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Mexiko: Heilige Pforte erinnert an die Bombe auf das Guadalupe-Heiligtum vor 100 Jahren

20. November 2021 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Das weltbekannte Marienbild überstand das Bombenattentat 1921 auf wundersame Weise - Guadalupe-Fest findet heuer nach Corona-Pause wieder statt - Kirche mahnt aber zu "verantwortungsvoller" Teilnahme


Mexiko-Stadt (kath.net/KAP) Zum 100. Jahrestag des fehlgeschlagenen Bombenattentats auf das weltbekannte Gnadenbild von Guadalupe hat die Katholische Kirche in Mexiko ein Jubeljahr ausgerufen. Kardinal Carlos Aguiar Retes eröffnete am Sonntag eine "Heilige Pforte" der Guadalupe-Basilika, mit deren Durchschreiten Gläubige bis zum 20. November 2022 einen vollkommenen Ablass gewinnen können. Zugleich gab das Marienheiligtum bekannt, dass die Wallfahrt zum Guadalupe-Tag - am 11. und 12. Dezember - nach der Corona-bedingten Pause heuer wieder stattfinden wird. Grund dafür sei das derzeit niedrige Infektionsgeschehen in Mexiko, berichtete das Kirchenportal "desdelafe.mx".

Das Jubiläumsjahr erinnert an die Geschehnisse am Vormittag des 14. Novembers 1921, als ein Mann, der Mitarbeiter des Präsidenten gewesen sein dürfte, einen in einem Blumenstrauß versteckten Sprengsatz vor dem Gnadenbild platzierte. Bei der Detonation und der Druckwelle wurden der Altar und die ihn flankierenden Marmorskulpturen beschädigt, ein 34 Kilogramm schweres Bronzekruzifix verbogen und sogar die Fundamente der alten Basilika beschädigt. Wie durch ein Wunder wies das Glas, das das Abbild der Jungfrau Maria von Guadalupe schützt, jedoch nicht einmal einen Kratzer auf. Das Attentat sollte zum Vorspiel der religiösen Verfolgung werden, die Mexiko in den Folgejahren unter der Regierung von Plutarcio Elias Calles erlebte.


Parallel zur Eröffnung der Heiligen Pforte wurde bekannt gegeben, dass das Guadalupe-Fest am 11. und 12. Dezember heuer wegen einer günstigen Infektionslage stattfinden kann. Im Vorjahr war das Großereignis, das mit zuvor mehr als zehn Millionen Teilnehmern das weltgrößte katholische Pilgertreffen ist, aus Gründen der Corona-Prävention völlig abgesagt worden. Genaue Sicherheitsbestimmungen würden noch bekanntgeben, hieß es aus dem Marienheiligtum. Klar sei jedoch schon jetzt, dass das übliche Übernachten der Pilger im Atrium des Gotteshauses und auf dem weitläufigen Platz davor nicht möglich sein wird, erklärte Kirchenrektor Salvador Martinez.

In einem über die Sozialen Netzwerke veröffentlichten Video rief Martinez die Gläubigen zudem auf, das Marienheiligtum im Verlauf des gesamten Novembers und Dezembers zu besuchen, um übergroßen Andrang am Guadalupe-Tag zu vermeiden. Alle Pilger sind eingeladen, bei ihrem Eintreffen ein Blatt Papier mit ihrem Namen und einem Foto zu hinterlassen, oder zu Hause einen Guadalupe-Altar zu errichten und ein Foto davon an das Heiligtum zu schicken.

Rückblickend lobt die Erzdiözese von Mexiko-Stadt das "Vorbild an Respekt, Solidarität und Verantwortung", das die Gläubigen im Vorjahr gegeben hätten. Den Anweisungen der Behörden, den Ort nicht aufzusuchen und den Guadalupe-Tag stattdessen in ihren Gemeinden und über digitale Plattformen zu feiern, habe es keinen Widerstand gegeben. Allerdings gelte es heuer "nicht weniger wachsam zu sein, da die Gefahr einer Pandemie noch immer latent vorhanden ist und wir für unsere Gesundheit und die unserer Nachbarn verantwortlich sind". Die Anweisungen von Staat und Kirche seien unbedingt einzuhalten.

Das Marienfest geht auf die Ereignisse zwischen dem 9. und 12. Dezember 1531 im heutigen Gebiet von Mexiko-Stadt zurück. Dem zum Christentum übergetretenen Indigenen Juan Diego Cuauhtlatoatzin, der 2002 als erster Ureinwohner Amerikas heiliggesprochen wurde, erschien damals an vier Tagen eine schwangere Frau mit Gesichtszügen einer Mestizin, die sich als Mutter Gottes bezeichnete und auf Juan Diegos Umhang ("Tilma") ihr als "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" weltberühmt gewordenes Abbild hinterließ. Der Umhang ist bis heute das Ziel der Guadalupe-Pilger, von denen viele in tage- bis wochenlangen Fußmärschen unterwegs sind. Am Fuß des Erscheinungshügels Tepeyac wurde auf Marias Bitte eine große barocke Kirche errichtet, die 1975 einem noch größeren Neubau wich. Die "Guadalupana" ist Patronin von Mexiko, Lateinamerika und ganz Amerika, der Philippinen, der indigenen Völker sowie der Ungeborenen.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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