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„Führ liebes Licht … führ du mich an!“

22. August 2025 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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John Henry Newmans Gebet nicht nur in Krisenzeiten – Geistlicher Impuls des Konvertiten, Kardinals, Heiligen und künftigen Kirchenlehrers


Birmingham (kath.net/pl) 1833 war ein Krisenjahr für den späteren Heiligen John Henry Newman - sowohl was seine Stellung in Oxford betraf als auch die Erfahrung einer lebensgefährlichen Erkrankung. Als junger anglikanischer Geistlicher erkrankte er während einer Italienreise schwer und schrieb diesen Gebetstext. In mehreren Vertonungen breitete sich das Gebet im Lauf der Jahre vor allem im englischen Sprachraum als Kirchenlied aus und wird bis heute gern gesungen bzw. gebetet.

Newman deutete diese Zeit für sich als eine Phase der Läuterung und Vorsehung. Er kam zu der Gewissheit, dass seine Entscheidungen manchmal „ungeduldig und eigenwillig“ gewesen seien. Von nun an wollte er sich konsequent der Vorsehung und Führung Gottes hingeben. In Erwartung von großen Veränderungen und Ereignissen, die er in sich spürte, schrieb er dieses Lied/Gebet:


„Führ liebes Licht, im Ring der Dunkelheit
führ du mich an.
Die Nacht ist tief, noch ist die Heimat weit
führ du mich an! 
Behüte du den Fuß: der fernen Bilder Zug
begehr ich nicht zu sehen: ein Schritt ist mir genug.

Ich war nicht immer so, hab nicht gewusst
zu bitten: du führ an!
Den Weg zu schauen, zu wählen war mir Lust –
doch nun: führ du mich an!
Den grellen Tag hab ich geliebt und manches Jahr
regierte stolz mein Herz, trotz Furcht: vergiß was war!

So lange gesegnet hat mich deine Macht, gewiß
führst du mich weiter an,
durch Moor und Sumpf, durch Fels und Sturzbach bis die Nacht verrann
und morgendlich der Engel Lächeln glänzt am Tor, 
die ich seit je gelebt und unterweils verlor.“

Zitiert nach der Übersetzung von Ida Friederike Görres in: Günter Biemer, Die Wahrheit wird stärker sein. Das Leben Kardinal Newmans, Frankfurt Lang 2000, 100f.


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