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Mutter Teresas Schwestern erhalten Copyright auf Ordenstracht

12. Juli 2017 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Die Missionarinnen der Nächstenliebe haben sich erfolgreich um Markenschutz für ihre markante Kleidung bemüht. Gastbeitrag von Elise Harris


Kolkatta (kath.net/CNA Deutsch)

Der berühmte weiße Sari mit den blauen Streifen ist nun das intellektuelle Eigentum der Ordensfrauen, die ihn tragen: Die Missionarinnen der Nächstenliebe haben sich erfolgreich um Markenschutz für ihre markante Kleidung bemüht.

Obwohl es nicht öffentlich kommuniziert wurde, erhielten die Ordensfauen am 4. September 2016, dem Tag der Heiligsprechung von Mutter Teresa das Copyright. Es war der erfolgreiche Abschluss eines drei Jahre langen Verfahrens.

Wie die Agentur "Press Trust of India" berichet, sagte Anwalt Biswajit Sarkar, dass der "blau entworfene Rand der Saris der Missionarinnen der Nächstenliebe als Intellektuelles Eigentum der Organisation am 4. September anerkannt wurde, dem Tag der Heiligsprechung der Mutter".

Als "eingetragenes Markenzeichen" ist der einmalige Design der Saris nun für den Orden geschützt.

Die Missionarinnen der Nächstenliebe hätten jedoch kein Interesse an öffentlicher Aufmerksamkeit und hätten daher diese Tatsache nicht weiter publiziert, so der Anwalt.


Wie die Tracht entstand

Die mittlerweile verstorbene Schwester Gertrude - die zweite Frau, die sich der heiligen Teresa anschloss - erzählt auf der Website der Missionarinnen die Geschichte der Ordenstracht und erklärt deren Symbolik.

Sie habe zum ersten Mal Mutter Teresa am 26. April 1949 gesehen - dem Tag, an dem sie sich ihr anschloss. "Da habe ich sie zum ersten Mal in ihrem weißen Sari mit den drei blauen Streifen gesehen."

"Und was für ein Schock das für mich war - Mutter Teresa, eine Loreto-Schwester, meine Oberin, war nun angezogen wie eine arme Bengali-Frau in einem schlichten weißen Baumwoll-Sari mit drei blauen Streifen".

Das Geschäft, in dem Mutter Teresa die ersten Saris kaufte, hatte diese mit blauen, aber auch grünen und roten Rändern im Angebot. "Mutter wählte den blauen Rand, den wir assoziieren mit der Farbe blau die Gottesmutter Maria. Sie repräsentiert Reinheit".

"Außerdem trugen damals die Frauen, welche die Straße kehrten, einen ähnlichen Sari", erzählte sie weiter. "Somit hat Mutter eine Ordenstracht gewählt, die sowohl symbolisch als auch praktisch war - sie half uns nicht nur dabei, dass wir uns mit den Armen identifizieren, sondern passte auch zum heissen Klima von Kalkutta".

Ursprünglich zahlten die Schwestern 2.50 Rupees für ihre Saris - weniger als 5 Eurocent - aber als der Orden wuchs, bekam es schwierig, die Tracht in ausreichenden Mengen zu bekommen.

Als die Missionarinnen im Jahr 1958 das "Gandhiji Prem Niwas"-Projekt für Leprakranke gründeten, fiel ihnen auf, dass die meisten arbeitslos waren. Die Schwestern kauften Webstühle und bezahlten die Leprakranken dafür, Saris für den Orden zu weben.

Da sich Lepra nicht über die Kleidung verbreitet, waren die Schwestern nicht gefährdet. Die Patienten können bis heute - unter strenger medizinischer Aufsicht - einer Beschäftigung nachgehen, werden dafür vom Orden bezahlt. Die Schwestern versorgen die Kranken zudem mit Lebensmitteln, Kleidung und der medizinischen Pflege.

Was die Farben der Tracht betrifft, steht das Weiß für Wahrheit und Reinheit, während die drei Streifen am Rand an die evangelischen Räte erinnern: Der erste Streifen steht für Armut, der zweite für Gehorsam, und der dritte, breiteste Streifen steht für Keuschheit - aber auch den Dienst - aus ganzem Herzen- an den Ärmsten der Armen.

Das Kreuz, dass über der linken Schulter in den Habit genäht ist, symbolisiert auch, dass für die Missionarinnen der Nächstenliebe der gekreuzigte Heiland der Schlüssel zum Herzen ist.

Novizinnen, die dem Orden beitreten, tragen erst einmal weiße Saris ohne Streifen. Nach vier Jahren der Ausbildung, wenn sie bereit sind, ihre Gelübde abzulegen, erhalten sie ihren Sari mit dem blauen Rand.

Jede Schwester erhält nur drei Saris.

Glaubenszeugen: Mutter Teresa - Der ehemalige missio-Fotograf Karl-Heinz Melters traf Mutter Teresa mehrmals persönlich


Bild oben: Mutter Teresa/Erinnerungsbild


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