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Neue Theorie zur Ursache von Homosexualität

17. Dezember 2012 in Aktuelles, 59 Lesermeinungen
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Möglicherweise spielen sogenannte epigenetische Faktoren, die für die Aktivierung von Gensequenzen verantwortlich sind, eine Rolle bei der Entstehung homosexueller Neigungen.


Santa Barbara (kath.net/jg)
Wissenschaftler aus den USA und Schweden haben eine neue Theorie zum Ursprung von Homosexualität entwickelt. Ihr Auftreten sei möglicherweise von sogenannten epigenetischen Faktoren im Erbgut des Menschen abhängig besagt eine Studie, die am National Institute for Mathematical and Biological Synthesis an der Universität von Santa Barbara in Kalifornien erstellt wurde, berichtet „Bild der Wissenschaft“ in ihrer Online-Ausgabe.

In früheren Studien konnte gezeigt werden, dass homosexuelle Neigungen in manchen Familien häufiger vorkommen als in anderen. Aus diesem Grund wurde lange ein sogenanntes „Homosexuelle-Gen“ vermutet. Dieses konnte aber nicht gefunden werden. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass die Eigenschaften eines Lebewesens nicht nur durch sein Erbgut bestimmt sind, sondern auch durch bestimmte Kontrollsysteme, sogenannte epigenetische Faktoren. Diese bestimmen, wann, wo und wie stark eine bestimmte Gensequenz aktiviert wird.


Die Forschungsgruppe hat auf Basis der epigenetischen Faktoren und anderer Untersuchungen zu Ursachen der Homosexualität ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem das Entstehen homosexueller Neigungen erklärt werden könnte. Diese seien durch epigenetische Faktoren verursacht, die den Fötus im Mutterleib vor Auswirkungen der natürlichen Schwankungen der Menge des männlichen Geschlechtshormons Testosteron schützen. Weibliche Föten haben epigenetische Schalter, die verhindern, dass bei hohen Testosteronwerten männliche Entwicklungsprozesse in Gang kommen. Umgekehrt verhindern männliche epigenetische Schalter eine Verweiblichung bei zu niedrigem Testosteronspiegel.

Die epigenetischen Schalter werden bei jeder neuen Generation gelöscht und dem Geschlecht entsprechend neu eingerichtet, heißt es in dem Bericht von „Bild der Wissenschaft“. Doch dies geschieht möglicherweise nicht immer vollständig. Bleibt der weibliche epigenetische Schalter aus dem Erbgut der Mutter bei der Entstehung eines männlichen Fötus erhalten, könnte dies Hirnentwicklungen begünstigen, die zu einer Vorliebe für das männliche Geschlecht führen, besagt die Theorie. Genauso könnten männliche epigenetische Schalter aus dem Erbgut des Vaters eine lesbische Neigung bei einem weiblichen Fötus verursachen.

Die Theorie ist bis jetzt nur ein mathematisches Modell, schreibt das Magazin „US News“ in seiner Online-Ausgabe. Sie könnte aber jederzeit durch empirische Studien am Erbgut von Eltern und deren Kindern überprüft werden.


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