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Zum Wesen der Versuchung gehört ihre moralische Gebärde

19. August 2007 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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"Sie lädt uns gar nicht direkt zum Bösen ein, das wäre zu plump. Sie gibt vor, das Bessere zu zeigen: die Illusionen endlich beiseitezulassen und uns tatkräftig der Verbesserung der Welt zuzuwenden" - Von Papst Benedikt XVI.


Linz (www.kath.net)
KATH.NET bringt im Zeitraum vom 15. August bis 8. September als Vorbereitung auf den Papstbesuch in Österreich in Kooperation mit dem Herder-Verlag etwa zwei Mal in der Woche Auszüge aus dem neuen Jesus-Buch von Papst Benedikt XVI.

Der Abstieg Jesu „in die Hölle", von dem das Glaubensbekenntnis spricht, hat sich nicht nur in seinem Tod und nach seinem Tod vollzogen, sondern gehört immerfort zu seinem Weg: Er muss die ganze Geschichte von ihren Anfängen her - von „Adam" an - aufgreifen, durchschreiten und durchleiden, um sie umwandeln zu können. Besonders der Hebräer-Brief hat mit Nachdruck betont, dass zu Jesu Sendung, zu seiner in der Taufe vorweg dargestellten Solidarität mit uns allen gehört, sich in die Bedrohungen und Gefährdungen des Menschseins einzulassen: „Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hohepriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden" (2,17f). „Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unseren Schwächen, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat" (4,15). Die Versuchungsgeschichte steht so in engem Zusammenhang mit der Taufgeschichte, in der Jesus in die Solidarität mit den Sündern eintritt. Neben ihr steht das Ringen des Ölbergs als nochmaliges großes Ringen Jesu um seine Sendung. Aber die „Versuchungen" begleiten den ganzen Weg Jesu, und die Versuchungsgeschichte erscheint insofern - ganz ähnlich wie die Taufe - als eine Antizipation, in der sich das Ringen des ganzen Weges verdichtet.

Markus hat in seinem kurzen Versuchungsbericht (1,13) die Parallele zu Adam - zum Durchleiden des menschlichen Dramas als solchem - herausgestellt: Jesus „lebte mit den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm". Die Wüste - Gegenbild zum Garten - wird zum Ort der Versöhnung und Heilung; die wilden Tiere, die die konkreteste Gestalt der Bedrohung des Menschen durch die Rebellion der Schöpfung und durch die Macht des Todes darstellen, werden zu Freunden wie im Paradies. Jener Friede ist wiederhergestellt, den Jesaja für die Zeiten des Messias ankündigt: „Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein ..." (Jes 11,6). Wo die Sünde überwunden ist, wo der Einklang des Menschen mit Gott wiederhergestellt wird, folgt die Versöhnung der Schöpfung, wird die zerrissene Schöpfung wieder zum Ort des Friedens, wie Paulus es sagen wird, der vom Seufzen der Schöpfung spricht, die „sehnsüchtig auf das Auftreten der Gotteskinder wartet" (Röm 8,19).

Sind nicht die Oasen der Schöpfung, die zum Beispiel um die Benediktinerklöster des Abendlandes entstanden sind, Vorgriffe auf diese Versöhnung der Schöpfung, die von den Gotteskindern kommt, wie umgekehrt etwa Tschernobyl erschütternder Ausdruck der im Gottesdunkel verknechteten Schöpfung ist? Markus beschließt seine kurze Versuchungsgeschichte mit einem Wort, das man als Anspielung auf Psalm 91,11 ff auffassen kann: „... Und die Engel dienten ihm". Das Wort steht auch am Schluss der ausführlichen Versuchungsgeschichte von Matthäus und wird nur aus denn dort gegebenen größeren Zusammenhang vollends verständlich.

Matthäus und Lukas erzählen von drei Versuchungen Jesu, in denen sich das Ringen um seinen Auftrag spiegelt, aber damit zugleich die Frage ansteht, worum es im Menschenleben überhaupt geht. Der Kern aller Versuchung - das wird hier sichtbar - ist das Beiseiteschieben Gottes, der neben allem vordringlicher Erscheinenden unseres Lebens als zweitrangig, wenn nicht überflüssig und störend empfunden wird. Die Welt aus Eigenem, ohne Gott, in Ordnung zu bringen, auf das Eigene zu bauen, nur die politischen und materiellen Realitäten als Wirklichkeit anzuerkennen und Gott als Illusion beiseitezulassen, das ist die Versuchung, die uns in vielerlei Gestalten bedroht.

Zum Wesen der Versuchung gehört ihre moralische Gebärde: Sie lädt uns gar nicht direkt zum Bösen ein, das wäre zu plump. Sie gibt vor, das Bessere zu zeigen: die Illusionen endlich beiseitezulassen und uns tatkräftig der Verbesserung der Welt zuzuwenden. Sie tritt zudem unter dem Anspruch des wahren Realismus auf: Das Reale ist das Vorkommende - Macht und Brot; die Dinge Gottes erscheinen demgegenüber als irreal, eine Sekundärwelt, derer es eigentlich nicht bedarf.

Es geht um Gott: Ist er der Wirkliche, die Wirklichkeit selbst, oder ist er es nicht? Ist er der Gute, oder müssen wir das Gute selber erfinden? Die Gottesfrage ist die Grundfrage, die uns an den Scheideweg der menschlichen Existenz stellt. Was muss der Retter der Welt tun oder nicht tun - das ist in den Versuchungen Jesu die Frage. Die drei Versuchungen sind bei Matthäus und Lukas identisch, nur die Abfolge ist anders. Folgen wir jener, die

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