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Das Pallium

29. Juni 2025 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Zeichen der Fürsorge und Verantwortung für die Herde Christi. Von Ulrich Nersinger


Vatikan (kath.net) Das Pallium ist ein weißes, mit schwarzen Kreuzen versehenes ringförmiges Wollband, das auf das Messgewand gelegt wird, und von dem ein Streifen über die Brust, der andere über den Nacken herabfällt. Die Enden der beiden Streifen sind mit in schwarzer Seide eingenähten Bleiplättchen beschwert. An den Kreuzen sind Schlaufen angebracht, durch die nach Anlegen des Gewandstückes kostbare Nadeln gezogen werden. 

Das Pallium hat sich aus einer kaiserlichen Insignie entwickelt, die Konstantin der Große (+337) dem Bischof von Rom der Überlieferung nach verliehen hat. Geschichtlich dürfte das Pallium auf das lorum das Oberteil der toga trabea zurückzuführen sein, eines Gewandes, das der römische Kaiser bei Staatsakten und festlichen Angelegenheiten anzuziehen pflegte.


In der Ewigen Stadt galt das Pallium schon sehr früh als die eigentliche Insignie des Papstes, als das Abzeichen seiner obersten Hirtengewalt. Später dann ließ der Heilige Vater den Erzbischöfen, die einer Kirchenprovinz vorstehen, das Pallium als Sinnbild der Fülle des bischöflichen Amtes und der engen Verbundenheit mit dem Stuhle Petri zukommen.

In seiner 2004 erschienenen Autobiographie erinnerte sich der heilige Johannes Paul II. an „das tiefe und bewegende Zeichen des Palliums, das ich selbst im Jahr 1964 erhielt. In der Welt tragen die Metropoliten zum Zeichen der Einheit mit Christus, des guten Hirten, und mit seinem Vikar, der die Aufgabe des Petrus übernimmt, auf den Schultern dieses Zeichen, der aus der Wolle der Lämmer gewebt wird, die am Gedenktag der hl. Agnes geweiht werden. Viele Male habe ich es als Papst am Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus den neuen Metropoliten übergeben können. Welch schöne Symbolik! In der Form des Palliums können wir das Bild eines Schafes erblicken, das der gute Hirte auf seine Schultern hebt und mitnimmt, um es zu retten und zu nähren. In diesem Symbol wird sichtbar, was uns alle als Bischöfe in erster Linie eint: die Fürsorge und die Verantwortung für die uns anvertraute Herde. Gerade aufgrund dieser Fürsorge und dieser Verantwortung müssen wir die Einheit pflegen und wahren“.

Der Papst und die Erzbischöfe verwenden das Pallium nur bei der Feier der heiligen Messe. Während es der römische Bischof aufgrund seines Obersten Hirtenamtes überall auf der Welt und immer trägt, ist den Metropolitan-Erzbischöfen der Gebrauch nur innerhalb ihrer Kirchenprovinzen und an bestimmten Tagen und zu besonderen Gelegenheiten gestattet.

Foto: Papst Leo XIV. empfängt das Pallium während der Messe zu seiner Amtseinführung (c) Vatican Media


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