Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  3. Besser keine Laienpredigt
  4. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  5. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  6. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  7. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  8. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  9. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  10. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  11. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  12. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  13. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  14. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  15. Gericht: HateAid Geschäftsführerinnen dürfen als ‚linkswoke Faschistende‘ bezeichnet werden

Wieso Europa christliche Werte braucht

5. Mai 2020 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wer kann Europa aus dieser Krise führen? Es benötigt begeisterte Christen, die ihre Begeisterung als Erneuerung in die Politik bringen. Gastkommentar von Jan Ledóchowski


Wien (kath.net)
So vieles scheint uns zu entgleiten: Unser Kontinent, unser Land, unsere Kultur, unsere Religion, unsere Identität. Millionenfach halten uns außereuropäische Migranten den Spiegel vor und zwingen uns zu unangenehmen Fragen: Wer sind wir? Wofür stehen wir? Woran glauben wir? Gibt es eine europäische, eine österreichische Kultur? Wer gibt ihren Rahmen vor? Was passiert, wenn dieser Rahmen überschritten oder gar gesprengt wird? Darf das geschehen? Darf uns das stören? Wir wissen vielleicht, was wir an unserem Land lieben: Die Bräuche, die Musik, die Geselligkeit oder die Freiheit, den Wohlstand, die Rechtssicherheit. Aber wissen wir, über unsere subjektive Neigung hinaus, wirklich, worin der innere Wert unserer Kultur liegt und woraus diese erwachsen ist? Und während so viele von uns vergeblich damit ringen, in einer postmodernen Zeit zu erklären, warum der Mensch etwas Besonderes ist und was ihn an Würde und Rechten vom Tier unterscheidet, schwindet eine grundlegende „Wahrheit“ nach der anderen. Mann und Frau – gibt es nicht. Die Ehe – ein überholtes Relikt. Redefreiheit – nur solange sie politisch korrekt ist.

Mutterschaft – Versklavung der Frau. Externe Kinderbetreuung – je früher desto besser. Grassierende Kinderlosigkeit – gut für das Klima. Abtreibung – ein Menschenrecht. Freiheit – wird der Gleichheit geopfert. Europäische Werte – Gender und Diversity. Wie konnte es so weit kommen?


Der britische Publizist Douglas Murray gibt in “Strange Death of Europe” eine Antwort auf diese Frage und beschreibt sehr eindringlich, wie die politische Elite Europas und ein großer Teil der Bevölkerung ihre Religion verloren haben und das Wesen der europäischen Zivilisation und der freien Gesellschaft dadurch gefährdet wird. Europa hat ein Experiment gestartet und behauptet, eine sich selbst erhaltende Struktur an Rechten und Institutionen geschaffen zu haben, die ohne Quelle existieren können.

Die hohle Sprache der Menschenrechte ist an die Stelle des Wortes Gottes getreten und die Frage bleibt unbeantwortet, ob erkämpfte Rechte und Freiheiten Bestand haben können in einem Kontinent, der seine Wurzeln verloren hat oder diese leugnet.

„Während die europäische Identität in der Vergangenheit auf sehr spezifischen, um nicht zu sagen, philosophisch und geschichtlich tief fundierten Werten (der Herrschaft des Rechts, einer Ethik, die aus der Geschichte des Kontinents und der Philosophie herauskristallisiert wurde) beruhte, bestehen heute Ethik und Glaube – das heißt die Identität und die Ideologie Europas – aus »Respekt«, »Toleranz« und (die höchste Stufe von Selbstverleugnung) »Diversität«.

Solch flache Selbstdefinitionen können zwar noch ein paar Jahre halten. Aber sie sind nicht imstande, die tiefe Loyalität hervorzubringen, die eine Gesellschaft braucht, um für eine lange Zeit zu überleben.
[…]

Die Sinnsuche ist keineswegs neu. Neu ist, dass sich fast nichts in der modernen europäischen Kultur als Antwort anbietet. Nichts ist da, was sagen würde: »Hier ist ein gedankliches, kulturelles, philosophisches und religiöses Erbe, das die Menschen über Jahrtausende genährt hat und auch für dich erfüllend sein könnte.«

Schlimmstenfalls bekommt man nur das Bekenntnis des Nihilisten zu hören: »Deine Existenz ist bedeutungslos in einem bedeutungslosen Universum.« Wer an dieses Bekenntnis glaubt, ist nicht imstande, irgendetwas zu erreichen. Gesellschaften, die dem zustimmen, verspüren ebenso wenig die Verpflichtung, irgendetwas zu erreichen. Während es verständlich ist, dass manche Individuen nihilistisch eingestellt sind, als ein gesellschaftliches Bekenntnis ist der Nihilismus fatal.“

Ohne Rückgriff auf die unsterbliche Seele und einen Schöpfergott, ist es für Liberale geradezu beschämend schwierig zu erklären, was eigentlich so außergewöhnlich an Vertretern der Gattung Homo Sapiens ist, schreibt der israelische Schriftsteller und Historiker Yuval Noah Harari in seinem Buch „Sapiens“. Obwohl Harari und Murray Atheisten sind, kommen sie zu einem ähnlichen Schluss: Wenn wir unsere Religion verlieren, dann ist das für Murray der Selbstmord Europas und für Harari sogar das Ende des Homo Sapiens.

Wer kann Europa aus dieser Krise führen? Und insofern auch die Politik ihren Beitrag dazu leisten muss, von wem können wir eine Antwort auf diese Sehnsucht nach Sinn, Ursprung und Ziel Europas erwarten? Von Humanisten, Sozialisten, Nationalisten, Postmodernisten oder gar Islamisten? Es können nur Männer und Frauen sein, die nicht die großartigen Errungenschaften unseres Kontinents verwerfen, sondern tief verwurzelt im christlichen Wertegefüge Europas stehen. Es benötigt begeisterte Christen, die ihre Begeisterung als Erneuerung in die Politik bringen.

www.ledochowski.at




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Europa

  1. EU-Bischöfe zu „My Voice, My Choice“: „Eine Entscheidung, die ernsthafte Bedenken aufwirft“
  2. Bischofskonferenzen Europas beten in der Fastenzeit für Frieden
  3. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  4. Menschenrecht auf Abtreibung?
  5. CDL: „EU-Parlament entscheidet ein weiteres Mal gegen das Recht auf Leben“
  6. Katholische Bischöfe zeigen sich besorgt vor Abtreibungs-Abstimmungen des EU-Parlaments
  7. Papst fordert Schutz des religiösen Erbes Europas
  8. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  9. Kardinal Filoni: "Europa braucht Re-Evangelisierung"
  10. P. Wallner: Weltmission Schlüssel für Aufbruch der Kirche in Europa







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  5. Besser keine Laienpredigt
  6. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  7. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  8. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  9. Blutiger Palmsonntag in Nigeria: Dschihadisten massakrieren über 40 Christen in Jos
  10. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  11. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  12. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  13. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  14. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  15. 'Für jeden Unsinn ein Bischof' - Scharfe Kritik an Erzbischof Heße

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz