Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  3. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  4. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  5. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  6. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  12. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

Gibt es doch eine abgestufte Menschenwürde?

vor Minuten in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Warum die Entscheidung des Bundestags wirklich ein Dammbruch ist Ein Kommentar von Hartmut Steeb


BRD (idea)
In einer Sternstunde des Deutschen Bundestags wurde 1990 alle Fraktionen hinweg das Embryonenschutzgesetz verabschiedet. Darin ist klar formuliert, daß menschliches Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle zustande kommt. Und folgerichtig wurde darin auch festgelegt, daß an einem solchen Menschen, also dem ungeborenen, keine Eingriffe zu Forschungszwecken gemacht werden dürften. Die Entscheidung der Mehrheit des Deutschen Bundestags, den Import von Stammzellen nach Deutschland zu Forschungszwecken zuzulassen, bricht mit dieser klaren Übereinkunft. Denn Menschenwürde kann es ja nur brutto geben. Entweder sie steht allen Menschen von der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle zu oder sie verliert ihre Substanz. Ab wann sonst soll der nach Artikel 1 unseres Grundgesetzes notwendige Verpflichtung zur Achtung und zum Schutz der “Würde des Menschen” “durch alle staatliche Gewalt” beginnen?

Tötung von Menschen für eine “Ethik des Heilens”?

In den Abtreibungsdebatten wurde immer wieder leutselig argumentiert, man könne das ungeborene Kind nicht gegen die Mutter schützen, weil es ja nun eben körperlich ganz eng mit ihr verbunden sei. (Das hat mich nie überzeugt, zumal bekannt ist, daß die meisten Abtreibungen durch den Druck der Männer zustande kommen.) Aber jetzt dreht man die Argumentation wieder um und will den ungeborenen Menschen außerhalb des Mutterleibes nicht mehr die gleiche Würde zusprechen, wie denen im Mutterleib und sie eben dann unter gewissen Umständen doch der Forschung zur Verfügung stellen. Aber nun hat sich der Bundestag ja eben nicht für die absolute Forschungsfreiheit entschieden, weil offenbar die Mehrheit – Gott sei Dank – immer noch davon ausgeht, daß das nicht sein darf. Aber ist es dann nicht eine verabscheuungswürdige Doppelmoral, daß man sich gerne jener bedient, die das alles ganz anders sehen, sich nicht im gleichen Verständnis um die Menschenwürde kümmern und deshalb problemlos sogenannte “überzählige” Embryonen herstellten und zur Forschung bereitwillig abgeben? Und was ist das denn noch für eine “Ethik des Heilens”, wie sie etwa vom früheren CDU-Generalsekretär und evangelischen Theologen Peter Hintze in der Debatte vertreten wird, die die Tötung von Menschen dafür in Kauf nimmt?

Es müssen neue Dämme errichtet werden

Nun will man mit dem Kompromiß nur auf jene Stammzellen zurückzugreifen erlauben, die bereits keine andere Zukunft mehr vor sich haben. Aber aufgepaßt! Die Entscheidung im Bundestag fiel so aus, weil sich die Befürworter größerer Freiheiten in ihrer großen Mehrheit dazu entschieden haben, jetzt wenigstens erst einmal den Kompromiß anzunehmen.

Auch das spricht eindeutig dafür, daß dies der Einstieg in den Ausstieg vom Embryonenschutzgesetz ist. Die jetzige Entscheidung ist ja “nur” ein weiterer Dammbruch in einer Reihe von Entscheidungen früherer Jahre, die zum immer weiteren Substanzverlust bei der Achtung und beim Schutz der Menschenwürde führten. Ich bin sehr dankbar, daß sich die Vorsitzenden des Rats der EKD und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz eindeutig gegen die drohende Entscheidung des Bundestages gewandt hatten. Weil die jetzt getroffene Entscheidung aber im Lichte der jahrzehntelangen menschenverachtenden Rechtsentwicklung gegenüber ungeborenen Menschen liegt, ist jetzt noch mehr nötig, als dafür einzutreten, “damit dieser Beschluß nicht zu einem Dammbruch führt” (Presseerklärung der EKD und der Bischofskonferenz nach der Entscheidung im Bundestag). Eine grundsätzliche Umkehr nicht nur der Politik sondern auch der Kirchen, ist nötig. Wir brauchen ein Nein zur Tötung ohne jedes Ja. Dafür müssen neue Dämme errichtet werden. Das biblische Gebot “Du sollst nicht töten” muß wieder uneingeschränkt gelten.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Klonen

  1. Im geheimen Labor
  2. Klonen von Embryonen: 'Kein Durchbruch, sondern Horrormeldung'
  3. Schweiz: Protest gegen Bericht über Klonen von Menschen
  4. Kritik an Klonexperimenten in Südkorea und Großbritannien
  5. Umstrittene Preisvergabe: Machen Steuergelder das Klonen salonfähig?
  6. UN-Generalversammlung verabschiedet Anti-Klon-Deklaration
  7. UNO stimmt für totales Klonverbot
  8. Wirbel um Medizinpreis für Schöpfer des Klonschafs Dolly
  9. Bioethikexperte: Klon-Kompromiss ist Schritt in die richtige Richtung
  10. EU-Abgeordnete vor UNO-Abstimmung für umfassendes Klonverbot







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  6. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  7. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  8. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  9. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  10. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Ein Gott, der nichts mehr verlangt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz