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Rom: "Anima"-Rektor Max lehnt Impfnachweis für Gottesdienste ab

30. September 2021 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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"Kirche muss jedem offenstehen", betont der österreichische Priester und Rektor der deutschsprachigen Gemeinde in Rom - Max über weltkirchlichen synodalen Prozess: "Dialog und europäische Erfahrung ist Kern des Lebens hier"


Rom (kath.net/KAP) Der Rektor der deutschsprachigen Gemeinde Santa Maria dell'Anima in Rom, der österreichische Priester Michael Max (51), lehnt Impf- oder Testnachweise für Gottesdienste ab. "Grundsätzlich an der Kirchentür den italienischen 'Green Pass' zu kontrollieren, kann ich mir nicht vorstellen. Die Kirche muss jedem offenstehen", sagte Max im Interview der Nachrichtenagentur Kathpress (Montag) in Rom. Bei geschlossenen Gruppen wie einer Kommunion oder Hochzeit mit anschließender Feier sei der Nachweis ohnehin verpflichtend.

Max ist seit einem Jahr Rektor der "Anima" und des dortigen Priesterkollegs. Alle Studenten und das Personal seien mittlerweile geimpft, berichtete der Geistliche. "Daher erwarte ich, dass im Herbst eine gewisse Normalität zurückkehrt." Er hoffe, dass nach einem gebremsten Gemeindejahr die Arbeit im Herbst wieder in Schwung komme, sagte Max.
Rückblickend müsse man zudem sagen, dass sich in Gottesdiensten in großen Kirchen wenige angesteckt hätten. "Aber am Beginn der Krise, wenn die Regierung wie in Italien zeitweise Präsenz-Gottesdienste verbietet, muss auch die Kirche mit Blick auf die Gesundheit solidarisch sein - auch wenn es ihr für die Gottesdienste schwerfällt", so Max. - Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, hatte erst kürzlich die bestehenden Regelungen bestätigt, darunter eine Maskenpflicht sowie Abstandsregeln. Impf- oder Testnachweise für Gottesdienste seien aber auch künftig nicht vorgesehen.


"Die Anima ist per se synodal"

Im Gespräch mit Kathpress berichtete der Anima-Rektor auch von den Zielen für seine Amtszeit und seinen Erwartungen an den vom Papst initiierten weltkirchlichen Prozess zur Bischofssynode über Synodalität. "Die Anima ist per se synodal. Bei der Gründung vor 600 Jahren ging es genau um den Austausch und die Brücke zwischen dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dem Vatikan", sagte Max. "Das heißt, der Dialog und die europäische Erfahrung ist Kern des Lebens hier." Aus dieser Erfahrung heraus werde man sich auch bei der Weltsynode einbringen.

Für die Anima als Wirtschaftsbetrieb und Stiftung gehe es in der kommenden Zeit auch darum, die Einbußen der pandemiebedingten Wirtschaftskrise wieder auszugleichen, erklärte der Rektor weiter. Darüber hinaus versuche er, den europäischen Austausch mit den anderen Priesterkollegien in Rom stärken.

Michael Max ist nach Prälat Franz Wasner (1967-1981) der zweite Salzburger Priester an der Spitze der "Anima". Das Päpstliche Institut Santa Maria dell'Anima liegt unweit der zentralen römischen Piazza Navona und nimmt drei Aufgabenbereiche wahr: die Pfarr- und Pilgerseelsorge sowie die Führung des Priesterkollegs. In letzteres werden Priester aus jenen Diözesen aufgenommen, die 1806 Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren.

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