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Benedikt XVI. kritisiert unkorrekte Rezeption seiner April-Äußerungen

27. August 2019 in Weltkirche, 23 Lesermeinungen
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Emeritierter Papst: „Soweit ich sehen kann, erscheint in den meisten Reaktionen auf meinen Beitrag Gott überhaupt nicht, und damit wird genau das nicht besprochen, was ich als Kernpunkt der Frage herausstellen wollte.“


Vatikan-Freiburg (kath.net) „Soweit ich sehen kann, erscheint in den meisten Reaktionen auf meinen Beitrag Gott überhaupt nicht, und damit wird genau das nicht besprochen, was ich als Kernpunkt der Frage herausstellen wollte.“ Darauf weist der emeritierte Papst Benedikt XVI. in einem kurzen Beitrag in der „Herder Korrespondenz“ hin. Das Wort „Gott“ scheine in der Theologie vielfach am Rand zu stehen. Die Rezeption seines Textes weise ein „allgemeines Defizit auf. Viele der Reaktionen auf seine April-Äußerungen würden ihm seine Einschätzung bestätigen, dass Gottlosigkeit und Entfremdung vom Glauben das zentrale Problem sei.


Benedikt XVI. hatte sich im April 2019 im "Klerus-Blatt" über die Kirche und über sexuellen Missbrauch geäußert (Beitrag im Wortlaut auf kath.net). Sein Beitrag war kontrovers diskutiert worden. Beispielsweise hatte Benedikt XVI. dort daran erinnert, dass erlaubte Pädophilie zur „Physiognomie der 68er Revolution“ gehört hatte.


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Lesermeinungen

 myschkin 29. August 2019 
 

Wortverlust.

Es muss heißen: "Es mindert die Wertschätzung nicht, die man dem Papa emeritus insgesamt entgegenbringt, wenn man diesen Punkt kritisch sieht." Sorry für den Fehler.


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 myschkin 29. August 2019 
 

@Dottrina

Er hatte es sich vor seinem Rücktritt selbst verboten, sich öffentlich noch zu äußern. Daran zu erinnern, wird wohl erlaubt sein. Es mindert die Wertschätzung, die man dem Papa emeritus insgesamt entgegenbringt, wenn man diesen Punkt kritisch sieht. Logischerweise kann das im konkreten Fall nur bedeuten, dass Papst Franziskus voll und ganz hinter dem Inhalt des Schreibens seines Vorgängers steht.


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 Dottrina 29. August 2019 
 

Ich freue mich immer,

wenn ich ein "Lebenszeichen" in irgendeiner Form von unserem Papa Emerito höre oder lese. Auch wenn er versprochen hat, zu schweigen und sich nicht in die Amtsgeschäfte von Franziskus einzumischen, sollte man ihm als Privatperson ja wohl zugestehen, sich zu äußern, wann und wie es ihm passt. Warum sollte irgend jemand ihm den Mund (oder den Stift) verbieten? Im Gegenteil: Jedes Wort aus seinem Mund oder seiner Feder erfreut mich (und bestimmt auch viele andere, die unseren Benedikt schätzen und verehren). Er hat jedes Recht der Welt, seine Publikationen zu verteidigen.


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 lesa 29. August 2019 

@myschkin: Entschuldigen Sie, aber einen solchen Mann darüber zu belehren, wann er sich zu äußern hat und wann nicht, scheint mehr als fragwürdig ...


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 myschkin 28. August 2019 
 

Gehen wir davon aus,

dass das Schreiben durchweg im Sinne von Papst Franziskus ist. Ansonsten wäre es bedenklich, wenn sich der Papa emeritus äußert, obwohl er nicht mehr im Amt ist. Bei allem Respekt vor dem Papa emeritus, ist es m. E. höchst problematisch, wenn er sich entgegen seinem vor dem Rücktritt gegebenen Versprechen theologisch äußert. Derlei Gedanken gehören in einen Nachlass, der post mortem veröffentlicht werden sollte. Aber zu seinen Lebzeiten, die hoffentlich noch lange bei so gut als möglicher Gesundheit andauern mögen, sollte er sich weitestgehend zurückhalten.

Er hat das Papstamt aus freien Stücken aufgegeben. Danach kann es für die Öffentlichkeit nur den Rückzug ins Gebet geben. So lautete seinerzeit seine Ankündigung.


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 Katholik 28. August 2019 

@SalvatoreMio

So ist es, war meinerseits auch als Ergänzung gedacht.


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 SalvatoreMio 27. August 2019 
 

Kirche ohne Gott

@Katholik
Ich denke, wir ergänzen uns hier nur mit unseren Gedanken. Darum möchte ich noch hinzufügen: "Kirche" - kommt ja von "Kyrios" - und das ist der Herr! Darum wundert mich immer wieder, wie fast überall von "christlichen Kirchen" geredet wird. Das ist quasi "doppelt gemoppelt".


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 Hadrianus Antonius 27. August 2019 
 

Fundamentale Reaktion

Ich habe den Brief von Papst Benedikt XVI noch einmal sehr genau durchgelesen.
der Brief ist komplett richtig und in deutlicher und klarer Sprache geschrieben.
Wenn @kath.net jetzt schreibt, daß "sein (P.Ben.XVI) Beitrag kontrovers diskutiert worden war", so wird hier die altbekannte brav-katholische Schwurbelsprache bemüht;
Richtig ist, daß die Modernisten und Theolunken in der westlichen Welt Papst Benedikt XVI äusserst aggressiv angegriffen haben- und daß die ängstliche und pseudobrave Hirten nichts getan haben um mit P.Benedikt XVI die rechte Sache zu verteidigen.
Denn die Homophilisierung des klerikalen Milieus ging mit der Pädophilisierung Hand in Hand gemeinsam voran.
Das wird tot geschwiegen, darf nicht wahr sein- denn damit fällt auch das Großereignis 19961-1966 komplett in Scherben.
"Die Harmonie des Regenbogens"...


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 Ginsterbusch 27. August 2019 

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

DAS ist die neue Musik der katholischen Kirchenoberen.
Dabei habe sie vergessen(?), dass es die Worte der Freimaurer sind. Oder halten uns einfach für zu blöd.
Es ist Nacht in der katholischen Kirche.
Papa Benedikt, wie lange noch????
Bitte bete für uns, dass wir treu unter dem Kreuz bleiben und ausharren. Der Schrecken ist so groß, dass ich manchmal am liebsten weglaufen möchte.


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 Rechner 27. August 2019 
 

Bitte doch Frohbotschaft statt Drohbotschaft

Das ist doch die Phrase, mit der "sie" seit langem und immer noch herumwursteln. Die Alt- 68er in der Kirche und die meisten anderen auch.
Ich würde behaupten, daß Benedikt XVI. sehr wohl verstanden wird und schon immer gut verstanden wurde, aber man hat seine Freude daran, die Lehren Christi und der Kirche zu ignorieren, zu verfälschen und auszumarxen. Die Kirche ist teilwiese unter die Räuber gefallen, die sogar das Gericht Gottes und die Hölle leugnen- und warum liegt auf der Hand. Damit sprechen sie sich (ich möchte an Erzbischof Marx erinnern) selbst das Urteil.


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 leibniz 27. August 2019 
 

Benedikt XVI. und seine Rezensenten sind garantiert nicht auf einer Linie. Denn letztere sind ja weitgehend diejenigen Theologieprof., die vermutlich kein Gebetsleben führen, von Mystik gar nichts halten (weder in der Theorie noch in der Praxis) UND eine Theologie ohne Gott an der Uni lehren.
Lesen Sie das Interview mit Mechthild Heil auf katholisch de. Daraus geht klar hervor, dass es auch in der Kirche nur noch um weltliche verstandene Macht geht.
Wer ist in Wahrheit die mächtigste Frau in der Kirche?
Frau Heil könnte diese Frage nicht beantworten. Sie würde sagen, Frauen haben nur dann Macht, wenn sie Päpstin werden können.


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 richrose 27. August 2019 
 

Im Westen nichts Neues, dass der gute Papst Benedikt missverstanden wird.

Einen ehemaligen Papst, dessen Theologie nicht in das Konzept einer schönen, neuen, synodalen Kirche passt und dessen Anweisungen schon früher mit Fleiß ignoriert wurden - will man ganz bewusst nicht verstehen!


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 Diadochus 27. August 2019 
 

Mystik und Theologie

Benedikt VI. spricht einen Punkt an, mit dem er schon wieder auf Unverständnis stößt. Er stellt uns das Paradoxon einer Gottlosen Theologie vor Augen. Das gibt es durchaus, nämlich dann, wenn die Theologie für Theologen nur mehr eine universitäre wissenschaftliche Disziplin ist, wenn die Theologen kein inneres Leben im Gebet mehr führen. Der Glaube ist eben doch eine Göttliche Tugend, ein Geschenk, das wir nur im Gebet erhalten. Der Mystiker und die aufgeblasenen "Theologen" reden aneinander vorbei. Es kann ja gar nicht anders sein. Wiewohl, es müsste anders sein. Die Mystik und die Theologie gehören zusammen,- dann wären Benedikt VI. und seine Rezensenten wieder auf einer Wellenlänge.


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 Katholik 27. August 2019 

Kirche ohne Gott

@Salvatore Mio und @Stefan Fleischer
Eine Kirche (weitgehend) ohne Gott kann es leider real doch geben. Dann geht es den Strukturen und Gliedern der Kirche nur noch um Weltliches. Das hatten wir schon. Für mich schockierend: ein deutscher Fürstbischof, der sogar die religiösen Symbole aus seinem Palast entfernen ließ, marxistische oder nationalistische Gruppierungen des 20. Jahrhunderts, etc.
Aber diese Gefahr besteht auch heut ganz real. Die von Benedikt XVI. vorgenommene Begriffssuche gibt bei vielen Texten einen ersten Eindruck. Kommen zentrale katholische Begriffe überhaupt noch vor: Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, Jesus Christus, Maria, Schöpfung (Erschaffung), Erlösung, Auferstehung, Glaube, Hoffnung, Liebe, die sieben Sakramente, Heilige, Umkehr, Buße, Gebet, Anbetung, Nächstenliebe, Seele, Unsterblichkeit, Tod, Gericht, Ewiges Leben, Himmel, Hölle, Reich Gottes, Verkündigung, Vorsehung, Gebote, Priester... - Wer macht eine Statistik?


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 leibniz 27. August 2019 
 

Politologie statt Theologie

An den deutschen Theol. Fakultäten wird eine Theologie ohne Gott gelehrt.
Ehrlich wäre es, wenn die Theologie als das Fach "Kirchenpolitik" in die politologischen Fakultäten eingegliedert würde.
In Deutschland wird es bald keine katholische Kirche mehr geben.
Dass Texte von Benedikt XVI. nicht verstanden werden, ist allerdings nichts Neues. Das ist schon seit Jahrzehnten der Fall. Der (die) durchschnittliche Theologieprof. versteht derartige Texte nicht mehr. Deshalb auch die polemischen Reaktionen. Das einzige, was verstanden wurde, ist, dass die 68iger Generation irgendwie vorkommt.
Ich habe selbst vor Kurzem ausgiebig das erschreckend niedrige wissenschaftliche Niveau an einer deutschen katholischen Fakultät erlebt. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es kaum glauben!


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 Zeit f?r die Wahrheit 27. August 2019 
 

Dann wäre da noch die Sache mit den Zahlen...

In unserer Kirche dreht sich mehr und mehr alles nur noch um Zahlen, ähnlich wie in einem Konzern. Wenn Der Blick wieder auf den Dreifaltigen Gott gerichtet werden würde, dann würden die Zahlen wieder von alleine stimmen, weil die Kirche eine Anziehungskraft entwickeln würde, die in den letzten Jahren verloren gegangen ist. Es gibt auch einen Unterschied zwischen Anspruch und Wirkung. Das Gebet scheint total anspruchslos zu sein - die Wirkung (jedenfalls in meinem Leben) ist unglaublich. Gleichzeitig versucht man höchstanspruchsvolle moderne theologische Konzepte zu entwerfen. Da aber Gott in diesen Konzepten gar nicht vorkommt, sind diese dem Nichts geweiht. Auch der Maria 2.0-Bewegung wird von der Kirche in Deutschland viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, die diese Bewegung gar nicht verdient hat. Betet täglich den Rosenkranz und der (Kirchen-)Welt wird der Frieden geschenkt. Aber wer macht das heute noch?


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 Stephaninus 27. August 2019 
 

@Stefan Fleischer

Ihr Begriff *Gottloses Christentum* ist hervorragend! Den werde ich mir merken. Er trifft den Nagel auf den Kopf.


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 Stefan Fleischer 27. August 2019 

@ SalvatoreMio

Ja,ein gottloses Christentum gibt es nicht. Aber es gibt eine Weltanschauung, welche sich Christentum nennt, sich aber immer mehr von Gott loslöst und sich eigentlich Jesuanismus oder ähnlich nennen sollte. Wahrscheinlich hätte ich besser von einem "gott-losen, von Gott losgelösten Christentum" sprechen müssen.


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 Bernhard Joseph 27. August 2019 
 

Gott im Zeitalter des verabsolutierten Rationalismus

Wie Romano Guardini immer wieder in seinen Vorlesungen hervorhob, lässt sich das Geheimnis, das Numinose Gottes nicht rationalistisch auflösen. Wo es versucht wird, zerfällt der Glaube und übrig bleibt bloße Fassade.

Zu keiner Zeit war das deutlicher zu sehen, wie in der heutigen, in der wir glauben, alles auf einen positivistischen Rationalismus herunterbrechen zu können.

Gott übersteigt aber unser Verstehen schon weil ER das Absolute ist, das durch kein Höheres begrenzt ist. Wie sollten wir kleinen Erdenmenschen, deren Lebensspanne einem Wimpernschlag gleicht im Verhältnis zur Urgeschichte, Gott rational erfassen können?

Was wir von Gott wissen, das hat uns Gott offenbart. Wo sich also der Glaube vom Bezug auf die Offenbarung ablöst, da wird er nicht nur verfälscht, da wird er zum Betrug.


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 gebsy 27. August 2019 

WEG - WAHRHEIT - LEBEN

als Person zu erfahren, ist wohl der unterste Einstieg für ein Getauftsein in Christus ...


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 SalvatoreMio 27. August 2019 
 

Ein "gottloses Christentum"

gibt es natürlich gar nicht, weil Christus untrennbar ist von Gott. Christus ohne Gott, das wäre, als würde man ihm die Seele aus dem Leib reißen - ja ihn selbst nicht im Geringsten begreifen.
Christ sein ohne Gott kann wohl nur, wer Jesus lediglich für einen Sozialreformer hält, und wer ihm als Vorbild nacheifert, bezeichnet sich leicht als "guten Menschen", bemerkt dabei aber leider nicht, wie er sich gleichzeitig des Größten beraubt: durch Christus erlöst zu werden, Kind Gottes zu sein - zur Ewigkeit bestimmt.


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 Stefan Fleischer 27. August 2019 

Genau so ist es:

Das Kernproblem unserer Kirche ist ganz klar, dass Gott auch in zentralen Fragen nicht mehr erscheint, dass er - wenn es gut geht - noch irgendwo am Rand steht, als «Aufhänger» dafür dient, damit man noch von «Theologie» sprechen kann. Dass wir immer mehr in ein gottloses Christentum hinein schlitteln, sollte eigentlich jedem aufmerksamen Beobachter klar sein. Dass das zur Entfremdung vom Glauben und damit zur Entfremdung von der Kirche führt, ist nichts als logisch. Die Kirche liquidiert sich selbst, und will es nicht merken.


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 matthieu 27. August 2019 
 

auf den Punkt genau

ist das das Problem. Es ist gut, dass er diese Reaktion formuliert. (Es wird sicherlich immer noch solche Kritiker geben, die es nicht verstehen wollen.)
Vielen Dank an Benedikt XVI (und Herder und kath.net)


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