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Ecclesia subsistit in Eucharistia

3. Juni 2010 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Bischof Algermissen (Fulda) beim Fronleichnamsfest: "Ohne Eucharistie gibt es keine Kirche. Ohne Kirche gibt es keine Eucharistie"


Fulda (kath.net/bpf)
Mit Gottesdiensten und Prozessionen feierten die Katholiken am Donnerstag das Fronleichnamsfest. Eine der größten Fronleichnamsprozessionen in Hessen fand in Fulda statt, wo das Fest seit über 700 Jahren begangen wird. Über 3.500 Gläubige zogen hier nach einem Gottesdienst auf dem Domplatz bei strahlendem Sonnenschein durch die mit frischem Birkengrün, Blumenteppichen und gelb-weißen Fahnen geschmückte Innenstadt. „Ohne Eucharistie gibt es keine Kirche. Ohne Kirche gibt es keine Eucharistie. Kirchliche Gemeinschaft und eucharistische Gemeinschaft gehören untrennbar zusammen“, unterstrich Bischof Heinz Josef Algermissen in seiner Predigt in dem feierlichen Pontifikalamt. Mit Bischof Algermissen konzelebrierten seine Weihbischöfe Karlheinz Diez und Johannes Kapp sowie die Mitglieder des Domkapitels.

Darin offenbare sich das tiefste Geheimnis der Kirche, die nicht eine von Menschen gegründete Organisation sei, sondern vielmehr „ein von Gott her durch Jesus Christus eröffneter Lebensraum“. Niemand könne sich von selbst diese Gemeinschaft einfach erzwingen. Selbst wenn sich heute ein Erwachsener zur Taufe entschließe und scheinbar aus eigenem Entschluß in die Kirche eintrete, gehe diesem Entschluß ein Anruf, eine „Berufung“ Gottes voraus. „Unser Ja zu Gott und zur Kirche ist immer Antwort auf Gottes schon zuvor ergangenen Ruf“, machte der Bischof deutlich. Die volle Teilnahme an der Eucharistie setze die sakramentale Gemeinschaft der Kirche voraus, machte Algermissen deutlich. „Für das Verständnis der katholischen Position in der Frage der Zulassung von nicht katholischen Christen zum Empfang der Eucharistie ist die immer festgehaltene Grundüberzeugung der alten Kirche entscheidend, daß Kommuniongemeinschaft und Kirchengemeinschaft wesentlich zusammengehören.“

Die katholische Kirche feiere Fronleichnam unter den Blicken der Öffentlichkeit, weil sie zeigen wolle, woraus sie lebe und was sie zu vermitteln habe, betonte Algermissen zu Beginn seiner Predigt. „Das Fest erwuchs im 13./14. Jahrhundert aus der Vorstellung, daß die Fülle dessen, was uns im Vermächtnis Jesu geschenkt wurde, am Gründonnerstag allein gar nicht zum Ausdruck kommen konnte.“ Fronleichnam sei also ein Ergänzungsfest zu Gründonnerstag und damit auf die Hl. Eucharistie bezogen. In der Feier der Eucharistie begegneten die Gläubigen dem auferstandenen und in der Kraft seines Geistes gegenwärtigen Christus. „Mit dieser Überzeugung steht oder fällt der christliche Glaube. Ohne diese Grundüberzeugung wäre die Feier der Eucharistie nichts anderes als Totenkult und damit ein weiterer Ausdruck unserer Trauer über die Allmacht des Todes in der heutigen Welt.“ In der Feier der Eucharistie begegne den Menschen aber der Auferstandene auch selbst und sei in seinem Geist gegenwärtig: „Christus ist der eigentliche Vorsteher der eucharistischen Liturgie“. Der Priester handle nur in Stellvertretung Christi.

Die Kirche sei deshalb im Kern Eucharistie, und von der Eucharistie her werde sie immer wieder neu aufgebaut, fuhr der Bischof fort. Denn die Einheit der vielen Glaubenden in der Gemeinschaft der Kirche komme vom eucharistischen Brot und damit von dem einen Christus her. „Christus schenkt uns seinen Leib, damit wir selbst zum Leib Christi werden.“ In der Eucharistie gingen die Gläubigen in das über, was sie empfingen. „Wir empfangen den Leib Christi, um immer deutlicher und glaubwürdiger den Leib Christi in der Welt darzustellen und zu bilden.“ Die Eucharistie wirke deshalb über den Abschluß der liturgischen Feier hinaus, so Algermissen. In der Leibhaftigkeit, die Christi Gegenwart in den eucharistischen Gaben angenommen habe, werde die Kirche von Christus weiter begleitet. Er gehe sozusagen mit ihr auf dem Weg nach draußen, wie es bei der Prozession zeichenhaft dargestellt werde. „Für Christen hört das Kirche-Sein beim Verlassen des Kirchengebäudes nicht auf. Wenn wir teilnehmen dürfen an der sakramentalen Feier der Selbsthingabe Jesu Christi für uns Menschen, dann sind wir auch gesandt, uns als lebendige Hostien im Alltag des Lebens den Menschen zur Verfügung zu stellen. Dies gilt auch hier in Fulda und überall, wo Menschen leiden.“ Der Gottesdienst müsse hinauswirken in die Welt, und er wolle vor allem die alltäglichen Beziehungen der Christen verwandeln. Der unvergessene Papst Johannes Paul II. erblicke sogar einen Lebenszusammenhang zwischen der Feier der Eucharistie und der öffentlichen Verantwortung, wenn er betone: „Wir alle, die an der Hl. Eucharistie teilnehmen, sind dazu aufgerufen, durch dieses Sakrament den tieferen Sinn unseres Handelns in der Welt für Entwicklung und Frieden zu entdecken.“ Konsequenzen für Frieden und Gerechtigkeit müsse konkret auch die nachfolgende Prozession durch Fulda haben.

„Das katholische Verständnis sieht in der Feier der Eucharistie und der in ihr dargereichten und empfangenen eucharistischen Gabe eine Wirklichkeit, die nicht nur persönlich ‚die Seele mit Gnade erfüllt’, sondern Kirche konstituiert“, hob Bischof Algermissen hervor. Darin schließe es sich an Paulus an, der im Brechen des einen Brotes und im Teilen des einen Kelches den Leib Christi, die Kirche also dargestellt sehe. Die grundlegende Aussage dazu finde sich im 1. Korintherbrief: „Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es, darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot“.

Die Sichtweise des unlösbaren Zusammenhangs zwischen kirchlicher Gemeinschaft und eucharistischer Gemeinschaft sei in der Vätertheologie und in der nachfolgenden Tradition festgehalten, sagte der Bischof mit Nachdruck. So könne Thomas von Aquin sagen: „Ecclesia subsistit in Eucharistia“, was frei übersetzt heiße: „In der Feier der Eucharistie verwirklicht sich Kirche in dichtester Weise.“ Das 2. Vatikanische Konzil habe dies so ausgedrückt: „Beim Brechen des eucharistischen Brotes erhalten wir wirklich Anteil am Leib des Herrn und werden zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander erhoben“.

Das sei die Herzmitte der Eucharistie, so Algermissen weiter: „Wir empfangen Christus und werden so auf geheimnisvolle Weise zu seinem Leib.“ Katholisches Denken könne sich Kirche niemals unabhängig vom erhöhten Christus vorstellen. Natürlich blieben Christus und die Kirche geschieden, aber sie seien nicht so zu trennen, als ob die Kirche ohne ihr Haupt bestehen könnte. Die Gemeinschaft an Leib und Blut Christi und das Sein und die Einheit der Kirche seien innig verbunden.

„Nach katholischem Verständnis ist die Feier der Eucharistie Darstellung des Wesens der Kirche, die mitunter auch sündig ist“, rief Algermissen in Erinnerung. Christus schaffe sich in diesem heiligen Zeichen seine Kirche je und je neu. Er sammle sie in allen Generationen gleichsam „hinter“ sich, um alle zum Vater zu führen. Wo Getaufte und an Christus Glaubende, um den geweihten Priester geschart, Eucharistie feierten, da sei Kirche, und wo Kirche sei, da werde Eucharistie gefeiert, schloß Algermissen.

Der Fuldaer Domchor unter Leitung von Franz-Peter Huber sang im Gottesdienst und bei der Prozession Chorsätze aus der „Missa in honorem Beatae Mariae Virginis de Loreto“ von V. Goller und von N. Wilton, H. Isaak und C. Mawby sowie weitere Choräle im Wechsel mit der Gemeinde. Die Orgel spielte Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser. An den Altären wirkte neben einer Bläsergruppe auch der Domchor mit.


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