Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  10. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  11. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  12. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  13. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  14. Papst betont in Algier Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen
  15. Viel Lärm um nichts?

Osternacht: So viele Erwachsenentaufen wie noch nie

10. April 2017 in Österreich, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Flüchtlinge sorgen für Rekordzahl an Erwachsenentaufen - Katechumenats-Zuständige Dostal: "Einschneidende Momente für Täuflinge und die Gemeinden"


Wien (kath.net/KAP) Über vierhundert Erwachsene - mehr als seit vielen Jahrzehnten - werden in diesem Jahr in Österreich während den katholischen Auferstehungsfeiern in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag getauft. Damit stehen in hunderten Pfarren "sehr einprägsame und einschneidende Momente bevor, für die Täuflinge wie auch für die mitfeiernde Gemeinde", betont Friederike Dostal, die Leiterin des Koordinationsbüros der Bischofskonferenz für Katechumenat und Asyl, im Gespräch mit "Kathpress".

Insgesamt wurden in den heimischen Diözesen heuer 633 Erwachsene zur Taufe zugelassen. Etwa zwei Drittel davon werden in der Osternacht in die katholische Kirche aufgenommen, der Rest im späteren Jahresverlauf. Die Zahl bedeutet einen über 50-prozentigen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Hauptgrund ist die hohe Zahl von Taufbewerbern - sogenannten "Katechumenen" - aus muslimischen Ländern, die im Zuge der Flüchtlingsbewegung nach Österreich kamen und Christen werden wollen.

Die Taufvorbereitung dauert in der katholischen Kirche über ein ganzes Jahr und ist umfangreich: Zentrale Inhalte sind dabei die Bibel, die Sakramente und das Glaubensbekenntnis. Glaube erfordere "nicht nur die Gnade, sondern auch den Intellekt, um ihn bewusst annehmen zu können", so Dostal; bei großen Verständnisproblemen oder nicht geklärter Absicht müsse die Taufe verschoben werden. Doch auch die aktive Teilhabe am Pfarrleben, je nach Möglichkeiten etwa durch Mithilfe bei Pfarrfesten, Pfarrcafe oder Erstkommunionkursen, ist üblich und erleichtert die Aufnahme.


Vorläufiger Höhepunkt der Vorbereitung war bereits zu Beginn der Fastenzeit die Taufzulassung durch den Ortsbischof. Vorgesehen sind weiter die "Skrutinien"-Gebete des Priesters und der Gemeinde für den Täufling, "damit er befreit wird von allen Hürden, die dem Wirken der Taufgnade im Weg stehen", erklärt Dostal. Beim "Effata-Ritus" wird mit einer Handauflegung der Heilige Geist angerufen, zudem legen die Täuflinge öffentlich das Glaubensbekenntnis ab. In der Karwoche wird schließlich in den Domkirchen das Chrisam- und Katechumenenöl geweiht und in die Pfarren gebracht.

Tiefgehendes Erleben

Die Taufe selbst ist für die Katechumenen ein "umwandelndes, sehr tiefgreifendes Erlebnis", so Dostals langjährige Erfahrung. Erwachsene erhalten alle drei Initiationssakramente - Taufe, Firmung und Erstkommunion - in einer Feier. Die innere Einordnung dieser "intensiven Empfindungen" dabei dauere meist viele Wochen, unterstützt durch Nachbesprechungen. Für Christen, die als Säugling getauft wurden, ist laut der Expertin kaum nachvollziehbar, was in den erwachsenen Täuflingen dabei vor sich geht. Selbst wenn Betroffene in Flüchtlingsherbergen lebten und dort ihre Taufe verschwiegen hätten, falle meist auf, dass eine Veränderung eingetreten sei.

Wirkmächtig sei eine Erwachsenentaufe auch für die mitfeiernde Gemeinde, die durch sie ein erhöhtes "Taufbewusstsein" bekomme. Deutlich werde dies beim gemeinsamen Akt der Tauferneuerung, der in der Osternacht an Taufe und Firmung anschließt. "Es gibt zu denken, dass sich jemand öffentlich und aus innerer Überzeugung für den Glauben entscheidet - und dafür vielleicht sogar große Gefahren auf sich genommen hat."

Gemeinsame Hilfe zur Integration

Die Bedeutung der Gemeinde für den Weg zur Taufe und danach sei nicht zu unterschätzen, so Dostal weiter. "Sie soll die Leute integrieren und vorleben, was Christsein und Gemeindesein bedeutet; etwa, dass man füreinander Sorge und Verantwortung trägt, gemeinsam betet und auch feiert, isst und trinkt." Einzelnen Personen aus der Gemeinde - die häufig auch das Patenamt übernehmen - komme dabei eine besondere Rolle zu, Ansprechpartner zu sein und der Beheimatung dienliche Kontakte herzustellen.

Hohe Bedeutung maß die Theologin jedoch auch dem Gebet der Gemeinde für die Täuflinge zu. "Es geht vor allem darum, sich von den anderen auf diese Weise getragen zu wissen." Auf beiden Seiten sei schließlich Geduld und ein Zugehen aufeinander nötig, um Scheu und Ängste zu überwinden - "besonders wenn es sich um Menschen aus anderen Kulturkreisen handelt", so Dostal. Da das Engagement der Gemeinde in der Regel groß sei, funktioniere die Annäherung jedoch ohnehin meist gut.

Alles vorbereitet für die Taufe


Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto (c) kath.net/Petra Lorleberg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 mirjamvonabelin 12. April 2017 
 

"Es soll ja bekannlich Wunder geben"

und daran halte ich fest!

Zweifel will ich nicht aufkommen lassen, die könnten die Wunder verhindern...


1
 
 altma44 12. April 2017 
 

Oh-Ihr Gutmenschen....
Menschen die sich sorgen werden in das Abseits gestellt
Zweifel sind durchaus berechtigt
Doch die Zahl 400 Menchen stört mich
Habe Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe Berlin
Die Motive sind vielschichtig
Es soll ja bekannlich Wunder geben


1
 
 Theodor69 11. April 2017 
 

@altma44

Ich finde es unglaublich hier so etwas zu unterstellen. In unserer Pfarre in Wien sind immer wieder Erwachsenentaufen. Ich finde das wunderschön. Mir kommen dabei oft Tränen der Rührung. Und jetzt kommen Sie daher unterstellen einfach unlautere Motive.... Ein kleiner Hinweis: Die Fastenzeit dient der Umkehr!


2
 
 mirjamvonabelin 11. April 2017 
 

Ja,ja

@altma44
ich will gar nicht nachdenken, ob sie recht haben.
Ich habe mich entschieden das Gute zu glauben.
Dazu gibt es auch einen guten Grund: die lange Vorbereitung auf die Taufe.
Ich bin überzeugt das diese Neugetauften mehr über den katholischen Glauben wissen als die meisten Katholiken in Österreich.


2
 
 Thekla 11. April 2017 
 

@ altma44

Halten Sie den christlichen Glauben für so wenig überzeugend, das Sie nicht an die redliche Gesinnung von Konvertiten glauben, die sich während eines langen Katechumenats auf die Taufe vorbereitet haben.


2
 
 mirjamvonabelin 10. April 2017 
 

@altma44

Wir dürfen nicht solche Zweifel aufkommen lassen, sonst zweifeln wir an der Wirkmächtigkeit der Taufe.
Wir wollen doch nicht an Jesu Worten zweifeln???


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Taufe

  1. US-Erzdiözese Boston: Rekordzahl an Erwachsenentaufen zu Ostern
  2. Bistum Hongkong im Aufbruch: Erneut rund 2.500 Taufen zu Ostern 2026, davon 1.600 Erwachsene
  3. Niederlande: 40 Prozent Zunahme bei Aufnahme von Erwachsenen in die katholische Kirche
  4. Erzbistum Sydney: Rekordzahl an Aufnahmen in die katholische Kirche
  5. Belgien: Rekordzahl an Erwachsenentaufen zu Ostern 2026
  6. Nuntius Eterović: „Danken wir dem dreieinigen Gott von Herzen für das große Geschenk der Taufe“
  7. Exponentieller Anstieg von Bewerbern um die Erwachsenentaufe in Nordost-Spanien
  8. Georgischer Patriarch Ilia II. hat bereits 50.000 Patenkinder
  9. Vatikan: Bei Kirchenaustritt keine Löschung aus dem Taufregister
  10. Brasilianischer Fußballstar Ronaldo ließ sich mit 46 Jahren taufen







Top-15

meist-gelesen

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  6. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  9. "Derselbe Polarstern"
  10. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  11. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  12. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  15. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz