Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  5. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  6. „Warum bin ich Christ“
  7. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  8. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  9. Was auch immer Synodalität sein soll
  10. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  11. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  12. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  13. Was eine Messe wiegt
  14. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  15. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'

Franziskus: EU muss mehr Solidarität bei Migration zeigen

7. Dezember 2021 in Aktuelles, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Papst bei "fliegender Pressekonferenz": "Wer Mauern baut, hat das Verständnis für die eigene Geschichte verloren" - Kritik an Laizismus-Bestrebungen in internen EU-Dokumenten - Demokratie ein "Schatz der Zivilisation"


Athen/Rom (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat die EU-Staaten erneut aufgefordert, möglichst vielen Flüchtlingen und Migranten eine sichere Einreise zu gewähren. Dazu müssten die Verantwortlichen endlich gemeinsame Lösungen finden, sagte Franziskus am Montag vor Journalisten auf dem Rückflug von Athen nach Rom. Jenen, die erneut Mauern und Stacheldrahtzäune errichteten, würde er sagen: "Stell dir vor, du wärst Migrant, und sie ließen dich nicht herein." Wer Mauern baue, habe das Verständnis für seine eigene Geschichte verloren, für die Zeit, als er Sklave eines anderen Landes war, kritisierte der Papst.

Natürlich müsse jede Regierung für ihr Land sorgen und habe ein Recht darauf, Einwanderung zu steuern und darauf zu achten, dass sich ein Land nicht übernimmt. Für Absprachen und Koordination der Verteilung von Migranten sei es wichtig, dass es die Europäische Union gebe. Doch Migranten hätten ein Recht auf Aufnahme, Begleitung, Förderung und Integration, und deshalb solle jede Regierung auch sagen: Wir können viele aufnehmen. Vor allem Integration sei wichtig, mahnte Franziskus. Dabei erinnerte er an die Terroranschläge am Brüsseler Flughafen Zaventem 2016. Die Attentäter seien zwar Belgier gewesen, aber ghettoisiert und nicht integriert.


"Es ist nicht leicht, Migranten aufzunehmen und das Problem der Migranten zu lösen, aber wenn wir das nicht tun, laufen wir Gefahr, dass unsere Zivilisation heute in Europa Schiffbruch erleidet", so der Papst. Entscheidend sei es deshalb, dass sich die Vertreter der europäischen Regierungen einigten. Zugleich äußerte sich Franziskus skeptisch zur Abschiebung oder Rückführung von Migranten in ihre Herkunftsländer. Man müsse ihnen bei der Integration in ihrer Heimat helfen, "statt sie an der libyschen Küste zu lassen", wo sie leichte Beute für Menschenschlepper würden. "So riskieren wir die Zivilisation."

Kritik an "Mode des Laizismus"

Bedenken in Richtung EU formulierte der Papst auch in Hinblick auf jüngste Bestrebungen, religiöse Feste in offiziellen Dokumenten neutral zu bezeichnen. Dabei handle es sich um eine "Mode des Laizismus", befand Franziskus. Bloß "frohes Fest" zu wünschen statt "Frohe Weihnachten", sei "ein Anachronismus". In der Geschichte habe so etwas noch nie funktioniert. Schon frühere Herrscher und Diktaturen hätten versucht, Sprachregelungen einzuführen, die gewachsene religiöse Traditionen verleugneten, antwortete Franziskus auf eine Journalistenfrage. Die EU sei wichtig, um die hohen Ideale ihrer Gründer hochzuhalten. Sie dürfe dabei nicht auf ideologische Abwege geraten. Stattdessen solle die Union Identität und Traditionen jedes Landes respektieren, sonst drohe sie zu scheitern.

Der Papst reagierte damit auf Debatten um ein kürzlich bekanntgewordenes internes Dokument der EU-Kommission, das Formulierungshinweise zum bevorstehenden Weihnachtsfest enthielt mit der Absicht, mündliche und schriftliche Sprache diskriminierungsfrei zu halten. Nach Kritik war das Dokument zunächst zurückgezogen worden. Wie der Papst erklärte, glaubt er selber nicht, dass die EU alles vereinheitlichen wolle. Jedes Land solle seine Eigenheit wahren, aber dabei offen bleiben für die anderen. "Europäische Union eben", so Franziskus.

Demokratie ein "Schatz der Zivilisation"

Die Demokratie bezeichnete der Papst als "Schatz der Zivilisation", den es zu bewahren gelte. Er sehe momentan zwei "Gefahren gegen die Demokratie", nämlich "ein Verwässern der eigenen Identität" unter dem Druck übermächtiger, übernationaler Polit-, Kultur- und Wirtschaftsmodelle, sowie zweitens auch den Populismus. "Wir müssen aufpassen, dass die Regierungen - ob von rechts oder von links - nicht auf diesen Weg des Populismus abrutschen", sagte der römische Pontifex.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Ukrainischer Bischof: Haben Russland nie um Hilfe gebeten
  3. Papst mahnt Studierende: Glaubenslehre nicht einseitig auslegen
  4. Messi: Ohne Gott wäre ich nie so weit gekommen
  5. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  6. Das Hochzeitsmahl und die Einladung Christi: das Verhältnis zwischen Gott, Christus und der Kirche
  7. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  8. Die Wintersonne der Vernunft
  9. Astrochemikerin Karin Öberg erhält Pius-XI.-Medaille von Papst Leo XIV.
  10. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  11. Präsident der Rabbinerkonferenz: Druck auf Juden in Europa steigt
  12. Wien: Über 3.000 Teilnehmende beim "Marsch fürs Leben"
  13. Frankreich: Jugendliche schänden Kirche und feiern islamistischen Rap-Song
  14. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  15. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz