Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  4. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  5. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  6. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  7. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  8. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  9. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  10. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  11. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  12. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  13. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  14. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  15. Wenn die Erinnerung bleibt, aber der Glaube schwindet

Der Kampf um das Leben: Kultur des Todes und die Stadt auf dem Berg

7. Jänner 2014 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mit seinem impliziten Ja zur Abtreibung hat sich der Theologe Hermann Häring selbst exkommuniziert. Ein kath.net-Klartext von Bischof Andreas Laun


Salzburg (kath.net) Die Kirche bringt in erster Linie die Botschaft von Gott, von der Auferstehung, von der Vergebung der Sünden. Folgerichtig muss sie auch davon reden, was Sünde ist und worin die schlimmen und ganz schlimmen Folgen der Sünde bestehen. Je nach Akzeptanz einer bestimmten Sünde bei den Menschen und des Lügens über sie im Sinne des Schönredens muss die Kirche ihren Warnruf verstärken und wiederholen, bezüglich anderer Sünden darf sie die Warnung dem Gewissen des Einzelnen überlassen oder sogar der öffentlichen Meinung.

Was Abtreibung betrifft: Kaum eine andere Sünde bezüglich derer so schamlos gelogen wird und die für ein ganzes Volk so schreckliche Folgen hat: von dem persönlichen Trauma der betroffenen Frauen bis hin zur Zerstörung des moralischen Wissens einer ganzen Gesellschaft und, nicht zu vergessen, bis zum demographischen Tsunami, dessen Schaumkronen am Horizont schon sichtbar werden.

Darum ist es notwendig, das Thema immer wieder anzusprechen, nicht leise, sondern laut und immer wieder.

Ein weiterer Grund für diese „pastorale Belästigung“ der Menschen ist: Die Ideologie, die in ihrer extremsten Form Abtreibung sogar als Menschenrecht anerkannt wissen will, ist ein Stück weit sogar in die katholische Kirche eingedrungen. Sie wird das absolute Nein der Kirche, verwurzelt im Gebot Gottes, zwar nicht umstoßen können, aber als Häresie kann sie sich da und dort einnisten und hat es schon getan: Auf manchen Katholiken-Tagen dürfen Pro-Life-Gruppen ihre Informations-Materialien nicht verteilen, und das „Kirchenvolksbegehren“ lässt den emeritierten Theologen Hermann Häring zur Enzyklika Evangelii gaudium von Papst Franziskus schreiben: Es gebe in diesem Dokument zwar viel Gutes, aber leider auch „traditionell umstrittene, für unsere Reformideen wunde Punkte. Dieser reformfreudige Papst lehnt Abtreibung, Homosexualität, Frauenpriestertum und die Aufhebung des Zölibats ab.“


Von den anderen Themen rede ich hier nicht, nur von dem Recht auf Leben und der Leugnung dieses Rechtes durch die weltweite Abtreibungs-Ideologie: Mit seinem impliziten Ja zur Abtreibung hat sich Häring selbst exkommuniziert. Wenn es noch eines Beweise bedurft hätte: Das Kirchenvolksbegehren, das in diesem Ja offenbar die eigene Haltung dokumentiert, steht ein gutes Stück weiter außerhalb der katholischen Kirche als es zu befürchten war.

Das ist unsere Not, die zwar nicht schon „vollständige“, wohl aber teilweise schon bestehende Kirchenspaltung durch Leugnung von Glaubens- und auch Vernunft-Wahrheiten. Ihr, dieser Kirchenspaltung, muss das unser erstes ökumenische Bemühen gelten. Es besteht eine gewisse heilige Ironie darin, dass uns dabei viele Christen aus den evangelischen Gemeinschaften zu Hilfe kommen – sie sind dem Evangelium näher als so manche „Katholiken“. Gott sei Dank gibt es sie!

Gedanken der Verzweiflung? Nein, denn in derselben Kirche, in der solches geschieht, gibt es auch ganz, ganz andere Zeugen und Stimmen. Man denke an die Abstimmungen in Kroatien, in der Slowakei, in Slowenien zu Ehe und Familie, aber auch an die vielen Kundgebungen für das Leben in so vielen Städten Europas und der ganzen Welt.

Ein besonders berührendes Zeugnis einer einzelnen Frau möchte ich hier weitergeben. Er macht Mut und gibt Hoffnung, dass die Wahrheit tatsächlich nur kurz untergeht in dem Unsinn einer Ideologie, aber niemals ertrinkt. Erst vor kurzem erhielt ich folgendes Schreiben:

„Mit immer größerer Dankbarkeit habe ich Ihre Worte zum gemeinsamen Zeugnis für das Leben gelesen. Welche Ermutigung! Vergelt's Gott!! Bischöfe, die mit dem Volk gegen Abtreibung für das von Gott jedem Menschen geschenkte Leben Zeugnis geben, das wäre eine starke Geste.

Auch ich habe einen behinderten Sohn, und habe diesen Sohn als mein größtes Glück erfahren. Einem solchen Menschen würde die pränatale Diagnostik das Lebensrecht absprechen. Es gibt für einen behinderten Menschen heute keinen gefährlicheren Ort als den Mutterschoß. Niemand aber klärt eine Mutter darüber auf, was es heißt den eigenen Leib zum Grab gemacht zu haben. Mit dieser Erfahrung bleibt sie allein.

Heute ist mein Sohn Dirigent und Politiker und nach seinem letzten Konzert hat ein Zuhörer zu mir gesagt. "Das Leben ihres Sohnes hat sich wirklich gelohnt." Seien Sie dankbar, dass Sie in den Medien Gehör finden und damit viele Menschen zum Umdenken anregen dürfen.

Auch ich würde gern von den Dächern schreien, welche Katalysatoren der Liebe die behinderten Menschen sind.

In Deutschland warten wir noch auf solche mutige Verteidigung der Gebote Gottes. Gott vergelte Ihnen reich Ihr Treue zu seinem Evangelium. Vielen Dank.“

Dieses Lob beschämt mich auf der einen Seite, aber es freut mich auch auf der Anderen, zumal es allen gilt, die sich für das Leben einsetzen. Das Zeugnis dieser Frau ist wichtig für uns alle. Aber wie bzw. wer auch immer, iIn diesem großen Kampf gilt: Gott allein ist es, der uns die Kraft schenkt und letztlich den Sieg geben wird!

Der große kath.net-Buchtipp!

Klartext I: Seht, wie sie miteinander streiten
Von Bischof Andreas Laun
150 Seiten
2013 Dip3 Bildungsservice GmbH
ISBN 978-3-902686-49-7
Preis 8.90 EUR

Bestellmöglichkeit: Link zum kathShop


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  2. US-Lebensschützer ändern Wortwahl nicht: Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen
  3. Argentinien tritt Lebensschutz-Koalition bei
  4. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  5. US-Senat bestätigt Todd Blanche als Justizminister – Pläne gegen Versandhandel mit Abtreibungspillen
  6. US-Bischöfe rufen Amerikaner zu Gebet und Aktionen gegen Abtreibungspillen auf
  7. Zürcher ‚Marsch fürs Läbe‘ erneut nach Oerlikon verlegt
  8. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  9. ‚Marsch fürs Läbe‘: Organisatoren beharren auf Kundgebung in der Zürcher Innenstadt
  10. Knappe Mehrheit der US-Amerikaner für Abtreibung nur in wenigen Ausnahmen






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Russland: Autobiografie von Papst Franziskus zensiert
  4. Vatikan-Außenminister zieht positive Bilanz seiner Moskau-Reise
  5. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  6. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  7. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  8. Polen - Erzbischof Galbas: „Es gehört auch zum Auftrag der Kirche zu sagen: ‚Du darfst nicht‘“
  9. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  10. Jüngerschaft in Wien und darüber hinaus
  11. ‚Wir steuern auf eine Katastrophe zu‘: Warnung vor gescheiterter Integration in Deutschland
  12. Polizei in Papst-Städtchen auf E-Bikes im Einsatz
  13. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  14. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  15. Papst erlässt neues Verfahren zu Absetzung ostkirchlicher Patriarchen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz