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Pius XII.: „Der Mensch ist nur groß, wenn er kniet“

3. April 2019 in Spirituelles, 12 Lesermeinungen
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„Karriereportal des Bistums Essen behauptet: ‚Kirche kann Karriere‘.“ – „Wir können unser ganzes Leben lang wachsen, in Demut und Ehrfurcht, im Gebet, im Glauben an Gott und in der Treue zu Seiner Kirche.“ Geistliche Betrachtung von Thorsten Paprotny


Hannover (kath.net) Wachsen, so scheint es, können wir in alle Richtungen: Höher, weiter, schneller? Rekorde werden aufgestellt und gebrochen, im Sport, in der Unterhaltungselektronik und in der Forschung. Auch Philosophen haben über die Größe des Menschen nachgedacht. Das Karriereportal des Bistums Essen behauptet: „Kirche kann Karriere“.

Schon früh werden Kinder mit Fragen konfrontiert: „Was willst du denn später einmal werden?“ Die Frage ist oft freundlich gemeint und von einem Lächeln begleitet: Hast du schon Pläne? Wovon träumst du? Möchtest du reich, berühmt und erfolgreich werden? Strebst du, junger Mensch, nicht danach, einmal ganz vorne, in der ersten Reihe zu sitzen? Möchtest du nicht Ehrenabzeichen und Medaillen gewinnen? Wünschst du dir nicht weite Reisen in ferne Länder und ein schnelles Auto? Möchtest du nicht richtig durchstarten und Karriere machen?

Als ich ein kleiner Junge war, verursachten Fragen wie diese mir Unbehagen. Zudem war ich ratlos. Ja, ich wollte schon gern … schreiben. Schreiben? Ach, so eine Art von Künstler sein? Das ist, so grummelte mancher, doch kein richtiger, ordentlicher Beruf. Ich ging lieber zur Kirche als in die Schule. Muss ich etwas aus mir machen müssen? Und vor allem: Muss ich das jetzt schon wissen? Abgesehen davon: Bin ich denn nicht schon? Muss ich erst noch werden? Oder einen perfekten Plan haben? Also fiel mir oft keine passende Antwort auf die zudringliche Frage der freundlich lächelnden Gesichter ein. Manches Lächeln verschwand dann, wenn ich ratlos blieb.

Am Aschermittwoch ist an uns alle der Ruf ergangen: Bekehre dich und glaub an das Evangelium! Der Ruf heißt nicht: Du musst bedeutend und erfolgreich werden, es heißt einfach – durchbreche die Logik dieser Welt. Beuget die Knie – aber nicht vor dem Fürsten dieser Welt und den Götzen, sondern vor Gott. Dem heiligen Johannes XXIII. wird oft ein Gedanke zugeschrieben, den der Diener Gottes Pius XII. mitten im Zweiten Weltkrieg, als totalitäre Ideologien, Nationalsozialismus und Stalinismus, ihre erschreckende Größe offenbarten, in der Audienz am 2. Juni 1941 äußerte. In der Haltung des Betenden, so der Papst, offenbare der Mensch seinen „höchsten Adel“. Treffend werde behauptet, dass „der Mensch nur so groß ist, wenn er kniet“.

Vielleicht ist es gut und hilfreich für uns heute – wo und wie immer wir uns befinden – Worte von Pius XII. aus jener Ansprache still zu vernehmen und zu bedenken: „Das fromme Gebet! Es ist nicht das Gebet des bloßen Klangs von Worten, bei dem Geist und Herz und Auge umherschweifen, sondern es ist gesammeltes Beten, das vor Gott mit kindlichem Vertrauen beseelt, das erleuchtet ist mit lebendigem Glauben, durchtränkt mit Liebe zu Gott, zu den Brüdern und Schwestern. Es ist Gebet, das in der Gnade Gottes verrichtet wird, immer verdienstvoll fürs ewige Leben, immer demütig gerade in seinem Vertrauen; es ist Gebet, wenn wir vor den Altären oder dem Bild des Gekreuzigten und der Allerseligsten Jungfrau in eurem Hause niederkniet, nicht den Hochmut des Pharisäers kennt, der sich für besser hält als die anderen Menschen, sondern das euch, dem armem Zöllner gleich, in eurem Herzen fühlen lässt, dass alles, was ihr empfangen werdet Barmherzigkeit Gottes gegen euch ist …“ Unser Herr Jesus Christus, sagt Pius XII., sei mit der Kirche als seiner vielgeliebten Braut vereint, und so sei er zugleich „aufs innigste vereint mit der Seele jedes einzelnen Gläubigen und sehnt sich danach, vor allem nach der heiligen Kommunion, traute Zwiesprache mit ihr zu führen“.

Nach der Kommunion wünschen sich viele von uns Stille. Es ist ein ganz sensibler Augenblick in der heiligen Messe. Viele Menschen möchten Einkehr halten, für sich sein – mit Gott im Gespräch, von Ihm angeschaut, Ihn anschauend, ob leise sprechend, stammelnd oder schweigend, im Verborgenen, in einem stillen Winkel der Kirche oder in der letzten Bank. Die Zeit nach dem Empfang des Leibes Christi ist sehr kostbar. Besonders in diesen intimen Momenten, die uns am Sonntag geschenkt sind, schauen wir in andächtigem Schweigen kniend nach Oben, himmelwärts. Ja, wir können unser ganzes Leben lang gewiss wachsen, in Demut und Ehrfurcht, im Gebet, im Glauben an Gott und in der Treue zu Seiner Kirche. Vielleicht liegt darin auch die wahre Größe des Menschen: nicht sich selbst groß zu machen, sondern einfach vor Gott ein betender Mensch sein zu dürfen.

Dr. Thorsten Paprotny lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Er publizierte 2018 den Band „Theologisch denken mit Benedikt XVI.“ im Verlag Traugott Bautz und arbeitet an einer Studie zum Verhältnis von Systematischer Theologie und Exegese im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

kath.net-Buchtipp
Theologisch denken mit Benedikt XVI.
Von Thorsten Paprotny
Taschenbuch, 112 Seiten
2018 Bautz
ISBN 978-3-95948-336-0
Preis 15.50 EUR

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Papst Pius XII. in den Jahren 1950-1958. Teilweise auch weniger bekanntes Filmmaterial, teilweise ohne Ton.



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Lesermeinungen

 Schneerose 4. April 2019 
 

@Kirchental

Ja, da gebe ich Ihnen Recht. An Gläubigen, die ihre Fähigkeiten zum Wohl anderer und speziell für Aufgaben in der Kirche gut einsetzen, fehlt es oft.


1

0
 
 Kirchental 4. April 2019 

@schneerose

Okay - jemand, der ins Priesterseminar eintritt mit dem Ziel, Bischof zu werden, ist sicher genauso fehl am Platz, wie ein Gleichaltriger, der in eine Partei eintritt, um Vorsitzender zu werden.

Und ich möchte auch niemand in der Kirche, der Konkurrenten gezielt ausschaltet - finde ich auch in der Wirtschaft übel.

Aber ich mag auch keine gekünstelte Demut. Menschen, die man zu einem Amt drängen muss, dass sie insgeheim schon lange anstreben.

Am besten bedient sind wir doch mit Zeitgenossen, die sich nicht nach vorne drängen, ihre Fähigkeiten aber gut einschätzen können, und Aufgaben, die an sie herangetragen werden, mutig, tatkräftig und dabei demütig annehmen?

Und das gilt doch in allen Lebensbereichen? Auch in Politik und Wirtschaft wären wir doch mit solchen Menschen besser bedient?

Das war mein Anliegen - so viel Unterschied zwischen Kirche und normalem Leben wäre doch gar nicht?


2

0
 
 Schneerose 4. April 2019 
 

Das Ziel Karriere zu machen

ist meines Erachtens wirklich nicht passend für Mitarbeiter in Seinem Weinberg.
@Kirchental
Die Ernennung zu Abt oder Bischof sollte für demütige Geistliche kein Karriereschritt sein, sondern Übertragung von besonderer Aufgabe, oft wohl mehr Bürde und Last, aber niemals Karriere.


5

0
 
 Chris2 4. April 2019 
 

Der christliche Hochmut

feiert fröhliche Urständ. Die christliche Demut verlangt man dagegen heute nicht einmal mehr von Kritikern des Schlingerkurses im Schifflein Petri. Denn niemand in Deutschland nimmt die Kirche als gesellschaftlichen Faktor mehr ernst, seit sie nicht mehr nur schweigt, sondern zustimmt und die 68er die Meinungshoheit und eine pfast perfekte Gesinnungsdiktatur errichtet haben.


3

0
 
 lakota 3. April 2019 
 

Mir fällt da ein Satz von Peter Hahne ein,

der einmal sagte: "Wer vor Gott kniet, braucht vor Menschen nicht zu buckeln."


8

0
 
 Kirchental 3. April 2019 

@freya

Sie verwechseln innere Haltung und äußeres Amt!

Natürlich kann und darf man in der Kirche Karriere machen. Sonst dürfte niemand mehr eine Ernennung zum Abt oder Bischof annehmen! Niemand promovieren oder sich habilitieren! Die christliche Demut verlangt, dass ich mich deshalb nicht für etwas besseres halte, die Nase hoch trage und Untergebene schikaniere!


Es stört mich ganz gewaltig, dass hier von Bediensteten der Kirche etwas verlangt wird, was kein normaler Gläubiger in seinem Berufsleben erbringt. Nein danke - Bitte keine Beförderung - ich bin Christ! Entweder wir sind gemeinsames Gottesvolk oder nicht. Die Priester leben ihre Berufung mit Zölibat und besonderem Gebet. Und damit gut. Alle anderen Anforderungen gelten für Sie und mich genauso! Da gibt's eine Bibelstelle mit Splitter und Balken!


2

0
 
 freya 3. April 2019 
 

Magnificat anima mea Dominum

...Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhebt die Niedrigen....

In der Kirche kann es i m m e r nur eine Karriere nach unten geben: Je höher man steigt, desto tiefer muss man sich bücken!
Wer das nicht wahrhaben will, soll sich bitteschön von einem kirchlichen Amt fernhalten!


6

0
 
 Herbstlicht 3. April 2019 
 

@Kirchental

Sie schreiben u.a.:
"...und spielt sofort die Orgel das nächste Lied, kaum dass der Pfarrer die letzte Hostie verteilt hat."

Das stört mich auch sehr, denn nach der Kommunion wünsche ich mir Stille.
Aber nicht nur dann, folgt doch in der Eucharistiefeier ein Lied auf das andere.
Das ist, was mir u.a. bei der Hl. Messe im alten Ritus so sehr zusagt: die vielen stillen Momente.
Es wird dort auch gesungen, aber nicht ohne Unterlass.


7

0
 
 Kirchental 3. April 2019 

Karriere und Berufung

Karriere und Berufung schließen sich doch nicht aus.

Der Autor selbst hat doch auch Karriere gemacht. Er hat promoviert und lehrt. Er ist kein einfacher Landpfarrer.

Gott sei Dank. Sonst hätten wir nicht seine wunderbaren Artikel. Seine Berufung ist offenbar das Schreiben.

Man kann auch Karriere machen und demütig bleiben. Dazu sind doch alle Christen berufen. Ihre Fähigkeiten möglichst einzusetzen für Kirche, Mitmenschen und Welt. Auch Laien. Ein Vorstandsvorsitzender, der so lebt - was wäre das für ein Schatz und Vorbild. Ein Bundeskanzler, der die Demut vor seinem Herrgott nicht vergisst.

Ich würde also im Gegenteil fordern: macht so viel Karriere, wie es mit christlicher Haltung geht, bleibt dabei demütig und zeigt der Welt an dem Platz, wo ihr seid durch euer Beispiel Christus! In der Kirche und außerhalb


5

0
 
 Kirchental 3. April 2019 

Moment der Stille

Ja - ein Moment der Stille nach der Kommunion. Wo ich vielleicht nicht einmal bete. Sondern nur still und andächtig hinfühle in den Augenblick. Die Nähe Gottes spüre. Gott in mir. Was für ein wunderbarer Schatz.

Statt dessen

begrüßen mich mit Nicken und Schulterklopfen Bekannte

fragen wie es geht

und spielt sofort die Orgel das nächste Lied, kaum dass der Pfarrer die letzte Hostie verteilt hat. Schließlich will der Organist bald nach Hause.


8

0
 
 freya 3. April 2019 
 

Kirche kann Karriere? Will man mit diesem Slogan Fernstehende für kirchliche Berufe begeistern?!

Was dabei herauskommt, wenn Karrieristen statt Berufenen das Sagen in der Kirche haben, bekommen wir gerade hautnah zu spüren!

Herr schenke uns wieder heilige Berufungen!


12

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 Diadochus 3. April 2019 
 

Solche Werbesprüche

locken nur Schmeißfliegen an, aber keine charismatischen Persönlichkeiten. Halten wir dagegen: "Der Mensch ist nur groß, wenn er kniet." Werden wir in Demut groß vor Gott.


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