Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  2. US-Katholiken mehrheitlich für die Todesstrafe
  3. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  4. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  5. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  6. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  7. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  8. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  9. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  10. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  11. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  12. Papst Leo wird die Gründonnerstags-Fußwaschung wieder im Lateran vollziehen
  13. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  14. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  15. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU immer mehr unter Druck

Es ist nur eine Kleinigkeit – aber sie ärgert mich!

5. September 2018 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Schönfärberei? Ex-Kardinal McCarrick steht im Zentrum des Hurrikans, der die katholische Kirche in den USA erfasst hat. Doch seine Washingtoner Bistumshomepage-Vita klingt ausschließlich lobend. kath.net-Kommentar von Petra Lorleberg


Washington DC. (kath.net/pl) Das US-Erzbistum Washington hat ein Problem: Wie soll man seinen emeritierten Erzbischof, Ex-Kardinal Theodore McCarrick (Vorgänger von Kardinal Donald Wuerl) auf der Bistumshomepage vorstellen?

Wir erinnern uns: McCarrick steht im Zentrum des Hurrikans, der die katholische Kirche in den USA erfasst hat. Der Kardinal hat Ende Juni 2018 dem Vatikan seinen Verzicht auf die Kardinalswürde angeboten, der Papst hat das Gesuch angenommen. Gleichzeitig hat Papst Franziskus McCarrick von der Ausübung sämtlicher priesterlicher Dienste in der Öffentlichkeit suspendiert und verfügt, dass sich dieser zurückziehen und ein Leben in Gebet und Buße führen muss. Gegen McCarrick besteht der glaubwürdig wirkende Verdacht, dass er in wohl beispiellosem Umfang junge Priesteramtskandidaten zum Sex genötigt habe, außerdem habe er bereits vor Jahrzehnten zwei Minderjährige missbraucht. Vielleicht hat er sogar ein ganzes innerkirchliches Netzwerk aus Willfährigen aufgebaut. McCarrick selbst beteuert allerdings durchgehend seine Unschuld.

Bezüglich der Tumulte um McCarrick hat das Erzbistum Washington am 20. Juni (noch einen Woche vor der Maßregelung durch den Vatikan) bereits ein Statement veröffentlicht. „EINE“ Anschuldigung liege gegen McCarrick vor aus seiner Jahrzehnte zurückliegenden Zeit als Priester des Erzbistums New York, schreibt das Erzbistum Washington. Das Vokabular lenkt den Leser in Richtung Kindesmissbrauch. Dass gegen McCarrick glaubwürdige Vorwürfe vorliegen, wonach er in erheblichem Umfang gezielt viele Priesteramtskandidaten in sein Bett geholt hat, bleibt unerwähnt.


Und wie stellt nun das Erzbistum Washington seinen früheren Erzbischof vor? Ein freundliches Foto, immerhin nicht im Kardinalsgewand, sondern in schlichter Klerikerkleidung, das Bischofskreuz nur durch die Kette angedeutet. Die Vita von, Zitat, „Erzbischof Theodore McCarrick“ ist eine ausführliche Aufzählung seiner Karrierestufen und Mitgliedschaften. Aufgezählt werden auch seine Mitgliedschaften in verschiedenen Päpstlichen Räten – das entsprechende Verb steht im Präsens. Offenbar ist McCarrick also weiterhin Mitglied im Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, Päpstlichen Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, in der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls, in der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika.

Eine Erwähnung des Rücktritts vom Kardinalat findet sich nicht, immerhin auch kein Hinweis auf seine Kardinalserhebung. Ebensowenig findet sich irgendeine Andeutung auf die Probleme, die sich um McCarrick stapeln. Nicht einmal ein Link zum Statement des Erzbistums wurde gesetzt oder gar ein Link zu einer diözesanen Opferhotline. Den uninformierten Leser wird kein Hauch eines Verdachts beschleichen.

Ein Bistumshomepage ist nicht zum Hühnchenrupfen da, mag man sagen. Ebenso mag man einwenden, dass McCarrick nicht staatlicherseits verurteilt wurde, sondern nur starke Verdachtsmomente gegen ihn stehen. Aber andererseits ist eine Bistumshomepage auch nicht zu weiterer Verhüllung und Vertuschung da. Wie mag sich eigentlich eines der (offenbar sehr vielen) McCarrick-Opfer fühlen, wenn es diese Vita liest?

Es stellt sich die Frage: Wollen wir eigentlich alle Probleme in unserer Kirche schönreden? Wollen wir – last but not least – unsere Amtsträger blind schonen, egal, wie himmelschreiend und wie kriminell sich die Vorwürfe bereits gegen sie auftürmen? Wollen wir sie auch dann noch schonen, wenn ihnen bereits die Staatsanwälte auf den Fersen sind und wir Ahnung hegen, dass die Vorwürfe berechtigt sein könnten?

Angesichts des Eklats in der katholischen Kirche in den USA ist diese offizielle Vita McCarricks wirklich nur ein kleines Problem. Doch ich hoffe sehr, dass wir sie nicht irgendwann als pars pro toto einstufen müssen.

Link zur Vorstellung des Ex-Kardinals McCarrick auf der Homepage des Erzbistums Washington - vorliegender Kommentar bezieht sich auf den Stand der Homepage am 5.9.2018 6 Uhr MEZ (siehe Screenshot unten)

Archivfoto des Ex-Kardinals McCarrick


Zur Dokumentation - Erzbistum Washington DC. - Vollständige Vorstellung des ´früheren Erzbischofs Theodore McCarrick´ auf der Bistumshomepage - Stand 5.9.2018 6 Uhr



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Diasporakatholik 5. September 2018 
 

In der Tat

...ist die Bistums Homepage von Washington in den USA hierzulande wirklich eher eine Kleinigkeit.

Eher ein Thema für die dortigen Katholiken - nicht für uns hier in Deutschland.

Lassen wir es einfach mal hier "gut" sein - die Causa McCarrick ist auch so widerlich genug.

Interessant fand ich dagegen einen Aspekt, dem der Journalist Aldo M. Valli nachgegangen ist:

https://beiboot-petri.blogspot.com/2018/09/die-causa-mccarrick-aldo-m-valli-folgt.html?m=1


3
 
 St. Laurentius 5. September 2018 
 

St. Laurentius

Liebe Frau Lorleberg vielen Dank für ihre infomative und umfassend recherchierte Analyse. Wenn ich das alles lese, wird mir auch klar warum in der bisherigen Amtszeit des amtierenden Papstes offensichtlich nichts vorangeht in all den wichtigen Aufgaben, wie z.B.der Vereinheitlichung der Osterdaten der christlichen Konfessionen und dem Fortschritt bei der Einheit der Christen. Angesichts der weltpolitischen Schlagzeilen und der verheerenden Angriffe auf die Christen eines jeden Kontinents und Landes wäre die Stärkung der Einheit so wichtig. Aber solche Leute, wie der genannte Excanonicus legen in Zusammenarbeit mit einem offensichtlich aktenunkundigen bzw. aktenkundig unwilligen Papst die gesamte Arbeit, die gemacht werden muss lahm.Insofern handelt es sich entgegen der oft zitierten Ereuerung,der Kirche um faulenden Stillstand.


7
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  2. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  3. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  4. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  5. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  6. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  7. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  8. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche
  9. Bistum Basel: Bischof Gmür räumt Fehler bei Missbrauchsfall ein
  10. Bischof Kohlgraf: Kirchensteuer könnte für Zahlungen an Missbrauchsopfer verwendet werden






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  6. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  7. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  8. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  9. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  10. 'Exportweltmeister in Moral, ansonsten Beobachter an der Seitenlinie. Beschämend'
  11. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  12. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  13. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  14. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  15. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz