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Jägerstätter-Tochter: "Mein Vater war immer mein Vorbild"

20. Jänner 2019 in Österreich, 7 Lesermeinungen
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Maria Dammer im Interview mit der Tiroler Kirchenzeitung: Kenne meinen Vater nur aus den Erzählungen der Mutter und aus seinen Aufzeichnungen und Briefen.


Innsbruck (kath.net/ KAP)
Für Maria Dammer war ihr Vater Franz Jägerstätter (1907-1943) "immer ein Vorbild und ist es auch jetzt noch": Das hat Maria Dammer (80), eine der drei Töchter des seliggesprochenen NS-Märtyrers aus dem Innviertel, im Interview mit dem "Tiroler Sonntag" (aktuelle Ausgabe) dargelegt. Dammer erklärte, über ihren Vater habe sie selbst keine Erinnerungen mehr, sondern wisse alles über ihre Mutter Franziska (1913-2013), sowie "aus seinen Briefen und aus dem, was er aufgeschrieben hat".

Während seines Lebens und noch viele Jahrzehnte danach habe es in ihrem Heimatdorf St. Radegund (Oberösterreich) kaum Verständnis für die Entscheidung ihres Vaters "gegen das Kämpfen und für den Glauben" gegeben, berichtete Dammer. Erst in den jüngsten Jahren habe sich dies geändert und man verstehe es nun schon eher, "auch die alten Leute, die noch leben, und die Kriegsteilnehmer aus St. Radegund, die bis auf einen schon alle verstorben sind".

Für die damals junge Familie habe es damals bei Jägerstätters Wehrdienstverweigerung "nicht viel zu verstehen gegeben. Es war einfach so. Wir konnten nichts zu seiner Entscheidung beitragen", berichtete Dammer. Ihre Mutter Franziska Jägerstätter habe die Entscheidung des Vaters "akzeptiert und mitgetragen", auch als alle anderen auf ihn einredeten und versuchten, ihn umzustimmen. "Er war schon ganz verzweifelt, und da hat halt die Mutter das so angenommen, wie es gekommen ist".


Der Glaube habe Dammers Mutter, die "sehr gottergeben" gewesen sei, dabei sehr geholfen. Franziska Jägerstätter wollte nach dem Tod ihres Mannes auch nicht mehr heiraten. "Meine Mutter war nur sieben Jahre verheiratet und hat 70 Jahre als Witwe gelebt."

Eine besondere Bedeutung für ihren Vater maß Dammer dem Vorarlberger Pallottiner-Pater Franz Reinisch zu, der wie Jägerstätter den Kriegsdienst verweigerte und deswegen am 21. August 1942 in Brandenburg hingerichtet wurde. Von dem Ordensmann, für den seit 2013 ein Seligsprechungsprozess läuft, soll Jägerstätter noch im Gefängnis erfahren haben: "Darüber war mein Vater recht froh, kann man sagen, weil er ja mit seiner Entscheidung recht alleine war." Reinisch, der als Prediger in ganz Deutschland unterwegs war, machte keinen Hehl aus seiner Ablehnung des Nationalsozialismus und weigerte sich den Fahneneid zu leisten. "Dass ein Priester auch so denkt und handelt wie er, war für ihn eine Genugtuung", so Dammer über ihren Vater.

Erst als Erwachsene habe sie den Nachlass und die Briefe ihres Vaters gelesen, erinnerte sich Dammer. "Besonders den Abschiedsbrief zu lesen war etwas sehr Besonderes." Kurz vor seinem Tod hatte Jägerstätter einen Brief verfasst und sich bei seinen Unterstützern bedankt und seine Entscheidung begründet. "Wenn man es schafft, in seiner Situation noch allen zu verzeihen, muss man ja ein Heiliger sein", so die Tochter des Seligen.

Der Innviertler Franz Jägerstätter, Landwirt, Mesner und Familienvater, hatte sich aus Glaubensgründen geweigert, mit der Waffe für das Nazi-Regime in den Krieg zu ziehen. Daraufhin wurde er vom Reichskriegsgericht in Berlin wegen "Wehrkraftzersetzung" zum Tod verurteilt und vor 75 Jahren, am 9. August 1943, in Brandenburg an der Havel durch Enthauptung hingerichtet. Die Urne mit seiner Asche wurde nach Kriegsende nach St. Radegund gebracht und dort am 9. August 1946 beigesetzt.

Der Seligsprechungsprozess wurde 1997 offiziell eröffnet und ab 1998 vom heutigen Linzer Bischof Manfred Scheuer als Postulator geleitet. Am 1. Juni 2007 bestätigte Papst Benedikt XVI. das Martyrium, woraufhin die Seligsprechung am 26. Oktober 2007 im Linzer Mariendom stattfinden konnte. Als Gedenktag wurde der 21. Mai festgesetzt. Jägerstätters Ehefrau Franziska, die für seinen religiösen Glauben eine große Rolle spielte, verstarb am 16. März 2013, wenige Tage nach ihrem 100. Geburtstag.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 mphc 21. Jänner 2019 

Korrektur nach Fehler durch das Rechtschreibprogramm:

Der einzige Diakon, der jemals in einem KZ zum Priester geweiht wurde, war der selige Karl Leisner


3

0
 
 mphc 21. Jänner 2019 

P. Franz Reinisch ist zwar in Vorarlberg geboren,

aber in Tirol aufgewachsen. (Innsbruck). P. Franz Reinisch und Franz Jägerstätter hatten denselben Gefängnisgeistlichen,
Pfarrer Heinrich Kreutzberg, welcher wie P. Reinisch der Schönstattbewegung angehörte. Der Gründer von Schönstatt, P. Joseph Kentenich befand sich bereits im KZ Dachau und durfte dort die einzige Priesterweihe in einem KZ, an seinem Schüler, dem sel. Karl Leiser, am 17.12.1944 miterleben.


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 girsberg74 21. Jänner 2019 
 

Blutmond - Eigenartiges Zusammentreffen

Während ich alle fünf Minuten in die winterkalte Nacht vor die Tür trete, um das bevorstehende Eintreten des Blutmondes zu verfolgen, lese ich nebenbei zum ersten Mal die Geschichte des seligen Franz Jägerstätter auf kath.net eingehender.

Eine richtig kalte Winternacht verlangt von einem - von mir! - nur wenig ab, wenn ich das Zeugnis des Franz Jägerstätter bedenke, den es, soweit das hier verwendete Bild reicht, in der Sonne gefroren haben müsste.


5

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 Diasporakatholik 20. Jänner 2019 
 

@scientia humana

In dem von mir zitierten biographischen Roman kommt der Bischof nicht ganz so schlecht weg - vielmehr wird vom Autor einfühlsam auch seine damalige Haltung in dem Gespräch mit Jägerstätter zu erklären versucht.

Ich meine, dass Franz Jägerstätter's Entscheidung zur Kriegsdienstverweigerung mit der Waffe gerade deshalb als besonders eigenständig und unbeeinflusst von äußerem Rat zu bewerten ist.

Und dass seine Frau Franziska dieses aus ihrem festen christlichen Glauben mittrug all die vielen Jahre bis zu ihrem Lebensende mit 100 Jahren, bewerte ich ähnlich hoch wie das Glaubenszeugnis ihres Mannes.


7

0
 
 scientia humana 20. Jänner 2019 
 

Das Kreuz mit dem Episkopat gab es schon damals

Vom damaligen Linzer Bischof Fließer (eigentlich war der auch gegen das NS Regime eingestellt) erhielt Jägerstetter keine Unterstützung, im Gegenteil Fließer warf ihm vor, sich in die Politik einzumischen, das ihm gar nicht zustände und sich der Verantwortung für seine Familie zu entziehen. Fließer hielt auch nach dem Krieg die Väter für die größeren Helden, die in heroischer Pflichterfüllung und in der tiefgläubigen Auffassung, den Willen Gottes auf ihrem Platz zu erfüllen, gekämpft hatten.
Kathnet brachte 2016 einen Artikel dazu: http://www.kath.net/news/53603.


7

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 mirjamvonabelin 20. Jänner 2019 
 

Glaubenszeugen wie Franz Jägerstätter und seine Frau

brauchen wir heute dringend.
Das war eine große Entscheidung von Franz Jägerstätter aber wie oft halten wir uns nicht an die kleinen "Einsichten" weil uns andere bedrängen.
Wir werfen das was wir als richtig erkannt haben einfach über Bord, nur um nicht anzuecken.


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 Diasporakatholik 20. Jänner 2019 
 

Eheleute Jägerstätter als Glaubenszeugen

Ich habe vor rd. 15 Jahren im Schriftenstand der Wallfahrtskirche von Waghäusel nahe Speyer das Buch von Kurt Benesch "Die Suche nach Jägerstätter" entdeckt und käuflich erworben.

Es ist ein biographischer Roman, der meisterhaft Jägerstätter's Leben, Familie und geistlichen Werdegang beschreibt - einfach packend. Ich kann ihn jedem Christen nur wärmstens weiter empfehlen.

Mich hat diese Lebensbeschreibung tief ergriffen, und Franz Jägerstätter wie auch seine Frau Franziska sind mir seitdem zwei vorbildliche Glaubenszeugen, denen ich höchste Achtung und Respekt zolle, zumal sie und ihre Glaubensentscheidung von ihrem Umfeld zum großen Teil nicht verstanden - ja teilweise sogar angefeindet - wurden.

Unbeirrt gingen sie jedoch ihren von Ihnen als richtig erkannten einsamen, schweren Glaubensweg.

Darin sind sie gerade für einen katholischen Diasporachristen wie mich auch heute große, leuchtende Glaubens-Vorbilder.


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