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"Tun wir so als wäre da nichts"

19. Oktober 2020 in Kommentar, 28 Lesermeinungen
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Da stellt sich der Regens eines Bistums in die Kapelle des Priesterhauses und predigt die Revolution, für alles mögliche außer für ein katholisches Bekenntnis und die Hirten schweigen - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Eine Predigt geht viral. Wow! Gratulation an den Prediger, der es geschafft hat, ohne jegliche Unterstützung klassischer Medien und ohne Werbeetat seinen Weg auf die Smartphones und PC-Bildschirme der Nutzer gefunden hat. Davon träumt so manch ein Bischof, der sich regelmäßig montags die Haare rauft, warum denn seine weltbewegende Predigt, an der Referenten und Sekretäre wochenlang gefeilt haben, nicht die Weltpresse stürmt.

Da stellt sich der Regens eines Bistums in die Kapelle des Priesterhauses und predigt die Revolution. Na, schönen Dank auch! Für Frauenordination, für Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften - für alles möglich außer für ein katholisches Bekenntnis. Wer die Predigt hört, kommt durchaus zu der Erkenntnis, dass der Mann hinter seinen Worten steht. Das ist einerseits gut und richtig, denn wer so schwafelt, dass sowohl der Schwafelhans als auch das Geschwafel austauschbar sind, wird sicher keine Zuhörer gewinnen. Doch halt: Hier predigt der Leiter der Priesterausbildung eines Bistums exakt gegen das, wozu er seine Schutzbefohlenen ausbilden beauftragt ist.


Die Weihe von Frauen zu Priestern ist in der katholischen Kirche ebenso unmöglich, wie auch Irritationen über das Wesen der Ehe zu vermeiden sind. Da ist nun einmal in einer Gesellschaft, die die Ehe und die Familie (immerhin der Kern und die Keimzelle jeder gesunden Gesellschaft) dekonstruiert, ein klares und unmissverständliches Zeugnis nötig. Das hat nichts mit Hass auf oder verächtlich machen von eben jenen zu tun, die aus welchem Grund die Regeln der Kirche in ihrem Leben nicht in ihre Lebensrealität umsetzen können. (Wer kann das schon?)

Mit den Thesen des Regens mag sich auseinandersetzen, wer sich dazu berufen fühlt, im Grunde ist zu all diesen Themen bereits alles gesagt. Nur die entscheidenden Personen fehlen: Die Hirten der Kirche. Die schweigen alle, tun vielleicht professionell betroffen und machen gemäß dem Rat ihrer Zuarbeiter einfach weiter, wie gehabt.

Die Predigt des Limburger Regens ist ein Medienphänomen. Man kann daraus erkennen, dass jemand, der etwas sagt, was er a) selber wirklich und aus voller Überzeugung glaubt und b) dies so tut, dass es jeder kapiert, dass dem so ist, dann bekommt man Aufmerksamkeit.

Warum gehen Bischofspredigten nicht viral? Weil sie entweder nicht mitgefilmt werden oder schrecklich langweilen, meistens beides. Sind Bischofspredigten deshalb schlecht? Definitiv nicht. Die allermeisten sind sogar theologisch, geistlich, pastoral völlig in Ordnung. Aber sie ecken nicht an, sie provozieren nicht, sie reizen nicht. Man nickt zustimmend oder schüttelt den Kopf und findet das ja ganz nett. Oft ist es sogar so, dass man den Eindruck gewinnt, dieser oder jener Bischof hat wirklich die ernste Absicht, den Glauben seiner Zuhörer zu stärken.

Was passiert nicht? Diese Gesellschaft ist inzwischen so weit vom Glauben der Kirche entfernt, dass man den Menschen die einfachsten Dinge erklären muss. Selbst denen, die zur Zeit noch in den Kirchen sitzen, es sind wenige, selbst diesen wenigen muss man oft genug erklären, warum Frauen keine Priester werden können und gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten können. Tut das einer? Nö. Wir machen „synodalen Weg“.

Statt dieser sauteuren Veranstaltungen, von denen am Ende nichts als Verwirrung, Enttäuschung, Spaltung und Verärgerung zu erwarten ist, wäre eine mitreißende missionarische Initiative mal eine richtig gute Idee. Man müsste sich dann nicht über die Revolutionspredigt eines Limburger Priesters ärgern, man könnte sich darauf verlassen, dass ihm eine bischöfliche Antwort gegeben wird. Was müssen jetzt junge Priesteramtskandidaten in Limburg denken, da die Irrtümer, die ihr Regens verbreitet von ihrem Bischof, dem sie später Gehorsam geloben sollen, unwidersprochen und unkommentiert im Raum stehen bleiben. Mit Gandalf dem Grauen, der seine Freunde vor dem Balrog schützen will, mag man ihnen mit letztem Atem zurufen: „Flieht, Ihr Narren!“ Wie soll man in so einem Umfeld Priester sein?

Würden Bischöfe mit klaren Worten ohne Abstriche, mit dem gleichen Grad an Überzeugung und Überzeugtheit die ewigen Glaubenswahrheiten verkündigen, wie es der Limburger Regens mit seinen Irrtümern tut, auch Predigten von Bischöfen gingen zuweilen viral. Aber will man das? Tut man doch lieber so, als wäre da nichts.


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