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Barbarin sieht für sich keine Zukunft als Erzbischof von Lyon

12. Februar 2020 in Weltkirche, 8 Lesermeinungen
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Vom Vorwurf der Missbrauchsvertuschung freigesprochener Kardinal denkt an Tätigkeit als Wallfahrtsseelsorger oder als Priester in Madagaskar - Es gab Fehler und "Medien-Tsunami"


Paris (kath.net/KAP) Der jüngst vom Vorwurf der Missbrauchsvertuschung freigesprochene französische Kardinal Philippe Barbarin kann sich keine weitere Zukunft an der Spitze der Erzdiözese Lyon vorstellen. Das geht aus einem Interview des seit 2002 als Erzbischof von Lyon amtierenden 69-jährigen Kardinals im aktuellen Wochenmagazin "Le Point" hervor. Die Entscheidung liege beim Papst, betonte Barbarin. Er sehe sich als Wallfahrtspriester, als Prediger bei geistlichen Exerzitien oder als Seelsorger in Madagaskar, wo er schon in den 1990er Jahren als Priester arbeitete. Schon unmittelbar nach dem Freispruch durch ein Berufungsgericht am 30. Jänner hatte Barbarin erklärt, er wolle sein Amt als Erzbischof erneut in die Hände des Papstes legen, um ein neues Kapitel für die Kirche von Lyon aufzuschlagen.


Der Kardinal war zunächst im März 2019 wegen Nichtanzeige von sexuellem Missbrauch in erster Instanz schuldig gesprochen und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Vorwurf lautete, er habe Fälle sexuellen Missbrauchs durch den Ex-Priester Bernard Preynat nicht bei den staatlichen Behörden angezeigt. Barbarin nahm sich in der Folge eine Auszeit; die Leitung der Erzdiözese Lyon übertrug der Papst mit Blick auf das laufenden Berufungsverfahren im Juni übergangsweise dem früheren Bischof von Evry-Corbeille-Essonnes, Michel Dubost.

Im "Le Point"-Interview bekräftigte Barbarin nun, er habe "niemals gewollt oder daran gedacht irgendetwas zu vertuschen". Das habe ihm jetzt auch das Berufungsgericht bestätigt. "Diese Angelegenheit wird mir jetzt trotzdem immer anhängen", hielt er gleichzeitig fest. "Ich werde immer derjenige sein, der schreckliche Taten nicht angezeigt hat", sagte Barbarin. "Aber die Justiz hat bestätigt, dass ich in dieser Hinsicht nicht schuldig bin."

Dem Missbrauchstäter Preynat gegenüber habe er es "an Mut und Entschlossenheit fehlen lassen", so der Kardinal. "Ich habe immer - fälschlich - gedacht, dass hätten meine Vorgänger alles schon gelöst." Barbarin klagt sich im Nachhinein aber auch an, dass ihm das Ausmaß der Missbrauchsfälle in der Erzdiözese zu spät klar geworden sei. "Es ist mir erst gegen Ende 2014 brutal bewusst geworden, was diese Taten konkret bedeuteten - das Leiden der Opfer."
Freimütig räumte der Kardinal im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Fehler bei der Amtsausübung" ein, spricht aber auch von einem "Medien-Tsunami", den er in den vergangenen vier Jahren erlebt habe. Immerhin hätten die "Angriffe" auf ihn aber "auch zu etwas Positivem geführt", nämlich zu einem "allgemeinen Aufwachen" in Sachen Missbrauch.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Hadrianus Antonius 12. Februar 2020 
 

Harakiri am 11.02.2020

@Diasporakatholik:
Es kommt doch überhaupt nicht darauf an, ob "ich Kard. Barbarin möge".
In der 1. Instanz hat der Richter nach seiner Interpretation geurteilt- er war auch nicht verpflichtet, den Vorschläge des Prokureurs zu folgen.
Insoweit lag kein "Irrtum" vor.
Vor wenigen Tagen ist der kriminelle Priester Preynat verurteilt worden- fallengelassen wie eine heiße Kartoffel.
Und jetzt kommt die Preynat-beschützende Truppe im Erzbistum Lyon in die Feuerlinie, zusammenNuntius (jetzt im Asyl im Vatikan).
Die Opfer gehen inzwischen in Cassation.
Die Stimmung in der postconcilären Kirche in Frankreich liegt bei null Grad Kelvin (0 °K).
Am Schlimmsten ist jedoch die knapp dreiminutige Wortmeldung v. Barbarin gesern 11.02.2020 (Diocèse Lyon).
Original hier:
https://www.youtube.com/watch?v=DW-YirBS9eg
Unmöglich.
Quos deus perdere vult, prius dementat.
Barbarin wurde übrigens "freigesprochen" (relaxé); nicht unschuldig, sondern: eine Schuld war (noch) nicht nachzuweisen.
Fortsetzung folgt


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 Diasporakatholik 12. Februar 2020 
 

@Hadrianus Antonius

Nun, ich habe deshalb von einem [erstinstanzlichen] Justizirrtum gesprochen - ich hätte auch "Justizskandal" schreiben können -, weil m.W. beim Prozess in der 1. Instanz sogar die Staatsanwaltschaft für Freispruch votierte.

Die Richterin hat sich - m.E. entweder selbstherrlich oder aber vielleicht aus Angst vor Medienschelte? - darüber hinweggesetzt und Kardinal Barbarin verurteilt!

Sie, Hadrianus, scheinen ihn ja nicht zu mögen, aber darum geht's hier nicht, sondern einzig und allein darum, dass in 2. - höherer - Instanz die Unschuld des Kardinals im vorliegenden Fall eindeutig festgestellt wurde!

Trotzdem ist Kard. Barbarin's Ruf und Ansehen öffentlich schwerst beschädigt.

Und deshalb habe ich seine jetzt verkündete Haltung als konsequent und nachvollziehbar bezeichnet und ihm Respekt dafür gezollt - nicht mehr aber auch nicht weniger!

DAS bitte ich wiederum auch Sie zu respektieren.


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 Hadrianus Antonius 12. Februar 2020 
 

Uneinsichtig verblendet

@Diasporakatholik: es lag überhaupt kein Justiz"irrtum" vor.
Der frühere päpstliche Nuntius in Frankreich, der Substanzielles zurVerteidigung von Barbarin hätte beitragen können, verweigerte persönlic nach Frankreich zu kommen trotz dringlichster Ladung.
Zu gefährlich wg. Verhaftung wg. Vertuschung.
Scheußlich.
Madagascar hat Besseres verdient.
Was all diese selbstverliebte Typen nicht kapieren:
sie sollten für ewig schweigen und beten.
Nix mit Wallfahrtsseelsorge.
Die Grande Chartreuse ist ideal.
PFranziskus hat das mit seiner Predigt übder die Demut in Sta Marta schon klipp und klar gesagt.
À bon entendeur entendu!


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 Hadrianus Antonius 12. Februar 2020 
 

Total uneinsichtig

Barbarin war schon lange vor dieser Affäre als hitzköpfig, uneinsichtig und komplett beratungsresistent bekannt.
Seinejetzige Aussagen bestätigen einmal mehr seine totale Inkapazität für ein öffentliches Wirken.
Daß beim Management (eher Mißmanagement) der Mißbrauchsskandalen in seiner Diözese unter seiner commanding authority und bei dem vielen Wissen dazu, das seit über 25 Jahren in der kath. Kirche vorhanden ist, Barbarin sich noch mit einem scheinheiligen Schamläpchen zu retten versucht ("...erst Ende 2014...") und es dann auch noch wagt, von einer "Bestätigung durch das Berufungsgericht" zu sprechen, daß "Barbarin nie wollte oder daran dachte..." ist doch der miserable Teifpunkt.
Für seine gedanken und sein Wollen bei Sünden ist der Beichtstul zuständig, nicht ein laizistisches Berufungsgericht.
Und sein fundamentaler Quatsch bei der Konferenz in Lourdes steht natürlich noch immer genau da: ohne Kommentar!


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 girsberg74 12. Februar 2020 
 

Nichts gegen Madagaskar und die Notwendigkeiten dort.

Er sollte als ein positives Beispiel im Land bleiben, seinen Gegnern, die er nach wie vor haben dürfte, keinen Vorwand geben, dass sie sagen könnten er sei geflüchtet.

Wallfahrtsseeldorger zu sein, könnte ich mir für ihn sehr gut vorstellen.


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 Fides Mariae 1 12. Februar 2020 
 

Jetzt auch Gerechtigkeit für Kardinal Pell


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 Diasporakatholik 12. Februar 2020 
 

Die Haltung von Kardinal Barbaren ist konsequent und nachvollziehbar

Ich zolle ihm hohen Respekt dafür.

Er ist durch einen Justizirrtum verbunden mit einer skandalösen Medienkampagne von ähnlichem Ausmaß wie die seinerzeitige Dreyfus-Affäre im 19. Jahrhundert schwerst im Ansehen schwerst und in kaum gut zu machender Weise beschädigt worden.

Seine Entscheidung ist nur konsequent und absolut nachvollziehbar.


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 Hausfrau und Mutter 12. Februar 2020 
 

Rufmord und Unterschriftsaktion

Cardinal Barbarin wurde 4 Jahre lang Ziel eines medialen Rufmords. Zudem hat er sicherlich daran gelitten, dass SEINE Priester gegen ihm eine Unterschriftsaktion (damit er weg geht) gestartet haben.

Ich kann nur gut seine Reaktion verstehen.

Cardinal Barbarin wurde als Sündenbock gestellt.

Das ist nicht akzeptabel.

H&M


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