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Spaemann: Beschneidung ist biologisch eine Bagatelle

30. September 2012 in Deutschland, 10 Lesermeinungen
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Der katholische Philosoph Robert Spaemann hat die Beschneidung von Knaben verteidigt. Die Vorhautbeschneidung sei «biologisch eine Bagatelle»,


Berlin (kath.net/KNA) Der katholische Philosoph Robert Spaemann hat die Beschneidung von Knaben verteidigt. Die Vorhautbeschneidung sei «biologisch eine Bagatelle», zugleich sei ihr symbolischer Wert, vor allem für das Judentum, enorm, sagte Spaemann am Samstag in Berlin. Die Abwägung zwischen beidem sei «völlig klar», sofern der Eingriff medizinisch fachgerecht erfolgt.


Die Beschneidung von Mädchen dagegen sei ein tiefer Eingriff in die naturgegebene Erlebnisfähigkeit der Betroffenen. Dies dürfe auf keinen Fall erlaubt werden.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Paul Badde


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Lesermeinungen

 tengu 5. Oktober 2012 

Unterschiedliches Mass

Wie immer wird mit unterschiedlichem Maß gemessen. Ein Kruzifix im Klassenzimmer schadet dem Kindeswohl, ebenso eine Ohrfeige. Beschneidung hingegen ist \"biologisch eine Bagatelle\". Die Bibel zu verspotten ist in Ordnung, aber bitte nicht den Koran.
Nichts gegen die einzelnen Entscheidungen für sich, und sicher muss man Jahrhunderte oder gar Jahrtausende Traditionen achten. Aber doch bitte nicht immer mit zweierlei Maß messen.
Wenn Relgionen grundsätzlich geschützt werden sollen, dann doch bitte alle in gleichem Maße, und nicht die eine mehr als die andere.


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 Landmensch 1. Oktober 2012 
 

Bagatelle? Na, da bin ich mir nicht so sicher!

Eine Bagatelle? Mitnichten. Immerhin wird damit der empfindlichste Teil eines Mannes seines natürlichen Schutzes beraubt. Medizinisch gesehen wird damit Lust gemindert, und das ein Leben lang.


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 AngellNo 1. Oktober 2012 
 

Der deutsche Rechtsstaat ist so transparent, dass er zum wiederholten Mal gegenüber den deutschen jüdischen Brüdern und Schwestern nicht weiß, wie man respektvoll mit einer religiösen Identität einer Glaubensgemeinschaft umgeht.
In zig Fällen hat der deutsche Rechtsstaat gegenüber ihm anbetrauten Familien im Hinblick auf diese dem Jugendamt unterstellten schutzbedürftigen Säuglinge, Kinder und Jugendliche die Aufsichtspflicht dermaßen vernachlässigt, dass viele von ihnen durch Vernachlässigung oder Misshandlung gestorben sind, was (angeblich) unbeobachtet vor den Augen der Verwandtschaft und Nachbarschaft vonstatten ging.
Dieses widersprüchliche rechtsstaatliche Verhalten gegenüber der eigenen Gesellschaft und gegenüber den Juden in Deutschland, die hier so viel Leid haben erfahren müssen, kann ich Kraft meines Gewissens nicht gut heißen.


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 dominique 1. Oktober 2012 
 

@AngellNo

Wer ist wir? Und wer schreibt wem irgendwas vor? Das Problem ist vollkommen transparent: der deutsche Rechtsstaat hat es mit einer bewussten Verletzung des Körpers eines Unmündigen zu tun und so eine Verletzung ist juristisch grundsätzlich eine (schwere) Körperverletzung - nicht anders als jeder chirurgische Eingriff. Was ist erforderlich?
1. die Rechtmäßigkeit des Eingriffs (Indizierung).
2. die Einwilligung der gesetzlichen Vertreter (Eltern, Vormund usw.).
Und das war\'s. Derzeit wird an einer \"lex praeputium\" gearbeitet, damit dieser Brauch unserer befreundeten jüdischen und islamischen Kulturen auch bei uns juristisch klar definiert wird, aus der rechtlichen Grauzone verschwindet und guten Rechtsgewissens wie gehabt von allen Interessierten gepflegt werden kann.


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 AngellNo 1. Oktober 2012 
 

@Corbisch :

\"Prof. Spaemann ist kein Naturwissenschaftler oder Arzt. Wie will er da beurteilen, dass die Beschneidung \"biologisch eine Bagatelle ist\".
Wir sind keine Juden sondern die Nachfahren derer, die 6 Millionen von ihnen im Namen der braunen Ideologie umgebracht haben.
Diesbezüglich haben \"wir\" noch weniger ein Recht dazu, den Juden vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben und schon gar nicht zu behaupten haben, dass sie ihre Knaben misshandeln.
Diese unnötige Diskussion darüber macht zudem alles kaputt, was 65 Jahre nach dem Holocaust mühsam wieder zurecht gerückt worden ist im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen der ehemaligen Bewohner des Nazi-Deutschlands und ihrem Verhältnis zu den Juden.


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 Wischy 1. Oktober 2012 
 

Es ist schwer,

hier richtig abzuwägen zwischen einer Körperverletzung und einer jahrtausendealten religiösen Tradition, die für das Judentum identitätsbestimmend ist. Solange die Betroffenen später keine Einwände erheben und diese Tradition selber auch weiterführen, sollte ihnen niemand diese Religions- und Erziehungsfreiheit absprechen.


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 nilpf 30. September 2012 

Ich vermute ja,

dass sich hier insgesamt zwei \"gottlose\" Ideen verbündet haben:

Für Vertreter des \"modernen\" aggressiven Atheismus ist eine willkommene Gelegenheit die Religion(en) als inhuman zu entlarven.

Für den praktizierenden anonymen Atheisten ein unangenehmer und daher zu entfernender Stachel im Fleisch, der ständig daran erinnert, dass die Unversehrtheit des Körpers (Gesundheit, möglichst langes irdisches Leben) nicht das letzte, allerhöchste Gut ist.

Und ja, es ist wirklich eine Bagatelle, dazu braucht man nicht Mediziner zu sein. Da reicht der Hausverstand.
@Chorbisch: Sie haben recht, es gibt (fast) ausschließlich Auftragsstudien, daher ist jegliche Studiengläubigkeit fehl am Platz und dient meist lediglich dazu nicht die persönliche Verantwortung wahrnehmen zu müssen.


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 chorbisch 30. September 2012 
 

@ placeat tibi

Natürlich kann man Fachleute befragen, das kann Prof. Spaemann sicher auch. Aber aus diesem Beitrag geht nicht hervor, wie er sich sein Urteil zur \"Bagatelle\" gebildet hat.
Nur wissen Sie sicher auch, daß es \"Auftragsstudien\" gibt, deren Ergebnis das \"beweisen\", was die Auftraggeber wollen. Von Gegnern der Beschneidung werden gelegentlich Studien zitiert, die bei einer Beschneidung so kurz nach der Geburt höhere Risiken sehen.
Ich weiß nicht, wie seriös diese Studien sind, daher wäre mir hier das Urteil eines Mediziners wichtiger, als Prof. Spaemanns - an dessen Seriosität in anderen Dingen ich ja nicht zweifle.


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 placeat tibi 30. September 2012 
 

@Chorbisch

Man kann aber doch kompetente Mediziner befragen und Studien lesen, besonders aus den USA, wo es ja massenhafte Vorhaut - Beschneidungen auch aus nichtreligiösen oder sozialen Gründen gibt.


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 chorbisch 30. September 2012 
 

Bei allem Respekt,

aber Prof. Spaemann ist Geistes-, kein Naturwissenschaftler oder Arzt. Wie will er da beurteilen, daß die Beschneideung \"biologisch eine Bagatelle\" ist.
Was die Bedeutung der Beschneidung für das Judentum angeht, hat er natürlich recht, aber um die biologisch/medizinischen Argumente der Beschneidungsgegner zu widerlegen, ist er der falsche Gewährsmann.


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