Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  4. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  5. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  6. Der entschärfte Gott
  7. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  8. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  11. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  12. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  13. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  14. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“
  15. „Gesellschaftliche Zeitbombe“: BKA-Studie warnt vor Radikalisierung junger Muslime in Deutschland

Tschechien: Kardinal Duka reichte Anzeige wegen Missbrauchs ein

8. März 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach TV-Interview mehrerer Personen, die Priestern Missbrauch vorwerfen - Prager Erzbischof stand zuletzt wegen angeblicher Bagatellisierung von Missbrauchsfällen in der Kirche in der Kritik


Prag (kath.net/KAP) Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, der Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka, hat eine Strafanzeige gegen unbekannt wegen sexuellen Missbrauchs eingereicht. Der böhmische Primas reagierte damit laut einer aktuellen Erklärung auf dem offiziellen Kirchenportal "Cirkev.cz" auf eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Senders CTV vom vergangenen Sonntag. Darin hatten drei Personen ausgesagt, als Kinder von Priestern sexuell missbraucht worden zu sein.

Er habe die Anzeige erstattet, weil es notwendig sei, dass die Polizei überprüfe, "ob diese Straftaten tatsächlich begangen worden sind, und wenn ja, dass die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden", so Kardial Duka. Auch aus Sicht des Kirchenrechts und der Lehre der römisch-katholischen Kirche handle es sich um "Handlungen, die nicht toleriert, geschweige denn vertuscht oder verschwiegen" werden dürften.


Der Prager Erzbischof stand in den vergangenen Tagen öffentlich wegen angeblicher Bagatellisierung der Missbrauchsfälle in der Kirche in der Kritik, weil er in einem Interview mit dem italienischen Sky-TV am Rande des jüngsten Kinderschutz- und Antimissbrauchs-Gipfels in Rom von einer "teilweisen Hysterie" gesprochen hatte. Er habe sich dabei auf die "Medialisierung" eines konkreten "ziemlich problematischen Falles einer erwachsenen Person" bezogen, stellte Duka nun in seiner Erklärung fest. Details wolle er nicht preisgeben, um die betroffene Person nicht zu schädigen. Er stehe aber dazu, dass derartige Fälle "ein dankbares Thema für viele Journalisten und mitunter auch Juristen" seien. Warum dies so sei, überlasse er "den Lesern zur Überlegung", so der Prager Erzbischof.
In der Tschechischen Republik sprächen Regierungsunterlagen von rund 700 Missbrauchsfällen jährlich, in der katholischen Kirche des Landes habe man aber nur zehn Fälle in den vergangenen 30 Jahren verzeichnet, fügte der Kardinal hinzu. In den meisten der Fälle seien die Strafen mangels vollständiger Beweise zudem nur bedingt verhängt worden.

In diesem Zusammenhang beharre er auf der Unschuldsvermutung, so Duka weiter. Er verwies auf den jüngst bekannt gewordenen Fall eines in Tschechien wirkenden polnischen Ordenspriesters. Dieser war 2011 von der katholischen Kirche wegen sexuellen Missbrauchs eines Ministrantens suspendiert worden, Mitte Februar entschied ein staatliches Gericht, er sei zu Unrecht verurteilt worden. "Das Leben eines solchen Menschen liegt in Trümmern", mahnte Duka; man solle "weder auf der einen noch auf der anderen Seite Opfer kreieren".

Die tschechischen Bischöfe hätten schon vor Jahren Richtlinien erarbeitet, nach denen Bischöfe und Ordensobere verpflichtet seien, "jeden Fall in der kürzest möglichen Zeit den untersuchenden Organen der Polizei bekanntzugeben", so der Kardinal weiter. Ausdrücklich bedankte sich der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz sowohl bei der Justiz als auch bei der Polizei. Die Zusammenarbeit mit beiden verlaufe seit vielen Jahren "auf hohem fachlichem Niveau, das die tiefsten und innersten Seiten des Menschen respektiert und die notwendige Diskretion bewahrt, damit die Opfer und ihre Familien nicht noch mehr traumatisiert werden".


Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto Kardinal Duka (c) Erzbistum Prag


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  2. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  3. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  4. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  5. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  6. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  7. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  8. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  9. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche
  10. Bistum Basel: Bischof Gmür räumt Fehler bei Missbrauchsfall ein






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Vom Elend der Fürbitten
  5. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  6. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  7. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  8. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  9. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  10. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  11. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  12. Der entschärfte Gott
  13. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  14. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  15. Achtung, Christfluencer!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz