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"Für einen Großteil kirchenamtlicher Texte in Deutschland trifft in der Tat das Wort Amtskirche zu!"

26. Juli 2021 in Aktuelles, 12 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. übt scharfe Kritik an kirchlichen Amtsträgern in Deutschland: "So lange bei kirchenamtlichen Texten nur das Amt, aber nicht das Herz und der Geist sprechen, so lange wird der Auszug aus der Welt des Glaubens anhalten"


Rom (kath.net)

Benedikt XVI. hat in in einem Interview mit der Herder-Korrespondenz scharfe Kritik an kirchlichen Amtsträgern in Deutschland geübt. "So lange bei kirchenamtlichen Texten nur das Amt, aber nicht das Herz und der Geist sprechen, so lange wird der Auszug aus der Welt des Glaubens anhalten". Er erwarte "ein wirkliches persönliches Glaubenszeugnis von den Sprechern der Kirche".  "In den kirchlichen Einrichtungen - Krankenhäusern, Schulen, Caritas - wirken viele Personen an entscheidenden Stellen mit, die den inneren Auftrag der Kirche nicht mittragen und damit das Zeugnis dieser Einrichtung vielfach verdunkeln." Benedikt schreibt dann, dass amtliche Texte der Kirche in Deutschland weitgehend von Leuten geschrieben werden, für die der Glaube nur amtlich sei. "In diesem Sinn muss ich zugeben, dass für einen Großteil kirchenamtlicher Texte in Deutschland in der Tat das Wort Amtskirche zutrifft."


Etwas auf Distanz geht Benedikt XVI. anschließend zur Wortwahl bei seiner berühmten "Freiburger Rede".Ob das Wort 'Entweltlichung', das aus dem von Heidegger gebildeten Wortschatz stammt, in Freiburg als abschließendes Stichwort von mir klug gewählt war, weiß ich nicht", so er emeritierte Papst."Das Wort Entweltlichung deutet den negativen Teil der Bewegung an, um die es mir geht, nämlich das Heraustreten aus der Rede und den Sachzwängen einer Zeit ins Freie des Glaubens", sagte er. Das Positive dieser von ihm geforderten Bewegung sei aber damit "nicht genügend ausgedrückt". Im  Interview mit der Herder-Korrespondenz betonte Benedikt XVI. abschließend, dass zur Kirche nicht darum gehen, Gutes und Schlechtes voneinander zu trennen, wohl aber darum, Gläubige und Ungläubige voneinander zu scheiden.

 


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