Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Jason ODER wenn man sich für Österreich schämt!
  2. IMABE-Institut: Neuer Proteinimpfstoff ethisch vertretbar
  3. BREAKING NEWS - Facebook sperrt kath.net-Co-Herausgeber Christof Zellenberg nach Urlaubsvideo
  4. Etikettenschwindel auf Kosten des ungeborenen Lebens – Das Dilemma mit Covid-19-Impfstoffen!
  5. „Das ist die Stoßrichtung. Es geht um Diskreditierung“
  6. Es tauchen Fragen zu katholischer ‚Faktenchecker’-Seite auf
  7. Plus 38,6 Prozent - Höchste Austrittszahlen in Österreich bei Bischof Glettler
  8. Neuer Eklat beim Synodalen Weg: Leitung setzt sich über protokollierte Delegierten-Absprachen hinweg
  9. Streit um schwule Transgender-Krippe in katholischer Pfarrkirche im Erzbistum Köln
  10. Erzbischof Paglia empfiehlt Covid-Impfung für Kinder ab 5 Jahren
  11. Tirol: 225-Jahr-Jubiläum der Marienerscheinung von Absam
  12. US-Universität: Die umstrittene George-Floyd-Ikone soll nicht mehr ausgestellt werden
  13. Die Mär vom Priestermangel – und warum „viri probati“ keine Alternative für die Kirche sind
  14. Covid-Irrsinn in Süditalien: Keine Eucharistie von ungeimpften Priestern mehr
  15. Neue US-Studie zeigt: Ehen ohne voreheliches Zusammenleben halten besser

Ein Haus Gottes, errichtet, um die Zeiten zu überdauern

1. Juli 2013 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Eine solche Kathedrale ist auch der christliche Glaube. Ein wunderbares Gebäude! Alles stimmt an ihm.“ Leseprobe 1 aus Andreas Wollbold, „Die versunkene Kathedrale. Den christlichen Glauben neu entdecken“


Illertissen (kath.net) Eine Kathedrale, vielleicht eine Perle der Gotik: Reims, Chartres, Notre-Dame von Paris, der Kölner Dom. Mächtig erheben sich die Türme zum Himmel. Formen und Figuren machen die Portale zur Augenweide: Das Kirchenschiff lädt dazu ein, in seinem Geheimnis umher zu wandeln. Eine Kathedrale, wahrhaftig ein Haus Gottes, von einer Größe weit über Menschenmaß hinaus, errichtet, um die Zeiten zu überdauern. Eine Kathedrale, schön im Gesamt wie in jedem Detail. Eine solche Kathedrale ist auch der christliche Glaube. Ein wunderbares Gebäude! Alles stimmt an ihm. Nichts kann man hinzufügen, nichts hinwegnehmen, ohne das Ganze zu beschädigen. Er ist das geistige Haus Gottes, und in seinen Mauern versammelt er unzählige Gläubige zur einen Kirche.

Von einer solchen wundervollen Kathedrale, dem Dom der Stadt Ys in der Bretagne, erzählt nun aber eine Legende, sie sei eines Tages vom Meer verschlungen worden. Da kann man sich die Frage stellen: Hat nicht das gleiche Schicksal die Kathedrale des Glaubens ereilt? In der Tat, bei vielen Christen ist der Glaube wie vom Erdboden verschluckt. Am Anfang haben sie vielleicht noch etwas vermisst. Doch das gibt sich mit der Zeit, denn auch bei religiösen Überzeugungen gilt: aus den Augen, aus dem Sinn. So diskutierten kürzlich Achtklässler über den Unterschied zwischen Muslimen und Christen. Ein aufgeweckter Junge meldete sich und verkündete: „Ich weiß es. Die Muslime beten fünfmal am Tag und die Christen nie!“ Ja, die Kathedrale des christlichen Glaubens ist im Meer der Welt versunken. Wiederholt hat Papst Benedikt XVI. vor einer solchen Verweltlichung des Glaubens gewarnt. Grundworte des Christentums liegen unter Fluten weltlicher Gedanken begraben: Das Reich Gottes wird als Fortschritt und bessere Welt verstanden. Das Ziel des Lebens ist nicht die Seligkeit im Himmel, sondern ein erfülltes Leben hier und jetzt, und wenn sich das nicht einstellt, klagt man an: „Wie kann Gott das zulassen?“ Gott nimmt jeden an, wie er ist, aber warum er das auch noch mit dem Kreuz unterstreichen musste, kann man nicht so genau sagen. Sünden sind Fehler und Schwächen, die nun einmal nicht ausbleiben und über die sich nur Pharisäer aufregen. Mission ist, glaubt man ihren Werbeplakaten, nur Sozialarbeit. Sakramente sind Rituale wie der Gutenachtkuss oder die La-Ola-Welle im Stadion. Für Priester und Laien im kirchlichen Dienst entwirft man Anforderungsprofile, die eher aus Management-Zeitschriften abgeschrieben sein könnten. In der Schule wird heimlich unter der Bank Schiffchenversenken gespielt, bei den Erwachsenen ist das Kathedralenversenken schon beinahe ein must ...

Doch so muss es nicht bleiben. In der Bretagne erzählt man weiter: Eines Tages steigt die Kathedrale wieder vom Meeresgrund empor. Wie durch ein Wunder ist sie dabei nicht durch Schlamm, Tang, Algen und Muscheln entstellt, sondern sie ist schön wie am Tag ihrer Weihe. Geläut, Gebet und Gesang klingen auf, und das Haus Gottes erstrahlt in unvergleichlichem Glanz. Claude Debussy hat diesem Bild ein eindrucksvolles Klavierstück gewidmet: La cathédrale engloutie („Die versunkene Kathedrale“). Feierlich steigt sie darin aus den Wellen, ein machtvoller Choral klingt auf, und schließlich ertönen die Glocken weit über das Meer. Ebenso lässt sich auch der versunkene Schatz des Glaubens aus den Tiefen des Meeres der Welt wieder emporholen. Den christlichen Glauben neu zu entdecken geben – eine schwierige Aufgabe? Vielleicht. Aber sicher eine schöne, eine einzigartige Aufgabe. Man darf dabei nur nicht der Versuchung erliegen, die Kathedrale in einzelnen Steinen hervorholen zu wollen, um sich nicht am gewaltigen Ganzen zu überheben. Im Gegenteil, es ist eines der Geheimnisse des Christentums: Das Ganze ist leichter als die Summe seiner Teile. Ein einzelnes Dogma erscheint nämlich vielleicht hart für den Verstand, und ein Gebot, für sich allein genommen, mag auf den ersten Blick streng wirken. Als Teil der ganzen christlichen Lehre und des entsprechenden Lebens dagegen wird alles klar und leicht. Den christlichen Glauben neu zu entdecken heißt somit, nicht Bruchstücke zu bieten, Einzelstücke, die jeder nach Belieben auch für ganz andere Bauwerke gebrauchen könnte, sondern das Ganze zu sehen. Nur so strahlt die Schönheit des Christentums auf. Nur so begreift man auch den inneren Zusammenhang des Ganzen, seine Notwendigkeit.

Denn nichts schadet dem Glauben so sehr wie die Beliebigkeit. „Man muss die Menschen dort abholen, wo sie stehen“, so sagt man vielleicht in guter Absicht. Aber wenn sie im Regen stehen, holt man sie doch auch zuerst einmal ins Trockene. Warum also sollte man ihnen dann den Glauben nur wie einen begossenen Pudel anbieten?

kath.net-Buchtipp:
Die versunkene Kathedrale
Den christlichen Glauben neu entdecken. Mit einem Vorwort von Erzbischof Gerhard L. Müller
von Andreas Wollbold
gebundene Ausgabe, 285 Seiten
Media Maria, 2013
ISBN 978-3-9815698-5-8
Preis 20.60 €

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

- Link zum kathShop

- Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]
Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]
Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. Von „Schmetterlingen im Bauch“ zum „Denken des Unvordenklichen“
  2. Licht in einer sterbenden Kultur
  3. Unschuldig angeklagt und verurteilt - Leseprobe 4
  4. Unschuldig angeklagt und verurteilt - Leseprobe 3
  5. Unschuldig angeklagt und verurteilt - Leseprobe 2
  6. Unschuldig angeklagt und verurteilt - Aus dem Vorwort von George Weigel
  7. Unerschütterlich im Glauben - Leseprobe 5
  8. Unerschütterlich im Glauben - Leseprobe 4
  9. Unerschütterlich im Glauben - Leseprobe 3
  10. Unerschütterlich im Glauben - Leseprobe 2






Top-15

meist-gelesen

  1. Jason ODER wenn man sich für Österreich schämt!
  2. BREAKING NEWS - Facebook sperrt kath.net-Co-Herausgeber Christof Zellenberg nach Urlaubsvideo
  3. „Das ist die Stoßrichtung. Es geht um Diskreditierung“
  4. Neuer Eklat beim Synodalen Weg: Leitung setzt sich über protokollierte Delegierten-Absprachen hinweg
  5. Streit um schwule Transgender-Krippe in katholischer Pfarrkirche im Erzbistum Köln
  6. Die Mär vom Priestermangel – und warum „viri probati“ keine Alternative für die Kirche sind
  7. Etikettenschwindel auf Kosten des ungeborenen Lebens – Das Dilemma mit Covid-19-Impfstoffen!
  8. IMABE-Institut: Neuer Proteinimpfstoff ethisch vertretbar
  9. Plus 38,6 Prozent - Höchste Austrittszahlen in Österreich bei Bischof Glettler
  10. Böswillige Zerstörung an der Grotte in Maria Vesperbild
  11. Es tauchen Fragen zu katholischer ‚Faktenchecker’-Seite auf
  12. Covid-Irrsinn in Süditalien: Keine Eucharistie von ungeimpften Priestern mehr
  13. Demonstrationen gegen Kardinal Cupich nach Einschränkungen für traditionelle Messe
  14. Nicht einmal die Jungfrau Maria 'wollte Priesterin sein'
  15. Der politische Kampf gegen die Abtreibung ist verloren

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz