Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  6. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  7. „Warum bin ich Christ“
  8. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  9. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  10. Was auch immer Synodalität sein soll
  11. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  12. Was eine Messe wiegt
  13. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  14. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  15. Wenn dir beim Rosenkranzgebet der Zahnarzttermin einfällt

„Die Feier des Gottesdienstes ist der zentrale Auftrag der Kirche“

22. September 2021 in Deutschland, 22 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Predigt von Kardinal Marx zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Fuldaer Dom


Fulda-Bonn (kath.net/DBK) „Es ist kein Naturgesetz, dass Religion in der modernen Welt weniger wahrnehmbar wird. Diskussionen, welche Formen Religion annimmt, sind nicht vorbei. Es geht nicht darum, dass Religion aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwindet. Aber sie verläuft sich, wird in Gruppen gelebt, von manchen für die eigenen Zwecke missbraucht. Das ist das allgemeine Bild von Religion wie sie sich heute oft zeigt.“ Diese Auffassung hat heute Morgen (22. September 2021) Kardinal Reinhard Marx (München und Freising) in seiner Predigt während der Eucharistiefeier im Fuldaer Dom vertreten. Er forderte dazu auf, sich der Frage, was Religion bedeute, zu stellen: „Was wird uns von der Tagesordnung der Welt auf die Liste gesetzt? Was ist das Wesentliche der Religion für einen katholischen Christen? Was bewegt die Kirche heute, auch wenn sie manches Mal dort Zuspruch findet, wo sie es nicht erwartet?“

Kardinal Marx erinnerte an den Religionsphilosophen Jürgen Habermas, der in einem seiner jüngsten Bücher darüber nachgedacht habe, was Religion und Metaphysik bedeuten. Am Ende des Werkes komme er zu dem Schluss, dass Religion ein vernünftiger Gottesdienst sei: „Solange mitten in der modernen Welt Gottesdienst gefeiert wird, solange also gebetet wird, bleibt das ein Stachel im Fleisch der Moderne, das ist die These von Jürgen Habermas“, so Kardinal Marx. Er fügte hinzu: „Aber es muss auch ein Gottesdienst sein, der anschlussfähig ist, sinnvoll, bedeutsam, der etwas zu sagen hat für alle.“


Mit Blick auf die Schriften des Alten Testamentes erinnerte Kardinal Marx an die Konzentration des jüdischen Glaubens in der Zeit der Bedrängnis auf den Kult. Der Tempelkult sei der zentrale Punkt für eine Neuidentität, ja eine Neusammlung des Volkes Israel geworden: „Da ist etwas Wahres dran. Nicht die politische Bedeutung, nicht einmal die ethische Dimension sind die entscheidenden Punkte, da gibt es viele Vergleichbarkeiten in den Religionen. Aber die Frage, ob es Gott gibt und ich ihm wirklich begegnen kann, ob der Himmel sich öffnet, ob wir etwas feiern, was wir uns nicht gegenseitig schenken können, das kann nur im Gottesdienst geschehen“, so Kardinal Marx. „Der Gottesdienst ist das Zentrum des Religiösen. Und wie es Jürgen Habermas sagt: Eine Religion ohne Kult hat keinen Sinn.“

Kardinal Marx warnte in seiner Predigt vor Äußerlichkeiten des Gottesdienstes. „Es ist eine Gefährdung, den Kult, den Gottesdienst einfach als etwas zu betrachten, das uns herauslöst, uns zu etwas Besonderem macht. Der Gottesdienst, den die Kirche feiert, ist ein Gottesdienst des Reiches Gottes. Die Sakramentalität steht im Zentrum des katholischen Lebens. Wenn wir das vernachlässigen, werden wir den Weg nicht in die Zukunft gehen können. Das Reich Gottes geschieht, es ist sichtbar, wenn wir miteinander Eucharistie feiern. Die Sakramente erstrecken sich auf das ganze Leben. Sie sind keine Flucht vor der Realität des Lebens, sondern sie sind Bestandteil unserer Existenz.“

Kardinal Joseph Ratzinger habe einmal festgehalten, dass das Geschick der Kirche an der Liturgie hänge. Das hätte mancher missverstehen wollen. Aber es sei, so Kardinal Marx, genau der Dreh- und Angelpunkt: „Die Feier des Gottesdienstes ist der zentrale Auftrag der Kirche. Wenn wir einen Gottesdienst feiern, wo sich der Himmel und die Herzen öffnen, wo die Seelen geheilt werden, dann bleibt das in der modernen Gegenwart ein Stachel im Fleisch der Welt, die meint schon alles erledigt zu haben und alles zu können.“ Kardinal Marx fügte hinzu: „Dann werden die Fragen, wer ist zugelassen, was ziehen wir an, wer steht den Feiern vor, nicht mehr so wichtig sein wie wir meinen. Unser Grundauftrag ist es, den Gottesdienst so kraftvoll zu feiern, damit etwas deutlich wird von dem, was Jesus das Reich Gottes nennt.“

Archivfoto Kardinal Marx (c) Erzbistum München und Freising


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. US-Demokraten planen Abtreibung bis zur Geburt bei Wahlsieg im November
  3. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  4. Arabische Jugendliche störten Abendmesse mit „Allahu Akbar“-Rufen in Wien
  5. Ukrainischer Bischof: Haben Russland nie um Hilfe gebeten
  6. Papst mahnt Studierende: Glaubenslehre nicht einseitig auslegen
  7. Messi: Ohne Gott wäre ich nie so weit gekommen
  8. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  9. Das Hochzeitsmahl und die Einladung Christi: das Verhältnis zwischen Gott, Christus und der Kirche
  10. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  11. Die Wintersonne der Vernunft
  12. Astrochemikerin Karin Öberg erhält Pius-XI.-Medaille von Papst Leo XIV.
  13. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  14. Präsident der Rabbinerkonferenz: Druck auf Juden in Europa steigt
  15. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz