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‚Die große Scheidung’ – eine Meisterwerk von C.S. Lewis

7. September 2017 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Die theologische Fantasy-Geschichte zeigt ungewohnte und treffende theologische Einsichten in den Himmel, die Hölle und ihre Bewohner.


Los Angeles/Oxford (kath.net/jg)
Das Buch „Die große Scheidung“ des britischen Schriftstellers und Apologeten C.S. Lewis bietet ungewohnte und überraschende Einsichten in die letzten Dinge, schreibt Robert Barron, Weihbischof des Erzbistums Los Angeles (USA) in einem Artikel für seine Internetseite Word on Fire.

„Die große Scheidung“ ist eine theologische Fantasy-Geschichte, die ihre Inspiration aus der mittelalterlichen Vorstellung des Refrigerium bezieht. Unter Refrigerium versteht man die Möglichkeit, dass die verlorenen Seelen hin und wieder einen Tag Urlaub im Paradies machen können. Der Erzähler in Lewis’ Geschichte begleitet einige dieser Reisenden, die in einem fliegenden Bus in eine Art Vorhof des Himmels.


Gleichnisartig zeichnet Lewis meisterhaft die Hölle, den Himmel und ihre Bewohner. Die Stadt der Hölle, in welcher der Erzähler seine Reise beginnt, ist riesengroß, so groß, dass es Jahrhunderte dauern würde, sie zu durchqueren. Das hat damit zu tun, dass die Bewohner so weit wie möglich voneinander entfernt leben möchten.

Im Vergleich zum Himmel ist die Hölle aber verschwindend klein, wie der Erzähler bei seiner Ankunft oben erfährt. Lewis zeige hier das auf Augustinus zurückgehende Verständnis der Sünde als Kreisen um sich selbst. Die Wirklichkeit werde auf den kleinen Bereich des eigenen Ego und seiner Sorgen reduziert. Die Liebe hingegen, die das Leben des Himmels bestimme, sei offen für die Fülle der Wirklichkeit, schreibt Barron.

Eines der schönsten Bilder sei am Ende des Buches zu finden. Lewis beschreibt eine große Prozession, bei der eine Frau getragen wird, der alle große Verehrung erweisen. Der Erzähler fragt, ob es sich bei der Frau um Maria, die Mutter Gottes, handle. Nein, lautet die Antwort, das ist Sarah Smith, eine Zeit ihres Lebens wenig bekannte Frau. Lewis stelle hier den Unterschied zwischen irdischen und himmlischen Verdiensten dar. Sarah Smith hatte wenig Erfolg in Bereichen wie Bildung, Finanzen, Unterhaltung, aber dies spiele im Himmel keine Rolle. Was dort zähle, sei die Liebe, schreibt Barron – entsprechend dem Wort Jesu: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde ... sondern sammelt euch Schätze im Himmel“ (Mt 6,20)


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