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Bistum Hildesheim: Haben Staatsanwaltschaft sofort eingeschaltet

1. Dezember 2015 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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In WDR-Beitrag räumte Ex-Jesuit R. ein, 2006 ein elfjähriges Mädchen sexuell bedrängt zu haben. 2011 stellte Berliner Justiz Ermittlungen ein. R. gilt als einer der Haupttäter im Missbrauchsskandal des Berliner Jesuitengymnasiums Canisius-Kolleg.


Hildesheim (kath.net/KNA) Das Bistum Hildesheim hat Vorwürfe zurückgewiesen, 2010 einen angezeigten Missbrauchsvorwurf gegen den pensionierten Pfarrer Peter R. zu spät an die Staatsanwaltschaft weitergegeben zu haben. Die Vorwürfe seien «in keiner Weise haltbar», erklärte der Weihbischof und stellvertretende Generalvikar Heinz-Günter Bongartz am Dienstag vor Journalisten in Hildesheim. Er äußerte sich zu einer am Montagabend von der ARD ausgestrahlten WDR-Dokumentation.

Bongartz warf der Autorin der Sendung vor, die chronologischen Abläufe falsch dargestellt zu haben. Laut Weihbischof hatten die Erziehungsberechtigten im Namen eines Mädchens erst im November 2010 eindeutige Missbrauchs-Vorwürfe erhoben. Daraufhin habe das Bistum «unmittelbar die Missbrauchsanzeige zur Ermittlung an die Staatsanwaltschaft abgegeben». Ein Gespräch wenige Monate zuvor im März 2010 in Begleitung einer Lehrerin der 14-Jährigen habe keine eindeutigen Hinweise auf sexuellen Missbrauch ergeben.


Nach Darstellung des WDR meldete die Betroffene bereits im März 2010 die Tat dem Bistum. Auf Drängen der Erziehungsberechtigten habe die Diözese Hildesheim aber erst rund zehn Monate später die Berliner Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Dort war die mutmaßliche Tat erfolgt.

Laut Bongartz lag die Chronologie der Ereignisse der zuständigen Redakteurin der WDR-Reportage vor. «Uns ist es unverständlich, wie auf dieser Grundlage derartige Vorwürfe erhoben werden können», sagte der Weihbischof. «Für mich sind bei einer solchen Transparenz des Verfahrens die erhobenen Vorwürfe nicht nachvollziehbar.»

Zugleich sagte der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, er würde es begrüßen, wenn die Staatsanwaltschaft angesichts der jüngsten Entwicklungen die Ermittlungen wieder aufnehmen würde.

In dem WDR-Beitrag räumt der frühere Jesuit Peter R. ein, im Jahr 2006 in seiner Berliner Wohnung ein ihm bekanntes elfjähriges Mädchen aus Hildesheim sexuell bedrängt zu haben. 2011 stellte die Berliner Justiz die Ermittlungen gegen die Zahlung einer Geldauflage von R. ein. Ihr war nach eigenen Angaben nicht bekannt, dass R. im Januar 2010 als einer der Haupttäter im Missbrauchsskandal des Berliner Jesuitengymnasiums Canisius-Kolleg gilt.

Bongartz verteidigte auch das Vorgehen des Berliner Kirchengerichts, das Peter R. im Januar 2014 zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt hatte. Das kirchenrechtliche Strafverfahren sei «als zusätzliche disziplinarische Maßnahme zu verstehen, sagt der Weihbischof. »Die Kirche hat nicht im Geheimen ermittelt.«

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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