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Kurienkardinal Koch: 2017 ist kein Grund zum Feiern

27. Februar 2014 in Aktuelles, 10 Lesermeinungen
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Kurienkardinal Kurt Koch im EWTN-TV-Interview mit Paul Badde: "Natürlich will jeder Katholik evangelisch sein, in dem Sinne, dass er kein anderes Fundament kennt als das Evangelium"


Bonn/Rom (kath.net/EWTN) Das Jahr 2017 steht im Zeichen des Gedenkens an die Reformation vor 500 Jahren. Ein Grund zum Feiern ist das nach Ansicht des Kurienkardinals Kurt Koch jedoch nicht. Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen empfindet die dadurch entstandene Kirchenspaltung als tragisch. Entgegen des Aufrufs Jesu "Ihr sollt alle eins sein" ist die Christenheit gespalten in Katholiken, Orthodoxe und Protestanten. In diesen konfessionellen Begriffen kommt nach Auffassung Kochs "die ganze Dramatik der Kirchenspaltung zum Ausdruck". Der Begriff "evangelisch" sei nicht nur auf den Protestantismus zu begrenzen: "Natürlich will jeder Katholik evangelisch sein, in dem Sinne, dass er kein anderes Fundament kennt als das Evangelium." Auch "orthodox", also "rechtgläubig", wolle er als Katholik sein.


Im Interview mit Paul Badde, dem Rom-Korrespondenten von EWTN, spricht Kardinal Koch über die Entwicklungen und Chancen der Ökumene. Er erläutert die Fortschritte im Dialog mit der Ostkirche und die neuen Herausforderungen durch die in Lateinamerika und Afrika missionarisch sehr aktive Pfingstbewegung. Thema ist auch die bevorstehende Begegnung zwischen Papst Franziskus und dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., im Mai im Heiligen Land. Die erste derartige Begegnung der Kirchenvertreter liegt 50 Jahre zurück, als sich Papst Paul VI. und Patriarch Athinagoras 1964 in Jerusalem trafen und kurze Zeit später die gegenseitige Exkommunikation aufhoben.

Hinweis: Interview mit Kardinal Koch auf EWTN am Donnerstag, dem 27. Februar, um 20.30 Uhr www.ewtn.de


Paul Badde: Interview mit Kurt Kardinal Koch auf KathTube Teil 1:



Teil 2:



Foto Kardinal Kurt Koch im Gespräch mit Paul Badde (c) EWTN/Screenshot


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Lesermeinungen

 Tannhäuser 28. Februar 2014 
 

Thomas59

Leider habe ich es schon erlebt, dass eine Frau begeistert zur Arbeit kam mit Sekt. Als Begründung diente ihr, dass die Scheidung von ihm Ehemann endlich durch ist.


0
 
 Thomas59 28. Februar 2014 
 

Feiern?

Wie kann man denn eine Spaltung feiern? Es kommt doch auch niemand auf die Idee eine Scheidung zu feiern. Wer sich noch einigermaßen einen gesunden Menschenverstand bewahrt hat findet das einfach nur geschmacklos


5
 
 Kimusi 27. Februar 2014 

@franziskus II

Wie kommen Sie denn auf die Idee? Das geht gar nicht! Das Abendmahl der Protestanten ist nunmal nicht das Gleiche wie unsere Eucharistiefeier. Ohne Priesterweihe kann es keine Wandlung geben. Eine eucharistische Gastfreundschaft ist dadurch absolut ausgeschlossen.


6
 
 franziskus II 27. Februar 2014 
 

Vergangenheitsbewältigung

Vielleicht kann dieser Anlass dazu beitragen, einander die Verletzungen zu verzeihen und nicht nur die Taufe, sondern auch das Abendmahl, bzw. Eucharistie gegenseitig anzuerkennen, bzw. wenigstens die Eucharistische Gastfreundschaft zu pflegen. Davon hat ja meines Wissens einst Walter Kasper als Uni-Prof. noch gesprochen.


2
 
 gino 27. Februar 2014 
 

@TOKOBI Schrift und Tradition

Für Dr. Martin Luther war die Bibel die Heilige Schrift, Gottes Wort. In der Katholischen Kirche sind heute Schrift, Glaube und Lehre ununterscheidbar identisch. Die Evangelischen Freikirchen orientieren sich an Luther, glauben, lehren und bekennen wie die Schrift sagt. Der Herr Jesus Christus kommt, die Zeit der Erfüllung ist nahe (Offenbarung 1, 1-3). Tokobi, aus diesem Bibel-Buch sollen wir vorlesen. Allein die Schrift sagt mit Nachdruck auch der Apostel Johannes. Und in Kapitel 22, 18-21 warnt der Apostel Johannes mit heiligem Ernst die Gläubigen, nichts dazu zu setzen oder etwas wegzulassen.


5
 
 Tannhäuser 27. Februar 2014 
 

2017 kein Grund zum Feiern? Hat der Kardinal Fatima vergessen? Hallo. 1000 Jahre Fatima. Ist das kein Grund zum Feiern?
Der Ruf nach Busse ist jedoch auch richtig. Aber das tut ein Katholik ja sowieso, wenn er regelmäßig das Sakrament der Beichte empfängt.


5
 
 HansQ 27. Februar 2014 
 

Tradition (@TOKOBI)

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.
Ich würde jedoch nicht behaupten, dass Protestanten nicht nach Jesus Christus selbst suchen würden. Sie legen jedoch bei ihrer Suche hauptsächlich die heilige Schrift zugrunde, unter der Prämisse, dass Traditionen auch Fehler enthalten können.

Ein interessantes Beispiel möchte ich anführen:
in konservativen Kreisen gibt es scharfe Debatten, wie das 2. Vatikanum zu bewerten sei. Scheinbar ist hier nicht klar und eindeutig, was Tradition ist.
Wurde denn das Konzil nicht von den Bischöfen und vom Papst verabschiedet? Wie kann dann Kritik, ja Ablehnung daran laut werden? Kritiker wie die Piusbruderschaft werfen den Konziltexten Schwammigkeit, ja Widersprüche zu früheren Glaubensdogmen vor. Es gibt also durchaus Diskussionen und Reibungen in dem, was wir Tradition nennen. (Das gleiche werden Protestanten aber auch in der Bibel finden, für viele Texte gibt es verschiedene Exegesen).
Das Ringen um Wahrheit fordert also alle Christen.


4
 
 TOKOBI 27. Februar 2014 
 

Schrift & Tradition gemeinsam sind das Fundament!

Zitat: „Natürlich will jeder Katholik evangelisch sein, in dem Sinne, dass er kein anderes Fundament kennt als das Evangelium.“
Das ist, in seiner Simplifizierung, ein problematischer Satz.
Was ist hier genau mit „Evangelium“ gemeint? Das protestantische „sola scriptura“ meint damit die Heilige Schrift und sehr präzise genau nur diese. Das katholische Christentum ist aber eines genau nicht: es ist keine Buch-Religion, sondern eine Offenbarungsreligion. Diese letztgültige Offenbarung ist uns in Jesus Christus, dem menschgewordenen Gottessohn, geschenkt. Der oben zitierte Satz ist also nur dann richtig, wenn er mit „Evangelium“ Jesus Christus selber meint. Diese Offenbarung ist reicher als nur das niedergeschriebene Neue Testament. Sie umfasst auch das, was der Katholik Tradition nennt. Die weitgehende Verschriftlichung der Worte und Taten Jesu, also des NT, ist Teil, aber nur ein Teil, des viel breiteren „Stromes“ der Offenbarung. Man sollte solche Missverständlichkeiten vermeiden.


7
 
 Dismas 27. Februar 2014 

DOCH ein wichtiger Grund zu feiern:

Aber ich denke, es ist kein direkter Widerspruch zu seiner Em.Koch,den ich sehr schätze:
Denn wir haben etwas Wichtiges zu feiern: 100 Jahre das Erscheinen der Hl.Gottesmutter in Fatima!!
DAS werden wir feiern, was ist dagegen ein Luther mit seiner verirrten Theologie?


12
 
 speedy 27. Februar 2014 
 

Papst franziskus sollte das jahr 2017, als jahr der Busse ausrufen


15
 

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