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Eine Teilentlastung für Tebartz-van Elst

17. Oktober 2013 in Deutschland, 11 Lesermeinungen
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Vatikan war über Limburger Bauprojekt im Grundsatz informiert. Die Behauptung des bischöflichen Vermögensverwaltungsrats über Täuschung wird durch das jetzt bekanntgewordene Protokoll erschüttert. Von Ludwig Ring-Eifel (KNA)


Rom (kath.net/KNA) Ein vertrauliches Sitzungsprotokoll aus dem Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls in Limburg hat die Nachrichtenlage über Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Foto) verändert.

Bislang schien es, als habe der in der «Bild»-Zeitung als «Protz-Bischof» und vom «Spiegel» als «Lügen-Bischof» titulierte Oberhirte sogar den Papst hinterlistig getäuscht, indem er das teure Bauprojekt in zehn Einzelprojekte stückelte. Nun aber spricht das der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zugespielte Protokolle davon, dass der Vertreter des Papstes in Deutschland dieser Stückelung ausdrücklich zugestimmt habe - und das noch vor dem Baubeginn am Limburger Domberg, der 2010 erfolgte.

Mit dieser grundsätzlichen Zustimmung im Genehmigungsverfahren sind natürlich nicht die Luxus-Details der bischöflichen Wohnung «abgesegnet» worden. Aber zumindest ist der Vorwurf eines «kirchenrechtlichen Schwarzbaus» auf dem Domberg wahrscheinlich nicht mehr zu halten.


Hinzu kommt, dass die in Medienberichten und Talkshows oft wiederholte Behauptung, der Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls als zuständiges Aufsichts- und Beratungsgremium sei umgangen, getäuscht oder überhaupt nicht informiert worden, ebenfalls durch das Protokoll erschüttert wird. Zwar haben die drei katholischen Laien in dem Gremium laut Protokoll ihren «Dissens» zu der Kostensteigerung bekundet. Doch dann haben sie nach einer Debatte die Gesamtkosten von damals 29,5 Millionen Euro am 28. August 2013 einstimmig «als Zwischenfinanzierung genehmigt». Das betreffende Protokoll unterzeichneten sie allerdings nicht, es trägt nur die Unterschriften von Generalvikar und Bischof.

Von den vier Vorwürfen, denen sich der Bischof in der Öffentlichkeit ausgesetzt sieht, ist damit zunächst nur einer zumindest erschüttert. Aber selbst wenn das Vorhaben, wie es jetzt scheint, nicht unter Umgehung des Kirchenrechts zustande kam, stehen die anderen Dinge weiter im Raum: Der Bau ist im Detail nach dem Urteil vieler Zeitgenossen zu luxuriös. Der Öffentlichkeit (und damit auch den Gläubigen) wurden lange falsche Zahlen vorgegaukelt. Und schließlich hat der Bischof allem Anschein nach bezüglich eines Erste-Klasse-Fluges - der nichts mit dem Bau zu tun hat – die Unwahrheit gesagt.

Dies wiederum hat er mit einer eidesstattlich versicherten Unwahrheit zu bestreiten versucht. Ob einer dieser Fehler oder die Summe der Verfehlungen ausreicht, um den Limburger Bischof aus seinem Amt zu befördern, muss weiterhin der Papst entscheiden.

Einblick in die Protokolle gibt der kath.net-Artikel "Limburg 2012 - Generalvikar informierte: Kein Haushaltsplan möglich"

Aktuelles Foto von Bischof Tebartz-van Elst


Martin Lohmann diskutierte im Presseclub zum Thema Limburg mit


Führung durch die Bischofsresidenz in Limburg - Amateurvideo vom 5.9.2013 direkt vor Ort


(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto: Bischof Tebartz-van Elst(c) Paul Badde; Limburger Diözesanes Zentrum (c) Bistum Limburg


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Lesermeinungen

 lysander 20. Oktober 2013 
 

Von einer "grundsätzlichen Zustimmung im Genehmigungsverfahren "

kann definitiv nicht mehr die Rede sein. Also sollte man auch von dieser Mär Abschied nehmen.

Die dürftigen Angaben des umstrittenen Generalvikars in einem ominösen "Protokoll" (datiert Sept. 2013)als bislang einziger Quelle für z.t. mündliche !! Vereinbarungen mit dem Nuntius sind bislang von keiner Stelle oder irgendeinem offiziellen Dokument aus dem Jahr 2010 bestätigt worden.

Wenn es solche eindeutigen Belege (Schriftwechsel etc.) im Bistum gäbe, wären sie der KNA oder kath.net längst zugespielt worden wie die "Protokolle" des Vermögensverwaltungsrates.


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 lysander 18. Oktober 2013 
 

@Alpenglühen - Welche "entlastende FAKTEN"

meinen Sie denn ?

MfG


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 Stiller 18. Oktober 2013 
 

@Alpenglühen

Sie sollten sich erinnern, dass ich mehrfach zur Ruhe und Besonnenheit aufrief.
Auch interessierten mich nie die ausgegebenen Millionen, sondern die Weise der Verschleierung bzw. stückweise Preisgabe von finanziellen Fakten.
Und dabei bleibe ich auch - um es deutlich zu schreiben: Es wurde gelogen, mehrfach, vielfach.
(Und gleichzeitig verstehe ich die Not, in der der Bischof war und ist und habe Mitgefühl mit ihm. Es ist für 'höhere Kleriker' oft nicht einfach, auf dem Boden der Wirklichkeit zu bleiben. Schönredner allherum tun da das Ihre, wachsendes Standesdenken ein Übriges. Ich weiß genau, wovon ich schreibe.)

OMDG


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 Jaii der Herr 17. Oktober 2013 
 

@Alpenglühen

Nicht zu sehr hinreißen lassen. Ich traue keiner Deutschen Pressemeldung mehr. Zu oft wurde dort falsch berichtet und zu wenig Fehler werden in der Berichterstattung eingestanden.

Mein Kommentar bezieht sich daher auf die Gesamte Situation und nicht bloß auf diese eine Meldung.

Bereits an anderer Stelle habe ich meinen Unmut darüber kundgetan, dass die die Deutsche Presse für mich keinen Mehrwert bietet. Was Nützt mir eine Zeitung, wenn ich meine Zeit anschließend damit verbringen muss selber herauszufinden, ob das was berichtet wird der Wahrheit entspricht. Ich werde dafür nämlich nicht bezahlt. Und ich dachte eigentlich, dass sich die Reporter unter anderem dafür bezahlen lassen. Da habe ich mich zumindest in Deutschland wohl geirrt.

Wohlgemerkt: Ich habe nichts gegen eine Presse die über Vorkommnisse Berichtet. Aber dies soll sie doch bitte schön auch objektiv machen und nicht ihre Artikel mit unbegründeten Adjektiven ausschmücken.


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 Alpenglühen 17. Oktober 2013 

Teilentlastung für Bischof Tebartz-van Elst

@RAP; @Lysander; @Jaii der Herr; @Stiller;
Was für eine Heuchlerei!
Als es darum ging, den Bischof fertig zu machen, da war kein Gerücht, keine Behauptung und keine Meldung zu absurd, um nicht dafür hergenommen zu werden. Und von wissenschaftlicher oder jou-alistischer Gegenprüfung war aber auch gar nichts festzustellen. Einer schrieb vom anderen ab und wollte sich mit seinen Sensationsmeldungen hervortun. Eine solche Prüfung wurde nicht einmal in Erwägung gezogen. Ihnen war jeder recht, der „ins Mikrofon gebissen hat“, - Hauptsache er hat gegen den Bischof gewettert.
Und jetzt, wo immer mehr entlastende Fakten festgestellt werden, welche fast alle Anschuldigungen als falsch entlarven, da auf einmal fordern Sie eine eingehendste Prüfung der „Quelle“. Wohl weil die Entlastung des Bischofs nicht in Ihre Pläne paßt!?


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 Stiller 17. Oktober 2013 
 

Vollendete Tatsachen

Zitat: "Zwar haben die drei katholischen Laien in dem Gremium laut Protokoll ihren «Dissens» zu der Kostensteigerung bekundet. Doch dann haben sie nach einer Debatte die Gesamtkosten von damals 29,5 Millionen Euro am 28. August 2013 einstimmig «als Zwischenfinanzierung genehmigt»."

Na, was hätten sie denn tun sollen, nachdem so gut wie alles nicht nur fertig gebaut war, sondern auch eingerichtet?
Die Handwerker auf ihren Kosten sitzen lassen?

(Ganz offensichtlich wussten Kaspar und Tebartz-van Elst genau, wie sie die Genehmigung zur Zwischenfinanzierung eben hinbekamen. Chupze.)


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 Jaii der Herr 17. Oktober 2013 
 

@lysander

Da haben sie Recht. Allerdings befinden wir uns in einer Situation wo alle Seiten mit ungeprüften Informationen um sich werfen und diese sogar als Forderungsgrund für einen Rücktritt nehmen.
Im gesamten ist es sicherlich nicht Gut. Die Erwachsenen verhalten sich halt nach wie vor wie Kinder im Kindergarten. Und diese sind häufig noch Vernünftiger...


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 lysander 17. Oktober 2013 
 

Keine solide Basis

Solch ein "Quellenfund" müsste selbst nach journalistischen, nicht mal nach wissenschaftlichen Kriterien (Autor? Authentizität? etc.pp.) gegengeprüft und nicht einfach für bare Münze genommen werden. Ehe nicht der damalige Nuntius, zuständige Vatikan-Organe und/oder Briefwechsel Bistum-Vatikan etc.pp. diese Vorgänge bis in die chronologischen und thematischen Details von 2010 bestätigen, ist das Protokoll vom August 2013 eine singuläre Quelle mit Behauptungscharakter, die für solch einen Kommentar wie den von Ring-Eifel nicht ausreicht.


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 M.Schn-Fl 17. Oktober 2013 
 

Sehr geehrter Herr Ring-Eifel

"Der Bau ist im Detail nach dem Urteil vieler Zeitgenossen viel zu luxeriös"

Hier haben Sie vergessen zu erwähnen, dass der Bau nach dem Urteil vieler Zeitgenossen und vieler Besichtiger wie ja veröffentlicht eben nicht zu luxeriös, sondern angemessen ist. Im Film kann das hier noch einmal nachvollzogen werden. (Einer der Besucher zur FAZ: "Da ist ja mein Büro größer als das des Bischofs".)
Ich hoffe, dass die KNA nun einmal das GESAMTE Luxusgebahren - einschließlich der Gremien und Institutionen - auf Korn nimmt, damit das von den beiden Päpsten forcierte Thema "Entweltlichung" endlich in Fahrt kommt.
Ausserdem erwarte ich von Ihnen, dass Sie endlich einmal objektiv (!) auf die Gründe des seit 50 Jahren dauernden Streits In Limburg eingehen, wie das z.B. die Diözesanrätin Wieland tut.
Auch den Kollegen der KNA ist in dieser Sache etwas mehr Tiefgang zu wünschen und weniger von den Leitmedien übernommene Klischees.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schneider-Flagmeyer


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 Philalethes 17. Oktober 2013 
 

@RAP Nach Ihren Worten erhebt Rom aus

Achtung vor der Selbständigkeit der Ortskirchen keinen Einspruch. Sie fahren dann fort: "Wenn Rom nicht Einspruch erhoben hat, bedeutet das nicht, dass sie das für gut befinden."

Das heißt u.a., dass die Achtung der der Selbständigkeit der Ortskirchen den höheren Wert hat gegenüber einem Einspruch bei moralisch fragwürdigen Vorgängen. Das ist unglaubhaft. Dass Rom hier keinen Einspruch erhoben hat, kann und wird einen anderen Grund haben.

Ihr letzter Satz: "Und an der Luxusversessenheit des Bischofs ändert das schon gar nichts." Das können Sie doch noch gar nicht wissen. Aus der logischen Stringenz Ihrer Argumentation heraus müsste Ihre Formulierung vielmehr
lauten: 'Und an dem Urteil über die Luxusversessenheit des Bischofs ändert das schon gar nichts.'


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 RAP 17. Oktober 2013 
 

Keine Schuldverschiebung!

Was meint Ring-Eifel mit: "Von den vier Vorwürfen, denen sich der Bischof in der Öffentlichkeit ausgesetzt sieht, ist damit zunächst nur einer zumindest erschüttert." Was heißt hier "nur"?
Fakt ist demnach, dass der Vermögensverwaltensbeirat eben doch im Dissens mit der Bauplanung war. Eine Schuldverschiebung auf die Vermögensverwaltungsräte ist also nicht möglich.
Dass Rom nicht eingeschritten ist, ist in keinster Weise eine Ent-Schuldigung für den Bischof. Es ist nur ein Zeichen dafür, dass Rom die Selbständigkeit der Ortskirchen achtet. Man kann sich aber doch wohl ein Kopfschütteln der zuständigen römischen Sachbearbeiter vorstellen. Wenn Rom nicht Einspruch erhoben hat, bedeutet das nicht, dass sie das für gut befinden.
Und an der Luxusversessenheit des Bischofs ändert das schon gar nichts.


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