Gehorsam, der der Vernunft des christlichen Glaubens und der Freiheit eines Christenmenschen widerspricht“, einen schlechten Dienst erweise.

Die Kritik am Stil der Amtsführung einzelner Päpste oder Bischöfe und an der fachlich-theologischen Qualität ihrer Entscheidungen und Texte stehe somit auch nicht im Widerstreit mit „der unverbrüchlichen Treue eines wahren Katholiken zum Papst und den Bischöfen“, so der Kardinal im Vorwort der deutschen Ausgabe von Tradition und lebendiges Lehramt des brasilianischen Bischofs Fernando Arêas Rifan.

Die dringendste Aufgabe des Papstes und aller Bischöfe sei es heute, „den sinnwidrigen Gegensatz und Machtkampf von sogenannten Traditionalisten und Progressisten zu überwinden und, statt Öl ins Feuer zu gießen, sich als Vermittler des Friedens und Diener der Einheit in der Kirche zu bewähren.“

 

Foto: (c) Michael Hesemann


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