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Der Biber

21. Juni 2011 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Ein wertvoller Film, dessen Figuren dem wirklichen Leben abgeschaut sind. Mel Gibbson spielt eine Hauptrolle. Von Franziskus v. Ritter-Groenesteyn


München (kath.net) Dies ist kein Kinderfilm, auch wenn der Titel und die Handpuppe dies signalisieren. Dies ist auch keine Komödie. Es ist Drama. Es ist ein sehenswerter und wertvoller Film, weil die Figuren in ihrer Handlungsweise und die familiären Szenen voll dem wirklichen Leben abgeschaut sind. Dies ist außerdem ein therapeutischer Film. Der, der da therapiert wird mittels Regie von Jodie Foster und in der Rolle seiner Ehefrau Meredith Black ist Mel Gibson; nicht nur in seiner Rolle als depressiver Ehemann und Vater Walter Black sondern auch in der Rolle des in letzter Zeit arg in die Schlagzeilen gekommenen Mel Gibsons selbst. Man hat fast den Eindruck Jodie Foster habe diesen Film für ihren Freund und Kollegen Mel Gibson gemacht, damit der nach seinem privaten Absturz wieder Boden unter die Füße bekomme.

In der brillant gespielten Rolle des Walter Black ist er kurz davor, sich das Leben zu nehmen. Aus einer Laune heraus fischt er eine Biberhandpuppe aus der Tonne, in der er gerade seine leeren Whiskyflaschen entsorgen will; dann, sturzbesoffen, fällt ihm der Fernseher auf den Kopf und als er wieder zu sich kommt, ist er als letzte Rettung mit seiner Persönlichkeit in die Handpuppe des Bibers geschlüpft, die er sich über die Hand gestülpt hatte.


Fortan ist es der Biber, der spricht, und er nimmt Walter Black hart ins Gebet: „Steh auf, du Waschlappen!“ herrscht sich Black durch den Biber selber an. „Was liegst du hier so rum.“ Der Trick funktioniert, Walter kommt in die Gänge. Damit ihm niemand diese therapeutische Selbsterfahrung kaputt machen kann, gibt er sie gegenüber Dritten als Therapieform seines Therapeuten aus. „Walter ist abgemeldet. Redet mit mir.“ Auch dieser Trick funktioniert und so kommt das brachliegende Spielzeugunternehmen, das er geerbt hatte, wieder auf Touren und die Belegschaft nach anfänglicher Skepsis auch. „Walter ist ein Schwächling. Der Mann bringt nichts auf die Beine. Aber er vertraut mir. Gebt mir also eine Chance, euer Unternehmen wieder flott zu kriegen.“ In der Familie klappt es nicht ganz so gut; insbesondere wenn Walters Ehefrau sich das Bett mit Walter und Biber teilen muss. „Kannst du nicht diese alberne Handpuppe ausziehen.“ Während Meredith und der ältere pubertierende Sohn Porter extreme Schwierigkeiten haben, und zwar wegen der Projektion auf ihre eigenen Probleme, die Schrullen von Walter anzunehmen, ist der Biber für den jüngerer Sohn Henry ein wunderbarer Spielgefährte und gar kein Problem. „Komm wir bauen ein Haus.“

Die Kameraführung wurde dafür kritisiert, dass sie sich zu wenig auf den Biber konzentriert, während der durch Mel Gibson spricht; aber genau da liegt der Hase im Pfeffer: Schließlich ist es immer noch Walter Black der da spricht und agiert, nur eben durch den Biber. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld der beiden Persönlichkeiten Walter Black und der Biber. Für Walter ist es ein befreiendes Mittel, um so genügend Distanz zu sich selber zu schaffen und in eine neue, nicht von der Vergangenheit belastete Identität zu schlüpfen. „Walter will nicht wieder zurück.“ Doch für Meredith ist der Biber als neuer Ehemann inakzeptabel. Sie will ihren alten Walter mit seiner frühen frohen und unbeschwerten Vergangenheit zurück. Und so muss sich Walter entscheiden und er entscheidet sich für einen schmerzhaften Prozess der Selbstfindung. Durchaus sehenswert.

Der Trailer auf kathTube:



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