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Berg-Karabach: Kirchen fordern Neuverhandlung des Waffenstillstands

15. November 2020 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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100 armenische Organisationen aus ganz Europa neuerliche Verhandlungen - Aktueller Waffenstillstand "nicht nur für die armenische Bevölkerung von Berg-Karabach, sondern auch für Armenien gefährlich".


Wien (kath.net/ KAP)

Rund 100 armenische kulturelle, politische und religiöse Organisationen aus ganz Europa fordern in einem gemeinsamen Schreiben am Samstag die Neuverhandlung der Waffenstillstand-Vereinbarung in der umkämpften Region Berg-Karabach (Artsach). In dem offenen Brief appelliert u.a. die Armenisch-Apostolische Kirchengemeinde Österreich, dass die Co-Vorsitzenden der OSZE Minsk Gruppe - bestehend aus Frankreich, Russland und den USA - gemeinsam an einem neuen Waffenstillstand arbeiten sollen. Armenische Truppen sollten in der Verhandlungszeit in der Region Artsach bleiben können, um die Sicherheit der armenischen Bevölkerung zu gewährleisten, so der Vorschlag.

Kern des aktuell gültigen Waffenstillstands ist der Einsatz von rund 2.000 russischen Friedenssoldaten in Berg-Karabach, die die Einhaltung der Waffenruhe überwachen sollen. Diese Vereinbarung sei "nicht nur für die armenische Bevölkerung von Berg-Karabach, sondern auch für Armenien gefährlich", heißt es in dem Schreiben der armenischen Organisationen, NGOs oder Kirchengemeinden aus fast allen EU-Staaten sowie aus Großbritannien, der Schweiz und Norwegen.


Laut der aktuellen Vereinbarung müssen armenische Truppen aus Berg-Karabach circa 70 Prozent des Gebietes abgeben, darunter auch die Verbindung zur Republik Armenien. Lediglich ein Korridor verbindet Armenien und Berg-Karabach, den die russischen Truppen für fünf Jahre überwachen werden. Für die armenischen Organisationen sei jedoch noch unklar, ob die armenische Bevölkerung in ihre Häuser zurückkehren könne. Aktuell verließen viele ihre Häuser und ihre Gebiete. Über 100.000 Menschen sollen derzeit auf der Flucht sein. Unklar sei zudem, was mit armenischen Kulturgütern passieren werde, heißt es.

Kritik üben die armenischen Organisationen auch daran, dass mit dem aktuell geltenden Waffenstillstand weder die Sicherheit der armenischen Bevölkerung gewährleistet sei, "noch ist ein echter Frieden möglich". Nur eine Neuverhandlung der OSZE Co-Vorsitzenden und mit französischer Beteiligung könne garantieren, dass der Waffenstillstand gerecht ist, so das Schreiben.

Das Schreiben kritisiert auch, dass das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung in der umkämpften Region Berg-Karabach in der jetzigen Waffenruhe nicht angemessen berücksichtigt werde. Dies verstoße "gegen ihre Menschenrechte und lässt viel Raum für eine erneute aserbaidschanische Aggression", mahnen die armenischen Organisationen. Zudem würden sich die armenischen Binnenvertriebenen "inmitten einer globalen Pandemie einer humanitären Krise" befinden.

In Berg-Karabach, einer Enklave in Aserbaidschan, leben überwiegend christliche Armenier. Völkerrechtlich gehört die Region im Südkaukasus zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, von dem es sich aber 1991 losgesagt hatte. International ist das nicht anerkannt.

Am Freitag haben auch Österreichs Bischöfe auf einen dauerhaften Frieden im Südkaukasus in der umkämpften Region Berg-Karabach gedrängt. In einer veröffentlichten Erklärung zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz rufen sie zum einen zur verstärkten Hilfe für die Kriegsopfer und Flüchtlinge auf. Zum anderen hoffen die Bischöfe sehr, dass der nun ausgehandelte Waffenstillstand hält und verweisen in der Erklärung u. a. auch auf die Rolle der OSZE für den Frieden in der Region.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 SCV 16. November 2020 
 

Nächstes Kapitel in der Tragödie von Armenien

Die Niederlage von Armenien gegen die vereinten Kräfte der Türkei und von Aserbaidschan ist eine weitere Tragödie des armenischen Volkes und das ziemlich genau 100 Jahre nach dem Völkermord in der Türkei.

Warum hat Russland bis zur Niederlage gewartet, bis Friedenstruppen geschickt wurden?? Was hat die EU gemacht?? Von der ehemaligen Weltmacht USA war eh nichts zu erwarten.


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