Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  6. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  13. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  14. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  15. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“

Franziskus unter «älteren Brüdern»

17. Jänner 2016 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Papst besucht die Große Synagoge von Rom. Von Thomas Jansen (KNA)


Rom (kath.net/KNA) Dass es drei Jahre dauerte, bis Franziskus zum ersten Mal eine Synagoge betrat, erscheint auf den ersten Blick erklärungsbedürftig. Immerhin besuchte er in der Zwischenzeit bereits zwei Moscheen, eine in Istanbul und eine in Bangui, sowie einen buddhistischen Tempel in Colombo. Außerdem zählt er einen argentinischen Rabbiner zu seinen engen Freunden. Und schließlich trennt die Große Synagoge Roms und den Petersdom nicht viel mehr als der Tiber. Im Vatikan wurde jedoch vor dem Besuch versichert, dass dies rein terminliche Gründe habe. Auch Roms Oberrabbiner Riccardo Di Segni berichtete, dass der Besuch seit längerem geplant war.

Die letzten Zweifel dürften durch den herzlichen Empfang von Franziskus und die informelle Atmosphäre zerstreut worden sein, die am Sonntag in der Großen Synagoge am Tiberufer herrschten. Franziskus nahm sich ausgiebig Zeit, um Hände zu schütteln, Worte zu wechseln, hörte zu, lachte, es wirkte beinahe wie ein Pfarreibesuch.

Doch ein Besuch des Papstes in der Großen Synagoge ist stets mehr als eine Begegnung des Bischofs von Rom mit der lokalen jüdischen Gemeinde. Er ist immer auch eine Reverenz des Oberhaupts der katholischen Kirche an das Judentum. Unverzichtbarer Bestandteil hierbei ist das Gedenken an die Schoah - 1.024 römische Juden wurden am 16. Oktober 1943 nach Auschwitz deportiert. Hier folgte Franziskus dem Vorbild seiner Vorgänger Johannes Paul II., der 1986 als erster Papst der Neuzeit die römische Synagoge aufsuchte, und Benedikt XVI., der 2010 in das jüdische Gebetshaus am Tiberufer kam.


Sechs Millionen Menschen seien «Opfer der unmenschlichsten Barbarei geworden, die im Namen einer Ideologie verübt wurde, die Gott durch den Menschen ersetzen wollte», sagte Franziskus. Benedikt XVI. hatte es seinerzeit unterlassen, die Zahl von sechs Millionen Ermordeten ausdrücklich zu nennen, und wurde dafür von jüdischer Seite kritisiert.

Das Wort «Kontinuität» war vor dem Besuch oft zu hören, vom Vatikan, aber auch von der jüdischen Gemeinde. Franziskus stelle sich damit in die Tradition seiner Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI., hieß es allenthalben. Doch bei aller Kontinuität zeigte die Rede des Papstes auch, dass sich der katholisch-jüdische Dialog weiterentwickelt. Franziskus setzte durchaus neue Akzente.

Anders als seine Vorgänger beließ er es nicht bei einer Würdigung der epochalen Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Verhältnis zum Judentum. Er wies auch auf Grenzen des betreffenden 50 Jahre alten Dokuments «Nostra aetate» hin, das den Grundstein für den jüdisch-katholischen Dialog legte. Natürlich habe es nicht alle theologischen Fragen lösen können, aber es sei ein ermutigender Impuls gewesen, so Franziskus.

Diese Äußerung dürfte Roms Oberrabbiner Riccardo Di Segni gefreut haben. Denn der hatte sich im September beim Besuch einer Delegation der Deutschen Bischofskonferenz in der Synagoge im gleichen Sinne über dieses Dokument geäußert. Damals bemängelte er, dass zwar jede Form von Antijudaismus verurteilt werde, eine positive theologische Bestimmung des Verhältnisses zwischen Judentum und Christentum jedoch fehle.

Ein Satz in der Rede des Papstes dürfte Di Segni daher mit besondere Genugtuung registriert haben: «Die Kirche erkennt die Unwiderruflichkeit des Alten Bundes und der fortwährenden und treuen Liebe Gottes zum Volk Israel an, auch wenn sie das Heil durch den Glauben an Christus bekennt», sagte der Papst. Das Publikum unterbrach ihn mit einem kräftigen Applaus. «Ältere Brüder» nannte Franziskus die Juden und griff damit eine Bezeichnung auf, die Johannes Paul II. geprägt hatte. Benedikt XVI. hatte stets von den «Vätern im Glauben» gesprochen.

Beim dritten Mal begründet man eine Tradition besagt ein jüdisches Sprichwort. Künftig dürfte kein Papst mehr um einen Besuch in der Großen Synagoge von Rom herumkommen, heißt es im Vatikan.

Papst Franziskus besucht die Große Synagoge von Rom


(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Judentum

  1. „Die katholische Gemeinschaft hat heute Morgen für unsere jüdischen Nachbarn und Freunde gebetet“
  2. Chanukka & Weihnachten: Christen und Juden betonen Gemeinsamkeiten
  3. „Was Benedikt XVI. uns über Israel lehrte – und warum es heute von Bedeutung ist“
  4. 'Am Vorabend der Reichspogromnacht...'
  5. Kritische Anfrage des israelischen Oberrabbinats an Papst Franziskus
  6. Israelischer Botschafter in Polen äußert sich sehr wertschätzend über Papst Johannes Paul II.
  7. Schönborn: Christen dürfen nie das den Juden angetane Leid vergessen
  8. 'Wir sagen euch Deutschen: Seid gesegnet! Kommt zum Leben'
  9. „Heute habe ich erlebt, was es bedeutet, Jude zu sein im Jahr 2019“
  10. Papst besorgt über ‘barbarische’ Zunahme von Angriffen auf Juden







Top-15

meist-gelesen

  1. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  2. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  3. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  4. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  5. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  6. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  7. Eine Stadt im völligen Ausnahmezustand: Hohe Sicherheitsstufe für Papstbesuch in Paris
  8. Priester bei Messer-Attacke in polnischem Kloster getötet
  9. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  10. Pater Stanisław Tasiemski OP vor Papstreise: „Wohin gehst du, Frankreich?“
  11. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  12. 'Putin ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr mehr Christen zu töten als der ISIS'
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Über das Dämonische
  15. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz