Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Frieren für die "deutsch-grüne Energiewende" im Bistum Mainz
  2. Kardinal Koch an Bätzing: Ich kann aber meine grundsätzliche Aussage nicht zurücknehmen!
  3. Schlechtes Benehmen einiger Jugendlicher bei Kölner Messdiener-Wallfahrt nach Rom
  4. Diözese Amsterdam: 60 Prozent der Kirchen müssen in den nächsten fünf Jahren geschlossen werden
  5. Katholische Pastoralreferentin kann Papstaussagen über Abtreibung ‚nicht akzeptieren’
  6. Bischof Fürst für neues Konzil und gegen Diskriminierung ‚queerer Personen’
  7. Kardinal Koch und Bischof Bätzing führen vertrauliches Gespräch in Rom
  8. Köln: Öffentlicher Muezzinruf offenbar kurz vor dem Start
  9. Die Kirche steht auf dem Kopf. Ein Überblick.
  10. Prof. Werner Münch, Ministerpräsident a.D.: „Es reicht jetzt, Bischof Bätzing!“
  11. Pariser Kirche vibriert vor Leben: Messen und Beichten in Hülle und Fülle, Priesterpräsenz, Beter
  12. Focus: „Pädophilie-Vorwurf - Berlin bekommt schwul-lesbische Kitas“
  13. „Wir wollten den Jom-Kippur-Tag würdigen, aber bebilderten mit Foto des Felsendoms in Jerusalem“
  14. Kardinal Eijk: Flämische Bischöfe sollen Segnung für Homosexuelle zurückziehen
  15. Italienischer Priester verstößt ständig öffentlich gegen kirchliche Lehre: Nun suspendiert

Franziskus wirbt für Aufnahme und Integration

22. August 2017 in Weltkirche, 147 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Welttag des Migranten und des Flüchtlings": Papst legt migrationspolitisches Programm vor - Sehr konkrete Forderungen zum Umgang mit Migranten statt geistlicher Mahnungen - Hintergrundbericht von Kathpress-Korrespondent Burkhard Jürgens


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Dieser Thesenkatalog dürfte für viele ein Stein des Anstoßes werden: Mit ungewöhnlich konkreten Appellen hat sich Papst Franziskus zur Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen zu Wort gemeldet. Darin spricht er sich für humanitäre Korridore und Familiennachzug aus, verlangt Zugang zum Arbeitsmarkt schon für Asylbewerber und Einbürgerungserleichterungen. Brisant in Zeiten des Terrors: Beim Thema Grenzkontrollen müsse die Sicherheit der Schutzsuchenden Vorrang vor der nationalen Sicherheit haben.

Das Dokument mit dem Titel "Die Migranten und Flüchtlinge aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren", das der Vatikan am Montag veröffentlichte, erscheint nicht etwa als Beitrag zur innereuropäischen Flüchtlingsdebatte. Es ist die Botschaft zum nächsten katholischen "Welttag des Migranten und des Flüchtlings", der am 14. Jänner 2018 begangen wird. Adressaten sind insofern ebenso Kolumbien, Indonesien oder die USA - aber eben auch Deutschland, Österreich oder die Schweiz.

Für Franziskus sind Flüchtlinge ein Kern- und Herzensanliegen. Er betont in dem Dokument noch einmal, dass er das von ihm errichtete vatikanische Referat für Migrationsfragen vorerst unter seine persönliche Leitung gestellt haben wollte. Er erinnert auch an seinen Besuch auf der süditalienischen Insel Lampedusa, wo er - wenige Wochen nach seiner Wahl - im Juli 2013 erschüttert der ertrunkenen Flüchtlinge gedachte.

Gegenüber früheren Botschaften zum Weltmigrantentag ist die jetzige ungewöhnlich handfest - eine kleine Programmschrift. Über die Gläubigen seiner eigenen Kirche hinaus wendet sich der Papst an alle politischen und gesellschaftlichen Akteure. Dass er für die Leitpunkte des Schreibens auf die "Grundsätze der Lehre der Kirche" verweist und sich häufig auf seine Vorgänger von Paul VI. (1963-1978) bis Benedikt XVI. (2005-2013) bezieht, unterstreicht den Anspruch auf Gewicht und Geltung.

Die Forderungen haben es in sich: mehr Möglichkeiten einer sicheren und legalen Einreise, Sondervisa für Menschen aus Konfliktgebieten, ja selbst eine Grundsicherung, Zugang zu persönlichen Bankkonten und zum Rentensystem will der Papst für Migranten. Auch ein Mensch, der "das Landesgebiet ohne Genehmigung betreten" habe, behalte seine grundlegende Würde. Bei allem Interesse an nationaler Sicherheit sei "die Sicherheit der Personen stets der Sicherheit des Landes voranzustellen".

Deutlich stellt sich Franziskus gegen einen harten Kurs bei der Abschiebung: "Die kollektiven und willkürlichen Ausweisungen von Migranten und Flüchtlingen sind keine geeignete Lösung, vor allem, wenn diese in Länder geschehen, die die Achtung der Würde und der Grundrechte nicht gewährleisten können." Wer dabei an Libyen denkt, liegt vermutlich nicht falsch.

Legitime Gründe für Flucht und Migration fasst der Papst weit: Krieg, Verfolgung, Katastrophen, Armut. Die "mütterliche Liebe der Kirche" gelte jedem, "der gezwungen ist, die eigene Heimat auf der Suche nach einer besseren Zukunft zu verlassen". Zugleich behält er die Rückkehrperspektive im Blick: Die Fürsorgepflicht gegenüber Flüchtlingen erstrecke sich auf alle Etappen vom Aufbruch über Reise und Ankunft "bis zur Rückkehr". Wichtig sei deshalb, eine Reintegration in den früheren Arbeitsmarkt zu ermöglichen; auch sollten Rückkehrer ihre zwischenzeitlich erworbenen Rentenansprüche mitnehmen können.

Vor allem wirbt Franziskus für bessere Integration. Als geeignete Mittel nennt er Beschäftigung, Sprachkurse und Möglichkeiten aktiver Bürgerschaft, aber auch Medienangebote in den Herkunftssprachen. Die interkulturelle Bereicherung, die der Papst in Flüchtlingen und Migranten sieht, sei ein "langer Prozess"; dieser lasse sich jedoch durch eine leichtere Einbürgerung, besonders für die nachwachsende Generation, beschleunigen.

Mahnend erinnert der Papst abschließend an die Selbstverpflichtung der Staaten, bis Ende 2018 verbindliche Standards zum Umgang mit Migranten und Flüchtlingen zu verabschieden, die "Global Compacts". Die entsprechende Leitlinie für die Kirche stellt Franziskus in einem Bibelzitat seinem Schreiben voran: "Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst."

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Franziskus

  1. Erneut keine Fasten-Exerzitien mit Papst und Kurie in den Bergen
  2. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  3. Vatikan: Papst stellt Live-Gottesdienste ein
  4. Papst Franziskus: Zölibat ist ein Geschenk und eine Gnade!
  5. Europäische Nebelkerzen und wie das Leben unter Indios wirklich ist
  6. Papst bei Bußfeier im Petersdom: Das Böse ist stark
  7. Von den Social Network Communities zur menschlichen Gemeinschaft
  8. Papst bestätigt im Flugzeug Japanbesuch im November
  9. Papst-Sommerprogramm mit Auslandsreisen 23 und 24 veröffentlicht
  10. Papst weiht soziale Wohneinrichtung in Rom ein







Top-15

meist-gelesen

  1. Kardinal Koch an Bätzing: Ich kann aber meine grundsätzliche Aussage nicht zurücknehmen!
  2. Holt Gott zurück in die Politik. Ja, wen denn sonst.
  3. Prof. Werner Münch, Ministerpräsident a.D.: „Es reicht jetzt, Bischof Bätzing!“
  4. Schlechtes Benehmen einiger Jugendlicher bei Kölner Messdiener-Wallfahrt nach Rom
  5. Frieren für die "deutsch-grüne Energiewende" im Bistum Mainz
  6. Pariser Kirche vibriert vor Leben: Messen und Beichten in Hülle und Fülle, Priesterpräsenz, Beter
  7. Der dramatische Angelus von Papst Franziskus zum Krieg Russlands gegen die Ukraine
  8. Warum am Ende der Synode die Synode steht
  9. Bischof Fürst für neues Konzil und gegen Diskriminierung ‚queerer Personen’
  10. Die Kirche steht auf dem Kopf. Ein Überblick.
  11. Kardinal Koch und Bischof Bätzing führen vertrauliches Gespräch in Rom
  12. Focus: „Pädophilie-Vorwurf - Berlin bekommt schwul-lesbische Kitas“
  13. „idea“-Kommentar kritisiert Worte von Landesbischof Gohl im Kölner Dom: „Warum?“
  14. Der Gott des Gemetzels
  15. Joey Kelly: Um Mama zu retten, hätte sie Angelo abtreiben müssen

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz