Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  8. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  9. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  14. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  15. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“

Tück: Das nur Männern vorbehaltene Priestertum ist angemessen

12. Jänner 2021 in Weltkirche, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Ordinarius für Systematische Theologie in "Herder Korrespondenz": Die im Vorjahr von kirchlichen Repräsentanten vorgebrachte These, Gottes Wort sei Mensch, aber nicht Mann geworden, vernachlässigt Zusammenhänge zwischen Altem und Neuem Bund


Freiburg/Wien (kath.net/KAP) Der Vorstand des Instituts für Systematische Theologie und Ethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Prof. Jan-Heiner Tück, hat sich in der "Herder Korrespondenz" (Jänner-Ausgabe) der Meinung der Päpste - zuletzt etwa Franziskus in seinem Amazonassynoden-Dokument - angeschlossen, wonach das lehramtliche Nein zum Frauenpriestertum in der katholischen Kirche aus guten Gründen erfolgt sei. Tück zeigt dennoch großes Verständnis für Gegenargumente, wie sie etwa beim deutschen Synodalen Weg, der 2021 fortgesetzt werden soll, oft vorgebracht werden. Er räumt ein, dass vieles, was von der Kirche als Naturordnung argumentiert wurde, sich später als kulturelle Setzung entpuppt habe.  

Bei der Diskussion um das Frauenpriestertums aber spreche einiges dagegen, für das Nein des Lehramts nur kulturelle Gründe verantwortlich zu machen. Vor allem müsse man sich vor Augen halten, "dass sich die Inkarnation des Logos Gottes konkret im Mann und Juden Jesus von Nazareth ereignet hat". Diese realen Gegebenheiten sollten nicht relativiert werden. Denn "mit der Relativierung des Mannseins wird zugleich das Judesein Jesu marginalisiert, das in der Christologie nach der Shoah eine neue Würdigung gefunden hat".


Zwar bestehe für Christen die Bundeszugehörigkeit zu Israel infolge der seit dem 1. Jahrhundert stattfindenden Heidenmission nicht mehr, und ein Priester müsse deshalb nicht Jude sein, doch sei das nur Männern vorbehaltene Priestertum weiterhin angemessen. Denn durch dieses erfolge - in der Messfeier sichtbar - die sakramentale Repräsentation des "Bräutigams", als der Christus schon in der frühen Kirche, auf alttestamentliche Inhalte aufbauend, gedeutet wird.

Die im Vorjahr von kirchlichen Repräsentanten vorgebrachte These, Gottes Wort sei Mensch, aber nicht Mann geworden, vernachlässige somit die heilsökonomischen Zusammenhänge zwischen Altem und Neuem Bund, so Tück: "Sie steht in Gefahr, die Inkarnation auf ein abstraktes Prinzip zurückzunehmen, als spiele die geschlechtliche Identität des Erlösers überhaupt keine Rolle."  

Wenig Verständnis in Kirchen des "Südens"

Die Einführung der Frauenweihe sei zudem mit Blick auf die Kirchen des Ostens "mit ökumenischen Problemen belastet" und besäße "nicht geringes schismatisches Potenzial in der katholischen Kirche selbst", argumentiert Tück. Universalkirchlich gesehen gebe es "eine Gleichzeitigkeit ungleichzeitiger Mentalitäten sowie eine "höchst unterschiedliche Vitalität des Glaubens".  

Der Theologe verweist auf die Länder des globalen Südens. Die aufblühenden Kirchen in Afrika und Asien hätten für die Forderung nach Frauenordination wenig Verständnis und würden sie eventuell als "westlichen Kulturimperialismus" zurückweisen. Allerdings steckten hinter dieser Ablehnung oft nicht nur theologische Gründe, sondern auch gesellschaftliche Formen von Patriarchalismus und Misogynie; "das sollte nicht verharmlost werden".

Die Debatte über die Priesterweihe von Frauen sei "letztlich ein Konflikt zweier Denkformen", resümiert Tück: Der "Logik funktionaler Gleichstellung" stelle der Theologie die "Logik sakramentaler Repräsentation" gegenüber, die "für das Selbstverständnis der katholischen Kirche leitend" sei. In einer Gesellschaft, in der funktionale Denkweisen vorherrschten und die Gleichberechtigung von Frauen in allen Lebensbereichen "zurecht angezielt" werde, sei das "zweifelsohne schwer vermittelbar". Doch das könnte für katholische Theologie ein Anstoß sein, das "weithin geschwächte Sensorium für sakramentales Denken" neu zu stärken, betont Tück.

Statt sich immer wieder an der Frauenordination abzuarbeiten, plädiert er für Einsatz auf bisher noch nicht genutzten Feldern, was aussichtsreicher wäre.  Frauen sollten alle Spielräume in der katholischen Kirche eröffnet werden, in denen sie ihr "vielfältiges und unverzichtbares" Charisma "viel entschiedener als bisher" einbringen können.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten

Foto: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier
  3. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  4. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  5. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  6. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  7. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  8. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"
  9. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  10. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus
  11. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles
  12. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  13. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht
  14. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  15. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz