Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  2. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  3. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  4. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  5. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  6. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  7. Der Bischof und der Denunziant
  8. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  9. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  10. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  11. Papst Leo XIV. nimmt Rücktrittsgesuch von Bischof Wiesemann an
  12. Nach Lebensschutzdemonstration: Zwölf Polizisten von Linksradikalen verletzt
  13. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'
  14. Neues Eigentümer-Ehepaar lässt Ex-Epstein-Ranch drei Tage lang exorzieren
  15. Töten bis zur Geburt - Aber US-Gouverneurin bleibt 'stolze Katholikin'

Vatikanischer Kulturchef: Berlin ist religiös fast «eine Wüste»

21. November 2013 in Deutschland, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Ravasi: Berlin gehöre «zu den Städten in Europa, in denen die Säkularisierung am weitesten fortgeschritten ist«


Berlin (kath.net/KNA) Berlin ist nach Worten des Präsidenten des Päpstlichen Kulturrats, Gianfranco Kardinal Ravasi (Foto), in religiösen Dingen «fast so etwas wie eine Wüste». Das Christentum befinde sich in der deutschen Hauptstadt «wirklich in der Defensive», sagte der Kardinal im Interview mit der Tageszeitung «Die Welt» (Donnerstag). Berlin gehöre «zu den Städten in Europa, in denen die Säkularisierung am weitesten fortgeschritten ist«, so Ravasi. Dabei sei es »üblich geworden, sich auf die vorletzten Fragen zu konzentrieren«. Er selbst wolle hingegen bei einem Dialogforum dort grundsätzliche Fragen erörtern, etwa »nach Leben und Tod, nach der Wahrheit, nach der Bioethik«.

Ravasi nimmt vom 26. bis 28. November in Berlin an einer Veranstaltung der von ihm geleiteten Dialoginitiative »Vorhof der Völker« teil. Die Tagung steht unter dem Leitwort »Freiheitserfahrungen mit und ohne Gott«. Unter den Veranstaltern sind der Päpstliche Kulturrat, die Deutsche Bischofskonferenz und das Erzbistum Berlin.


Ravasi nannte im Gespräch mit der »Welt« das Christentum die europäische »Muttersprache« auch für diejenigen, die es ablehnten. Ohne Christentum seien auch Nietzsche und Voltaire nicht zu verstehen, sagte er unter Bezug auf den Lyriker T. S. Eliot. »Wenn wir diese Muttersprache verlernen, dann verlieren wir unsere Identität«, sagte Ravasi. »Wir haben heute keine klare kulturelle Identität mehr. Die Muslime dagegen haben eine starke kulturelle Identität, gegründet auf ihren Glauben. Das Christentum, das Europa so geprägt hat, verblasst.«

Deshalb müsse christliche Religion ein Thema an den Schulen bleiben, »und zwar nicht aus spirituellen Gründen, nicht damit wir uns als Kirche behaupten, sondern aus kulturellen Gründen«, sagte Ravasi. Aus dem gleichen Grund hätten die christlichen Wurzeln Europas in der Präambel der Europäischen Verfassung als »kulturelles Faktum« erwähnt werden sollen, so der Kardinal. Auch die katholische Kirche müsse zu einer zeitgemäßen Sprache finden, »kurze Sätze, auf den Punkt formuliert. Man könnte sagen: Tweets.«

Ravasi wandte sich gegen die Deutung, die von Benedikt XVI. begründete Dialog-Initiative »Vorhof der Völker« ziele mehr auf Missionierung als auf ein Gespräch. Der katholische Part wolle »nicht überzeugen« oder neue Anhänger werben, aber »dem Ungläubigen etwas mitteilen, was für diesen wichtig und nützlich sein könnte«, sagte Ravasi. »Und das gilt umgekehrt auch: Auch der Ungläubige kann dem Gläubigen etwas vermitteln, das für diesen nützlich und wichtig sein kann. Wenn schon Evangelisierung, dann eine auf Umwegen.« Auch Nichtglaubende nähmen an dem Dialog nur teil, weil für sie die Fragen des Glaubens und der Transzendenz nicht unerheblich seien.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Kardinal Ravasi: (c) Catholic News Agency


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Der Bischof und der Denunziant
  3. Wie die deutsche Bundesregierung Ihre Steuergelder verschwendet!
  4. 21 Märtyrer: 20 ägyptische Kopten und ein Wanderarbeiter aus Ghana
  5. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  6. Vor 100 Jahren: Guadalupe-Bild heimlich in Kleiderschrank versteckt
  7. Cardinal Confusione
  8. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  9. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  10. Frau, dein Glaube ist groß! Die Gnade, die Grenzen überschreitet
  11. Studie: Weniger Angststörungen in religiös geprägtem Umfeld
  12. Medjugorje und Papst-Akademie laden zu ersten "Mariologischen Tagen"
  13. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  14. Stift Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim tritt zurück
  15. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz