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Der Butler, die Gouvernante und der ehemalige Sekretär

24. Juli 2012 in Aktuelles, 31 Lesermeinungen
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‚Vatileaks’: Vatikansprecher Lombardi weist ‚Zeitungsberichte’ zurück. ‚BILD’: Bei Kammerdiener belastende Emails und SMS an Bischof Josef Clemens und Ingrid Stampa gefunden. Hochrangiger Bischof: ‚Dementi wird nichts helfen’


Vatikanstadt (kath.net) Der Direktor des vatikanischen Presseamts, P. Federico Lombardi SJ, hat am Montag Berichte zurückgewiesen, dass in der Vatileaks-Affäre drei weitere Personen aus dem unmittelbaren Umfeld des Papstes verdächtigt werden. Er sprach von „falschen und haltlosen Interpretationen und Behauptungen“, für die es seiner Meinung nach keine „objektiven Beweise“ gebe. Lombardi tadelte außerdem eine „schwerwiegende Verletzung“ der Ehre der betroffenen Personen, der sich die Presseartikel schuldig gemacht hätten.

Der bekannte Vatikanjournalist Paul Badde hatte am Sonntag vor einer Woche in der Online-Ausgabe der Zeitung „Die Welt“ umfassende Hintergründe zum Enthüllungsskandal „Vatileaks“ veröffentlicht. Im Bericht wurden neben Paolo Gabriele drei weitere Personen aus dem engsten Umfeld des Papstes genannt, die direkt und aktiv in die Enthüllungsaffäre verwickelt seien. Dabei handle es sich um die ehemalige Haushälterin von Josef Kardinal Ratzinger, Ingrid Stampa, die sich seit vielen Jahren auch um die Schriften des Papstes kümmert und seit der Wahl Josef Ratzingers auf den Stuhl Petri im Staatssekretariat arbeitet. Dazu kommen der heutige Kurienkardinal und ehemalige Verantwortliche für das Büro, das sich um die Ansprachen des Papstes kümmert, Paolo Sardi, sowie der deutsche Kurienbischof und langjährige Sekretär Kardinal Ratzingers, Josef Clemens.

Die Kernfrage ist: ist es denkbar, dass ein Kammerdiener, der seinen Dienst im Vatikan als Reinigungskraft begonnen hatte und nach einer Empfehlung durch den damaligen Prälaten Paolo Sardi zum Kammerdiener des Präfekten des Päpstlichen Hauses, Erzbischof James Harvey, befördert wurde, um von dort ins päpstliche Appartamento zu gelangen, in der Tat „alleine“ und aus eigener Initiative heraus gehandelt hat?


In ihrer Ausgabe vom gestrigen Montag hatte die italienische Zeitung „La Repubblica“ das Thema aufgegriffen und die Möglichkeit einer alleinigen Schuldzuweisung an den treulosen Kammerdiener des Papstes, Paolo „Paoletto“ Gabriele, zurückgewiesen.

Wie „La Repubblica“ übereinstimmend mit der „Welt erläuterte, bestehe das Hauptmotiv dieses Teils von Vatileaks in Neidereien und Ressentiments alten Datums: In seinem Neid habe der deutsche Bischof in der ehrgeizigen „Professorin Stampa“ eine Verbündete gefunden, so die Zeitung. Kardinal Sardi, Bischof Clemens und Ingrid Stampa, die „La Repubblica“ fälschlich als Mitglied der Schönstattbewegung bezeichnete, werden nun vom Papst ferngehalten, weiß die Zeitung zu berichten. Stampa kümmere sich nicht mehr um die Schriften des Papstes. Außerdem habe Benedikt XVI. vor einigen Monaten die bisher üblichen Treffen mit Clemens im kleinen Kreis in dessen Wohnung im „Palazzo del Sant’Ufficio“ eingestellt. Der heute 77jährige Sardi sei vor zwei Jahren aus Altersgründen von seinem Amt als „Vize-Camerlengo“ zurückgetreten.

In einer ungewöhnlich harten Stellungnahme wies P. Lombardi diese Hypothesen am Montag zurück. Der Vatikansprecher erinnerte zudem daran, dass der Artikel Baddes in der deutschen Presse bislang kaum Resonanz gefunden habe. Sie habe dessen „offensichtliche Einseitigkeit“ erkannt, weshalb er es nicht für notwenig erachtet habe, bereits vor einer Woche dementierend zu reagieren.

Ein weiteres schweres Geschütz fuhr dann am Montag Mittag das vatikanische Staatssekretariat in einer offiziellen Mitteilung auf, was in seiner Art als bisher einzigartiger Vorgang gewertet werden kann. Das Staatssekretariat brachte seine „feste und völlige Missbilligung derartiger Veröffentlichungen zum Ausdruck, die nicht auf objektiven Argumenten gründen und für die Ehrbarkeit der betroffenen Personen, die seit vielen Jahren im treuen Dienst des Heiligen Vaters stehen, schädlich sind“. Die Tatsache, dass die Ergebnisse der offiziellen Untersuchungen noch nicht veröffentlicht worden seien, berechtige in keiner Weise zur Verbreitung von Interpretationen und grundlosen sowie falschen Thesen: „Das ist nicht die Art von Information, auf die das Publikum ein Recht hat“, so das Urteil des Staatssekretariats über die Aufgabe der Medien und journalistische Kompetenz.

Kurienmitarbeiter und Kenner des inneren Zirkels um den Papst halten gegen die offiziellen Dementis das Szenario allerdings für realistisch und wenig überraschend. Dass vor allem die beiden aus Deutschland stammenden Papstvertrauten ihre Mühe mit der tragenden Rolle der beiden unmittelbaren Mitarbeiter des Papstes (Kardinal Tarcisio Bertone und Georg Gänswein) hätten, sei schon lange kein Geheimnis mehr, so die „Badische Zeitung“ in ihrer heutigen Ausgabe.

Schützenhilfe für Badde und seine Argumente gibt es von anderen Vatikanjournalisten. „Einer wie Badde würde niemals namentlich bekannte Menschen aus Benedikts engstem Kreis anschwärzen, wenn er nicht etwas Konkretes in der Hand hätte“, schreibt Paul Kreiner, der Romkorrespondent der Tageszeitung „Die Presse“ am Dienstag in einem Bericht.

Inzwischen hat auch die deutsche „BILD“-Zeitung das Thema aufgegriffen, dass möglicherweise zwei Deutsche im Visier der Ermittler stehen, nämlich die genannten Bischof Josef Clemens und Ingrid Stampa. Ein Vatikan-Insider meinte zu „Bild“: „Die beiden glauben fest daran, dass der Papst die falschen Berater hat. Vielleicht haben sie sich eingeredet, durch die Streuung der Dokumente den in ihren Augen falschen Einflüssen zu schaden und so dem Papst einen Dienst zu erweisen“.

Auch „BILD“ berichtet, dass der Heilige Vater schriftlich die Freundschaft zu Bischof Clemens aufgekündigt habe, was Clemens gegenüber BILD dementiert. Brisant könnte allerdings für die Betroffenen sein, dass laut Erkenntnissen von BILD auf dem Handy des Ex-Kammerdieners Paolo Gabriele zahlreiche belastende E-Mails und SMS an Stampa und Clemens gefunden worden seien. Ingrid Stampa wollte sich gegenüber BILD nicht zur Sache äußern.

„BILD“ zitiert auch einen hochrangigen vatikanischen Würdenträger: „Das Dementi wird nichts helfen. Ich kann dem Heiligen Vater nur einen Rat geben: ‚Ubi pus, ibi evacua‘ – wo der Eiter sitzt, muss er ausgedrückt werden“.

Die Wirrnis ist nach wie vor groß. Das wird so bleiben, solange die vom Papst eingesetzte Kardinalskommission die Ergebnisse ihrer Untersuchungen nicht öffentlich machen wird. Dies ist eine absolute Notwendigkeit. Eines ist sicher: wer meinte, „Vatileaks“ einfach im Sand verlaufen lassen zu können, irrt. Nichts wäre schädlicher für die Römische Kurie, den Heiligen Stuhl und die Kirche insgesamt.

BERICHT von PAUL BADDE in der WELT



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