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Die Schwester der Königin

26. Februar 2008 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Der Film ist ein Paradestück für Schuld und Vergebung, für die grässlichen Folgen eines übersteigerten Ehrgeizes, der am Ende von allen teuer bezahlt wird. Von Franziskus v.Ritter-Groenesteyn.


München (www.kath.net) Nach Elisabeth kommt nunmehr ein weiterer kostümgewaltiger Film in die Kinos, der sich gewissermaßen mit der Vorgeschichte zu Elisabeth befasst, genauer mit dem kurzen und unglücklichen Leben ihrer Mutter Anne Boleyn und deren Schwester Mary Boleyn. Doch anders als Elisabeth, hat der Film "Die Schwester der Königin" - mit Nathalie Portman und Scarlett Johansson in den Hauptrollen - weitaus größeren Tiefgang.

Er ist ein Paradestück für Schuld und Vergebung, für die grässlichen Folgen eines übersteigerten elterlichen und verwandtschaftlichen Ehrgeizes, der am Ende von allen Beteiligten teuer bezahlt wird.

Anne und Mary Boleyn verleben eine unbeschwerte Kindheit auf Englands Fluren unter König Heinrich VIII (gespielt von Eric Bana). Als seine ihm rechtmäßig angetraute Königin Katharina von Aragon keine Kinder mehr bekommen kann, hält er unter Englands Töchtern Ausschau nach einer neuen Gespielin - unter dem Deckmantel, die mögliche Mutter des künftigen Thronerben zu suchen.

Hier wittern Thomas Boleyn, Vater der beiden Mädchen, und deren Onkel, der 3. Duke of Norfolk, ihre große Chance. Der Protest von Mutter Elisabeth Boleyn (Christin Thomas Scott) verhallt ungehört. Er stößt auf taube Ohren. Das Streben nach Macht und Reichtum an der Seite von Englands König hat beide taub und blind gemacht für das drohende Unheil, das sich über ihren Köpfen zusammen braut.

Wenn es um die Staatsräson geht, gilt eine bestehende Ehe wenig, ja sogar selbst dann, wenn es sich um die Ehe eines Königs handelt. Mary Boleyn ist bereits mit einem Kaufmannssohn verheiratet, was den König wenig kümmert. Er beordert Mary an den Hof und besticht ihren Mann mit einem hohen Posten. Doch die Begierde ist stets ein schlechter Ratgeber.

Dieser erste doppelte Ehebruch treibt einen Keil der Eifersucht zwischen die beiden Schwestern, denn eigentlich war Anne für den König ausersehen. Aus Verzweiflung, aber auch aus Liebe heiratet sie nun einen jungen Herzog, Henry Percy, der jedoch bereits auf Betreiben des König mit einer anderen verlobt ist. Liebe zählt nichts, wenn es um die Staatsräson geht.

So ist die Ehe der beiden nicht das, was sie von Gott her sein sollte, ein Liebesbund fürs Leben, sondern lediglich ein Affront, ein Ärgernis und Hindernis auf dem Weg zur Macht und Ruhm. Onkel und Vater schweigen sie tot. Die beiden dürfen sich nicht mehr sehen und werden getrennt.

Als der König an Mary wegen ihrer Schwangerschaft das Interesse verliert, bringen Onkel und Vater skrupellos Anne ins Spiel. Sie wird aus ihrem französischen Exil an den Hof zurückbeordert. Der König beißt an. Doch Anne fordert Unerhörtes.

Heinrich soll sich, wenn er mit ihr schlafen wolle, von seiner Königin scheiden lassen. Dieser zweite doppelte Ehebruch bringt Elend und Not nicht nur über das ganze Königshaus, sondern den Bruch mit Rom bis auf den heutigen Tag.

Anne kann ihren vermeintlichen Triumph nur kurze Zeit verkosten, denn der für ihr Glück so notwendige männliche Thronerbe stellt sich nicht ein. Und für das Töchterchen Elisabeth interessiert sich der König herzlich wenig.

Er hat bereits in Jane Seymour eine neue Gespielin gefunden. Anne ist verzweifelt und greift zum Äußersten. Als ihr Plan auffliegt, sieht sie sich mit ihrem Bruder George auf dem Schafott wieder.

Dies ist einer der stärksten Momente des Films, denn Anne – wunderbar überzeugend gespielt von Nathalie Portman – legt angesichts des Scharfrichters Rechenschaft ab für ihr sündhaftes vom Begehren verzerrtes und vertanes Leben, das in diesem Film nur angedeutet wird, nie aber die Grenzen der Scham überschreitet. Aus der Selbsterkenntnis ihrer eigenen Sündhaftigkeit heraus wächst ihr Vertrauen in das Erbarmen Gottes, in dessen Arme sie sich nun voller Hoffnung wirft.

Mary, die nicht verhindern kann, dass ihre Schwester geköpft wird, zieht sich mit den Kindern auf das Land zurück - bis zu dem Tag, an dem man ihre Nichte Elisabeth, eine junge Frau und nicht ein männlicher Thronfolger!- auf den Thron von England rufen wird. Der sehr sehenswerte Film "Die Schwester der Königin" kommt am 6. März in die Kinos.

KATHTUBE: Die Schwester der Königin



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