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Gemischte Bilanz zu Vatikan-Initiative gegen Missbrauch

19. Februar 2020 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Internationale Opfervertreter bei Pressegespräch in Rom: Papst und Kirche hätten einerseits "sehr viel erreicht, indem sie das Thema zum weltweiten Gespräch gemacht haben", andererseits gebe es etliche offene Frage


Rom (kath.net/KAP) Ein Jahr nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan ziehen Opfervertreter eine gemischte Bilanz. Einerseits hätten der Papst und seine Organisatoren "sehr viel erreicht, indem sie das Thema zum weltweiten Gespräch gemacht haben", sagte Anne Barret Doyle von der US-Organisation BishopAccountability.org am Montag in Rom. Auch neue Gesetze wie "Vos estis lux mundi", das die Verfahren bei Verdacht auf Missbrauch regelt, ebenso wie die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses seien wichtige Schritte. Andererseits gebe es etliche offene Fragen; zudem sei in vielen Ländern bisher wenig geschehen.

"Wie werden die neuen Regeln durchgesetzt? Welche Folgen habe Verstöße? Was geschieht, wenn es keine staatliche Mitteilungspflicht gibt?", kritisierte Phil Saviano an dem im Mai verfügten Erlass des Papstes. Saviano hatte sich als einer der ersten von Missbrauch Betroffenen öffentlich zu Wort gemeldet, was mit zu den Berichten des "Boston Globe" 2002 führte.


Zu oft bräuchten Bischöfe noch den kombinierten Druck von Opferverbänden und Medien, kritisierte Matthias Katsch vom "Eckigen Tisch" in Deutschland. "Was die Bischöfe dazu bringt, etwas zu tun, sind schlechte Schlagzeilen, nicht die Verbrechen des Missbrauchs", so Doyle.

In ihrer Bilanz für einige Länder mit großer katholischer Bevölkerung zogen die Vertreter ebenfalls eine gemischte Bilanz. Zwar gebe es hier und dort endlich weitere Maßnahmen. Allzu oft aber geschehe wenig und das zu langsam oder gar nichts.

In einigen Ländern bereiteten zudem die Konkordate zwischen Vatikan und dem Staat Probleme. In Spanien und Italien etwa verhinderten diese Übereinkommen noch immer einen angemessenen Zugriff staatlicher Behörden auf kirchliche Akten. Deswegen würden sich Opferverbände auch an UN-Organisationen wenden. Aktuell geschehe dies in Genf, wo Opfervertreter Fälle von langjährigem Missbrauch in zwei von einem Orden geführten Heimen in Italien und Argentinien vortrügen, so Katsch.

Die vielen, teils auch kleinen Ordensgemeinschaften stellen nach Aussage von Katsch ein weiteres Problem dar. Während vielerorts Diözesen inzwischen handelten, unternähmen etliche dieser Gemeinschaften viel zu wenig. Zudem würden sie lediglich von der relativ kleinen Ordenskongregation im Vatikan kontrolliert. "Was umgekehrt heißt: Viele Orden machen noch, was sie wollen", kritisierte Katsch.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Hadrianus Antonius 19. Februar 2020 
 

Nicht interessiert und sehr inert

Der Mißbrauch im kirchlichen Rahmen wurde im Vatikan schon ab 1995 energisch angegangen, und wohl von Joseph Card. Ratzinger.
Es wurde enorm viel sabotiert und renitent agiert, nicht zuletzt von dem Modernistenclan unter Martini und Danneels ("Papst HJohannes XXIV" in spe).
Die Hirten der modernen Kirche haben sich da nicht mit Ruhm bekleckert.
Der jetzige Oberkommandeur hat diesbezüglich schwere Führungs- und Aktionsdefizite gezeigt.
Die Reisen nach Chile und Irland illustrierten das eklatant.
Und die jetzige Camarilla im domus Sta Marta ist mehr dann oberflächlich involviert.
Was man noch immer nicht sagt: das Problem der Pädophilie in der Kirche ist ein Problem von Ephebophilie, und sehr eng mit Homophilie verknüpft.
K. Jorge Bergoglio bleibt da in seinem Büchlein "Sobre la tierra..." sehr sehr undeutlich und vage und auch nicht festgelegt :-(


2
 
 Stefan Fleischer 19. Februar 2020 

Nur so nebenbei

In unserer Zeitung ist heute eine kleine Notiz zum Missbauchsskandal bei den Boy Scouts of America (BSA) zu lesen. Zwischen 1944 und 2016 haben sich - gemäss den vorliegenden Zahlen - 7'800 Pfadfinderführer an 12'000 Opfer vergangen. Der Verband hat Insolvenz angemeldet um alle Opfer entschädigen zu können. Das entschuldigt natürlich die Fehler unserer Kirche nicht, aber auch nicht die einseitige Berichterstattung unserer Medien.


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