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In den Schluchten des Balkans

vor Minuten in Deutschland, keine Lesermeinung
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Wie deutsche Medien einen Friedensdienst verpassen Von Harald Oberhem/DIE TAGESPOST


BRD (DP)
Mit der arteigenen Süffisanz versuchte "Der Spiegel" jetzt sein Remake einer drei Wochen alten Medienkampagne gegen den Eichstätter Bischof und Katholischen Militärbischof Walter Mixa. Der bei dessen Ausreise aus Mazedonien am Ende des vergangenen Jahres vom Zoll sichergestellte Geldbetrag von 400000,-- DM (die Ta-gespost berichtete am 8. und 22. Januar) stamme zwar vom Skopjeer katholischen Ortsbischof Joakim Herbut, es handele sich jedoch um "Geld aus einer grauen Kasse". Die Farbe resultiert - "Bild"-München färbte sie, der Einfachheit halber, gleich "schwarz" ein - wie der Leser schlussfolgern soll, aus nicht korrekt abgerechneten Spendenmitteln großer deutscher kirchlicher Hilfswerke. Damit - so wird wiederholt behauptet - liege nicht nur ein Verstoß gegen das mazedonische Devisengesetz vor, sondern ein "Schwarzgeld-Kurier" ("Bild"-München) hätte versucht, auf bayerischen Konten "abgezweigte Spenden" zum Kauf für Immobilienprojekte zu deponieren.

Nichts davon ist wahr. Bei der Bischof Mixa anvertrauten Summe handelte es sich um Rücklagen, die die kleine und bitterarme Diözese Skopje vor allem zur Finanzierung des Eigenanteils von kirchlichen Bau-projekten benötigt. Beispiele des Engagements des überwiegend aus nationalen Minderheiten zugehörigen Bürgern Mazedoniens bestehenden Bistums: der Bau eines Pastoral-Zentrums in Ohrid, das sich auch sozialen Aufgaben widmet, Altenarbeit, Flüchtlingshilfe, auch Unterhaltszuschüsse für kirchliches Personal. Auch gibt es Projekte der Caritas Mazedoniens, wie z.B. für die Minderheit der Roma, nicht zuletzt die in Planung befindliche Errichtung einer Mittelschule im Skopjeer Stadtteil Shutka, wo sich - mit über 30000 Personen - die weltweit größte Ansiedung der Roma befindet. Auch neue Kirchengebäude wurden erforderlich. Deutsche kirchliche Hilfswerke leisten im Rahmen ihrer Zuständigkeiten finanzielle und personelle Unterstützung: das Osteuropahilfswerk Re-novabis, das Hilfswerk Kirche in Not - Ostpriesterhilfe, der Caritasverband des Bistums Essen, der in Mazedonien einen Schwerpunkt seiner Auslandshilfe setzt und in Skopje eine eigene örtliche Gruppe errichtet hat. Partner sind neben der Diözese Skopje die Caritas Mazedonien und der Orden der Eucharistinerinnen. ´

Die deutschen Hilfswerke haben erneut bestätigt, dass ihre örtlichen Kooperationspartner die beantragten Projekte exakt, pünktlich und vollständig abgerechnet haben. Von "grauen" oder gar "schwarzen" Kassen keine Spur! Bedauerlich ist es, dass über diesen vielfältigen Einsatz der katholischen Kirche in einem exponierten Krisengebiet über die Medien bisher nichts zu erfahren war. Und seine konkreten Bedingungen. Denn an den staatlichen Restriktionen gegenüber der katholischen Minderheiten-Kirche, die aber über weltweite Kontakte verfügt, hat sich in der Republik Mazedonien nach dem Zerfall Jugoslawiens und der Erlangung der Selbstständigkeit nicht viel geändert. Bekanntlich haben die Staaten des früheren Ostblocks die kirchliche Arbeit besonders durch Sonderbestimmungen beim Devisenverkehr behindert, nicht zuletzt auch mit der Absicht, den eigenen Valuta-Bedarf auf diesem Wege zu befriedigen. Kirchliche Devisenkonten im Ausland waren unzulässig, im Inland standen sie faktisch unter staatlicher Zwangsverwaltung. In der Regel hieß das: Zwangsumtausch von Dollar und DM. Angesichts dieser Umstände war es gang und gäbe, dass hochrangige kirchliche Besucher aus dem Ausland die schließlich von den eigenen Gläubigen stammenden Hilfsgelder unter Ignorierung solch diskriminierender Bestimmungen über die Grenzen brachten. Honi soit qui mal y pense!("Verachtet sei, wer Arges dabei denkt!").

Nicht vor dem Gesetz gleich

Doch in den Schluchten des Balkans ist alles noch einmal komplizierter. Vereinte Nationen, Nato und Europäische Union kamen dem mazedonischen Staat bekanntlich massiv zur Hilfe, als der post-jugoslawische Bürgerkrieg über die Kosovo-UCK doch noch in dieses bis dahin friedliche Gebiet überzuschwappen drohte. Voraussetzung dafür war der ernsthaft bezeugte Wille der Volksgruppen Mazedoniens zu einem wirklichen Ausgleich in einem Staat gleichberechtigter Ethnien. Am 13. August 2001 wurde das im Rahmenvertrag von Ohrid feierlich vereinbart. Zu den dort getroffenen Regelungen gehört auch eine Änderung der Verfassung, nach der bisher die Kirche der orthodoxen Mehrheit Staatskirche war. Künftig sollen alle Kirchen und religiösen Gemeinschaften "vor dem Gesetz gleich" sein. Doch das blieb bisher, was die Devisenbestimmungen betrifft, Papier. Die orthodoxe Kirche, auch Privatpersonen, dürfen uneingeschränkte Inlandsde-visenkonten führen; sie bedürfen keiner - dann eben "privilegierten" - örtlicher Organisationen ausländischer Hilfswerke oder des Umweg-Transfers über Drittländer.

Es wäre an der Zeit, dass die westlichen Regierungen ihren mazedonischen Partner daran erinnerten, den Ohrid-Vertrag in allen Punkten umzusetzen. Sie sollten die mazedonische Politik auch daran erinnern, im Bereich des kirchlichen gemeinnützigen Wirkens, das zumal im Fall der katholischen Kirche besonders hart getroffenen Randgruppen der Gesellschaft gilt, in Europa übliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Wer die Hilfe Europas, ja sogar sein Mitglied sein will, muss sich wie ein Europäer verhalten!Es ist gut, dass Deutschlands Medien den Militäreinsatz zur Sicherung des Friedens in Mazedonien, der immerhin unter deutscher Leitung steht, begleiten und im Bewusstsein des Publikums halten. Doch wirklicher Frieden erfordert weitaus mehr als äußere Sicherheit. Auch wirtschaftliche Hilfe kommt nur zum Ziel, wenn die Menschen der Länder Europas von den Lebensbedingungen anderer erfahren und die Bereitschaft zur Solidarität in der gesamten Gesellschaft wächst. Ohne das Wirken der Medien ist das unmöglich. Die effekthascherische Häme-Kampagne gegen einen deutschen Bischof geht an dieser Aufgabe völlig vorbei. Die beteiligten Medien haben sich wahrhaft in den Schluchten des Balkans verirrt. Gesamtnote ihres Friedensdienstes: ungenügend!P.S. In einer Mitteilung an Eichstätts Bischof Walter Mixa bedauerte die Diözese Skopje Missverständnisse um den Devisentransfer. Die katholische Seite in Mazedonien sei davon ausgegangen, dass ein sol-cher Transfer durch einen ausländischen Bischof mit der Rechtsordnung Mazedoniens vereinbar sei: ´"Bischof Dr. Mixa waren besondere Devisenbestimmungen Mazedoniens, die von denen der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union abweichen, nicht bekannt. Insofern handelte er guten Glaubens in der Überzeugung, seinem katholischen Amtsbruder auf diese Weise helfen zu können, wofür dieser ihm sehr dankbar war". Die katholische Diözese Skopje bedaure die in Mazedonien aus politischen Motiven entfachte Pressekampagne, die in den deutschen Medien nachgewirkt hätte.

Sie versicherte zugleich, "dass sich aus ihrer Sicht Bischof Dr. Mixa mitbrüderlich und korrekt verhalten hat. In diesen Tagen haben Vertreter der katholischen Diözese Skopje einen klärenden Abschluss des Vorgangs mit den zuständigen staatlichen Behörden besprochen". Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.



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