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Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“

vor 3 Stunden in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Emeritierter Kurienkardinal: „Als Kirche können wir nicht gegen jene Krieg führen, die eifrig die Messe besuchen, nur weil sie eine Form der anderen vorziehen. Das ist eine kurzsichtige, rein ideologische Haltung – weder seelsorglich noch christlich“


Vatikan (kath.net/pl) Die Abneigung gegen Latein und den Gregorianischen Choral „erscheint mir als eine Abneigung, die auf wenige, um sich selbst kreisende kulturelle Kreise beschränkt ist – eher eine Frage der Psychologie als der Sache selbst –, und ich halte es schlicht für ein Generationsproblem: Sobald die 68er-Generation abgetreten ist, werden auch diese haltlosen, einseitigen Positionen verschwinden, welche die kulturelle Bedeutung des lateinischen Katholizismus schmälern“. Das stellt Kardinal Robert Sarah im Interview mit Nico Spuntoni für die in Mailand/Italien erscheinende Tageszeitung „Il Giornale“ fest. Kardinal Sarah ist als der emeritierte Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ein ausgewiesener Kenner der Materie.

Sarah berichtet, dass die „Liberalisierung der außerordentlichen Form“ einen „positiven Einfluss – ich würde sogar von einer Korrektur sprechen – auf mögliche Missbräuche bei der Feier der ordentlichen Form“ mit sich brachte. Solche Missbräuche seien „äußerst schwerwiegende Vorgänge, dürfen aber niemals mit der ordentlichen Form an sich gleichgesetzt werden. Viele Priester berichten, dass ihnen die Entdeckung der außerordentlichen Form geholfen habe, die Messe besser zu feiern. Ich glaube, dass sich in der Absicht Benedikts XVI. auch eine zutiefst demütige und demokratische Haltung widerspiegelte: Er wollte einen möglichst breiten Zugang gewährleisten, damit das Volk Gottes im Laufe der Jahrzehnte selbst entscheiden konnte, welche Form seinen gelebten Glauben besser zum Ausdruck brachte. Doch all dem wurde durch ‚Traditionis Custodes‘ ein Ende gesetzt – noch zu Lebzeiten des emeritierten Papstes“, kritisiert Sarah. Dies sei ihm allerdings „weder als kluge noch als respektvolle Entscheidung“ vorgekommen. „Doch Benedikt, sanftmütig wie ein Lamm, ließ diese Demütigung zu und brachte sein Leiden in Stille und Gebet Gott dar, um so umso tiefer am Leiden Christi für seine Kirche teilzuhaben und zu deren Läuterung beizutragen.“


Spuntoni fragte den emeritierten Kardinal, was er von den Forderungen halte, die Beschränkungen für die außerordentliche Form aufzuheben? Kardinal Sarah führte dazu aus, dass „der Zugang zu rituellen Formen, die seit Jahrhunderten anerkannt und in Gebrauch sind“, „niemals künstlich per Dekret eingeschränkt werden“ dürften. „Würde ein Ritus dem Glauben nicht mehr dienen, würde er von selbst aussterben; bewahrt und nährt er jedoch den Glauben, so dürfen wir ihn niemals beschränken – denn damit würden wir die Bewahrung und Verbreitung des Glaubens selbst einschränken. Was würden Sie den vielen Gläubigen sagen, die sich zur alten Liturgie hingezogen fühlen und womöglich weite Strecken zurücklegen müssen, nur um eine Messe zu besuchen?“

Er selbst könnte „diesen tiefen Ausdruck der Liebe zu Gott nur bewundern. Dieses Phänomen breitet sich aus. Wenn sich die Hierarchie als fähig erweist, die Zeichen der heutigen Zeit – und nicht etwa die von 1968, womit sie erneut zu spät käme – wirklich zu deuten, dann kann sich Raum für einen geschwisterlichen und friedlichen Dialog öffnen.“

Abschließend betonte Kardinal Sarah: „Als Kirche können wir nicht gegen jene Krieg führen, die eifrig die Messe besuchen, nur weil sie eine Form der anderen vorziehen. Das ist eine kurzsichtige, rein ideologische Haltung – weder seelsorglich noch christlich. Sie ist schädlich und zerstört die Kirche.“


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Lesermeinungen

 Cosmas vor 40 Minuten 
 

Linguam latinam et cantum gregorianum respuere non poterant, quia non existebant.


0
 
 Hardenberg vor 1 Stunden 
 

Numquam

Numquam in ecclesiis a me aditis homines animadverti linguam latinam aut musicam monodicam respuentes.


0
 
 girsberg74 vor 2 Stunden 
 

Kardinal Sarah ist ein Fels in der Brandung!


0
 

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