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Scharfe innerorthodoxe Kritik an Kyrills Atomwaffen-Predigt

7. August 2026 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Finnisches orthodoxes Kirchenoberhaupt Metropolit Elia: "Es gibt keine orthodoxen Atomwaffen" - Moskauer Patriarch Kyrill betreibe politische Agenda, nicht Verkündigung des Evangeliums


Helsinki (kath.net/KAP) Der finnische orthodoxe Metropolit Elia hat den Moskauer Patriarchen Kyrill wegen dessen jüngster Predigt über den heiligen Seraphim von Sarow scharf kritisiert. Die Kirche dürfe nicht dazu benutzt werden, Massenvernichtungswaffen zu legitimieren, so der finnische Erzbischof in einer offiziellen Erklärung. Er nahm damit auf die jüngste Predigt des Moskauer Patriarchen bei einem Festgottesdienst im Sarow-Kloster (Kloster zur Heiligen Dreifaltigkeit) in Diwejewo Bezug, wo Kyrill u.a. meinte, dass die Entwicklung einer so mächtigen Waffe an diesem Ort kein Zufall war, sondern zum Teil durch die Gebete unseres verehrten und gottesfürchtigen Vaters Seraphim von Sarow zustande kam."

Der Primas der Orthodoxen Kirche in Finnland wies diese Interpretation entschieden zurück und bezeichnete sie als "politische Agenda" und nicht als Ausdruck orthodoxer Theologie. Es sei entsetzlich, so Elia, dass Kyrill den Namen des hl. Seraphim von Sarow mit dem Segen einer Massenvernichtungswaffe in Verbindung bringe. - Die Erklärung des Metropoliten wurde auf der Website der Finnischen Orthodoxe Kirche (https://ort.fi/) veröffentlicht.


Erzbischof Elia zitierte bekannte Worte des Heiligen - "Erlangt Seelenfrieden, und Tausende um euch herum werden gerettet werden" - und stellte diese Botschaft der zerstörerischen Kraft von Atomwaffen gegenüber. Ein einziger Atomsprengkopf könne Tausende von Menschen auslöschen.

Der finnische Erzbischof erinnerte auch an die Geschichte des Sarow-Klosters während der Sowjetzeit. Nach dessen Schließung im Jahr 1927 seien die Mönche verfolgt und hingerichtet und die Reliquien des Heiligen Seraphim geschändet worden. Das Kloster sei nacheinander in ein Heim für obdachlose Kinder, ein Gefangenenlager und schließlich in ein geheimes Atomforschungszentrum umgewandelt worden, wo die erste Atombombe der Sowjetunion entwickelt wurde. Den Atomkomplex als Frucht der Gebete des heiligen Seraphim darzustellen, sei ungeheuerlich.

"Wenn Kyrill in der Sprache der Politik von Gott spricht, verkündet er nicht mehr die Botschaft des Evangeliums, sondern eine staatliche Position", so Elia weiter. Der Erzbischof unterstrich zugleich, dass die Orthodoxe Kirche in jeder Göttlichen Liturgie "für den Frieden der ganzen Welt" bete, nicht für den Sieg irgendeiner Armee. Nachsatz: "Es gibt keine orthodoxen Atomwaffen."

Bruch mit Moskau

Die Finnische Orthodoxe Kirche gehört zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel, mit dem das Moskauer Patriarchat wegen des Ukraine-Krieges bereits vor Jahren offiziell gebrochen und die Eucharistiegemeinschaft aufgekündigt hat. Innerhalb des Ökumenischen Patriarchats genießt die Finnische Kirche einen autonomen Status. Sie ist neben der Evangelisch-Lutherischen Kirche eine der beiden in der finnischen Verfassung verankerten Volkskirchen des Landes - und dies trotz ihrer geringen numerischen Größe. Denn obwohl das orthodoxe Christentum in Ostfinnland seit Jahrhunderten verwurzelt ist, umfasst die Orthodoxe Kirche mit etwa 60.000 Mitgliedern nur einen Anteil von ca. 1,1 Prozent der Bevölkerung Finnlands.

Nach der finnischen Unabhängigkeit im Jahr 1917, die auch mit antirussischen Emotionen verbunden war, wurde die Orthodoxe Kirche Finnlands 1921 von der Russisch-orthodoxen Kirche gelöst und 1923 zu einer autonomen Kirche unter dem Patriarchat von Konstantinopel. Im Rahmen einer "Entrussifizierung" in Bezug auf die Gottesdienstsprache und manche liturgische Praktiken stellte die FOK ihren Kalender - als einzige orthodoxe Landeskirche - komplett auf den Gregorianischen Kalender um.

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Lesermeinungen

 Mensch#17 7. August 2026 
 

Mein Dank an den orthodoxen Metropolit Elia!

Es ist wohltuend, diese Nachricht zu lesen, nachdem man zuvor die unerträglichen Worte des Moskauer Patriarchen und Putin-Lakaien vernommen hat.
Ich warte noch auf entsprechende Nachrichten vom Patriarchen aus Konstantinopel!

Heiliger Apostel Andreas, bitte für uns und den ganzen Osten!


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