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Österreichische Bischöfe beschließen 'Zukunftsforum'

21. Juni 2013 in Österreich, 7 Lesermeinungen
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Ab Herbst 2014 sollen drängende Themen in Gesellschaft und Kirche diskutiert werden - Bischöfe betonen bei Sommervollversammlung der Bischofskonferenz Schutz des menschlichen Lebens von Anfang an und Bedeutung des kommenden Weltjugendtages


Mariazell (kath.net/KAP) Die österreichischen Bischöfe (Foto) laden zu einem "Zukunftsforum" der katholischen Kirche in Österreich ein. Diese soll im kommenden Jahr beginnen und drängende Themen in Gesellschaft und Kirche zur Sprache bringen, wie es in einer Erklärung der Bischöfe zum Abschluss der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell (17. bis 20. Juni) heißt. In weiteren Erklärung unterstreichen die Bischöfe den Schutz des menschlichen Lebens von Anfang an und weisen auf die Bedeutung des kommenden Weltjugendtages in Brasilien auch für die Kirche in Österreich hin.

Mit dem "Zukunftsforum" wolle die Kirche "in einen strukturierten Gesprächsprozess zu den Themen und Herausforderungen der Zeit eintreten, wo die Lebenswelt im Lichte des Evangeliums und im Gespräch mit der säkularen Gesellschaft reflektiert wird", halten die Bischöfe in ihrer Erklärung fest.

Die vier großen Themen des Zukunftsforums orientierten sich an der familialen, beruflichen, sozialen und globalen Lebenswelt der Menschen: "Familie und Beziehung", "Bildung und Arbeit", "Kirche und Gesellschaft in Österreich" sowie "Gerechtigkeit und Ökologie weltweit". Angesichts großer Umbrüche in der Gesellschaft solle das Gespräch mit Betroffenen, Experten, Andersdenkenden und jenen, die dem christlichen Glauben und der Kirche auch kritisch gegenüberstehen, bewusst gesucht werden, heißt es in der Erklärung.


Das Zukunftsforum soll im Herbst 2014 beginnen und die vier thematischen Schwerpunkte halbjährlich nacheinander behandeln. Die Einladung zur Mitgestaltung ergehe an alle in der Kirche in Österreich.

Für die inhaltliche Begleitung des Zukunftsforums sind seitens der Bischofskonferenz Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Alois Schwarz zuständig. Die Moderation des Vorgangs liegt bei der Katholischen Aktion Österreich. Durch die Nutzung sozialer Kommunikationsmittel solle die Beteiligung aller Interessierten ermöglicht werden, zeigen sich die Bischöfe in ihrer Erklärung zuversichtlich.

Die Bischofskonferenz unterstütze damit einen Vorschlag von kirchlichen Organisationen und Bewegungen, der maßgeblich von der Katholischen Aktion Österreich vorbereitet wurde.

"Wenn die Kirche nicht aus sich selbst herausgeht, um das Evangelium zu verkünden, kreist sie um sich selbst. Dann wird sie krank", zitieren die Bischöfe in ihrer Erklärung Papst Franziskus. Der Papst habe bereits im Vorkonklave treffend die Situation beschrieben, in der sich die Kirche weltweit und auch in Österreich befinde. Im Rahmen des Zukunftsforums sollten Menschen erfahren können, "dass das Evangelium Kraft zur Umkehr, Orientierung, Ermutigung und Weltgestaltung ist".

"Menschlicher Embryo ist kein Rohstoff"

Die Bischöfe begrüßen in ihren Erklärungen auch die Europäische Bürgerinitiative "One of Us" zum Schutz des menschlichen Embryos. "Dem Embryo eine Stimme zu geben, ist ein wesentliches Element des Schutzes der Schwächsten unter uns. Der menschliche Embryo ist kein Rohstoff für wirtschaftliche und andere Interessen, sondern: Er ist EINER VON UNS", schreiben die Bischöfe wörtlich.

Es sei sehr erfreulich, wie viele Pfarren, katholische Organisationen und Initiativen sich dieser wichtigen Bürgerinitiative bereits angeschlossen hätten, heißt es in der Erklärung: "Es ist ein starkes Zeichen politischen Engagements aus christlicher Verantwortung, wenn beispielsweise die Katholische Aktion Österreich, der Katholische Familienverband, die österreichische Lebenskonferenz sowie die Aktion Leben und zahlreiche Pfarren, Initiativen und Vereine aufrufen, diese Unterschriftenaktion zu unterstützen."

Das Anliegen der Bürgerinitiative entspreche der bisherigen politischen Position Österreichs, wonach keine EU-Mittel für die Vernichtung von Embryonen verwendet werden sollen. Diese innerhalb der EU bislang nicht mehrheitsfähige österreichische Position erfahre nun durch "One of Us" - eine der ersten europaweiten Bürgerinitiativen - neuen Rückenwind, zeigen sich die Bischöfe zuversichtlich.

Es sei zudem sehr zu begrüßen, dass die Eintragungsfrist nun auch in Österreich bis 1. November verlängert wurde, wie dies in den anderen Mitgliedstaaten der EU auch der Fall ist.

Weltjugendtag in Rio

In ihren Erklärungen weist die Bischofskonferenz weiters auf die Bedeutung des kommenden Weltjugendtages (23. bis 28. Juli) in Brasilien hin. Unter dem biblischen Leitwort "Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern" (Mt 28,19) würden Jugendliche aus allen Teilen der Welt in Rio de Janeiro gemeinsam den christlichen Glauben vertiefen und feiern. Der Weltjugendtag sei zudem für Papst Franziskus die erste Auslandsreise in seinem Pontifikat und führe ihn auf seinen Heimatkontinent.

Aus Österreich werden rund 550 Jugendliche, begleitet von Kardinal Christoph Schönborn und Weihbischof Franz Lackner, bei diesem katholischen Glaubensfest in Rio de Janeiro sein.

Foto


Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.
Foto (c) Österreichische Bischofskonferenz


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