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Papst sprach mit Priestern, die selbst Missbrauchsopfer waren

4. Juni 2018 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Chilenische Priester zufrieden nach Gesprächen mit dem Papst - Nun mit betroffenen Priestern dritte Gesprächsrunde zur Aufarbeitung des Priester-Karadima-Missbrauchsskandals in Chile


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die von Papst Franziskus zu Gesprächen über den kirchlichen Missbrauchsskandal in Chile eingeladenen Priester aus dem südamerikanischen Land haben ein positives Fazit der Begegnung gezogen. "Nach diesen sehr persönlichen Gesprächen sind wir voller Hoffnung", sagte Francisco Astaburuaga Ossa am Samstagabend vor Journalisten in Rom. Der Papst habe um Vergebung gebeten. In den Gesprächen sei es um Trost gegangen und die Heilung von Wunden.

Nach Aussage von Eugenio de la Fuente Lora dauerte die gesamte Begegnung viereinviertel Stunden einschließlich eines Gottesdienstes, den der Papst mit der Gruppe feierte. Am Morgen habe Franziskus mit seinen Gästen einzeln gesprochen.


Es handelt sich dabei um fünf Geistliche aus dem Umkreis des heute 87-jährigen Priesters Fernando Karadima, der 2011 vom Vatikan wegen sexueller Vergehen verurteilt wurde. Sie werden begleitet von zwei weiteren Priestern, die Opfern rechtlichen und geistlichen Beistand leisteten, sowie zwei Laien. Die Gruppe ist seit Freitag im vatikanischen Gästehaus Santa Marta zu Gast und fliegt am Montagnachmittag zurück nach Chile.

Das Treffen an diesem Wochenende ist die dritte Gesprächsrunde zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in Chile. Mitte Mai waren bereits die Bischöfe des Landes im Vatikan. 29 von 31 aktiven Oberhirten boten daraufhin ihren Amtsverzicht an. Begonnen hatte der Papst seine Gespräche Ende April bei einer knapp einwöchigen Begegnung mit drei Missbrauchsopfern aus Chile.

Astaburuaga Ossa und de la Fuente Lora betonten, es müsse insgesamt einen tiefgreifenden Wandel in der Kirche geben. Dass etwa die normalen Gläubigen aufgefordert seien, Priestern und Bischöfe auch Kritisches zu sagen, wie es das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) vorgebe, sei in der Kirche noch viel zu wenig bewusst.

In dieser Woche hatte Franziskus sich auch in einem persönlichen Brief an die Katholiken Chiles gewandt und sie zur Erneuerung des kirchlichen Lebens aufgerufen. Die "Kultur des Missbrauchs" und das "System der Vertuschung" könnten nur durch die Mitarbeit aller beseitigt werden. Das achtseitige Schreiben wurde am Donnerstag von der Chilenischen Bischofskonferenz in Santiago de Chile veröffentlicht.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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