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200 Quadratmeter für den Papst

2. April 2025 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Die berühmte Gemelli-Klinik in Rom ist nach einem Militärarzt benannt, der sich vom Atheisten zu einem tiefgläubigen Mann wandelte, der schließlich Priester wurde.


Rom (kath.net / aleteia) Als Papst Franziskus nach 38 Tagen aus dem römischen Gemelli-Krankenhaus entlassen wurde, mag sich mancher gefragt haben, ob der Name Gemelli – italienisch für „Zwillinge“ – eine Anspielung auf die heiligen Cosmas und Damian ist, die Zwillingsärzte und Märtyrer des frühen Christentums.

Doch das Krankenhaus ist nach einem ganz bestimmten Mann benannt: Agostino Gemelli, ein ehemaliger Atheist und Militärarzt, dessen dramatische Bekehrung und lebenslanges Streben nach Wahrheit die katholische Bildung, Wissenschaft und Gesundheitsfürsorge nachhaltig geprägt hat.

Der 1878 in Mailand geborene Edoardo Gemelli wuchs in einer streng säkularen Umgebung auf, heißt es in einem Bericht von „Aleteia“. Sein Vater war Freimaurer, und seine Familie lehnte die Religion völlig ab. Edoardo studierte Medizin an der Universität von Pavia, wo er Ludovico Necchi begegnete, einem gläubigen Katholiken, der ihn nicht durch Predigten, sondern durch tiefgründige philosophische Gespräche und wissenschaftlichen Dialog beeinflusste. Langsam begannen sich Edoardos Überzeugungen zu ändern.


Der Wendepunkt kam während des Ersten Weltkriegs, als er als Militärarzt arbeitete. In einem Mailänder Krankenhaus schaute ihn ein sterbender, durch Lepra entstellter Soldat an und sagte: „Wenn meine Mutter hier wäre, würde sie mich küssen ... Könnten Sie das?“ Edoardo war zutiefst bewegt und küsste den Mann auf die Wange. Diese einfache und doch tiefe Geste führte zu einer Bekehrung.

Am Gründonnerstag des Jahres 1903 empfing Edoardo zum ersten Mal die heilige Kommunion und beschloss, Franziskaner zu werden. Trotz des heftigen Widerstands seiner Familie – einschließlich eines Entführungsversuchs, um seinen Eintritt ins Ordensleben zu verhindern – trat er in den Orden ein und nahm den Namen Agostino an. Die Priesterweihe empfing er im Jahr 1908.

Anstatt die Wissenschaft hinter sich zu lassen, wurde Pater Gemelli ein Pionier der experimentellen Psychologie in Italien. Er gründete die „Rivista di Filosofia Neo-Scolastica“. Im Jahr 1921 gründete er mit Unterstützung von Papst Benedikt XV. die Katholische Universität vom Heiligsten Herzen in Rom, die katholische Laienintellektuelle ausbilden sollte.

Im Jahr 1964 öffnete die medizinische Fakultät der Universität die Türen zu einem der renommiertesten Krankenhäuser Italiens: der Poliklinik Agostino Gemelli. Internationale Bekanntheit erlangte das Gemelli-Krankenhaus nach dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981. Der polnische Papst wurde mit vier Schusswunden dorthin eingeliefert und kehrte während seines Pontifikats immer wieder dorthin zurück – insgesamt über 150 Tage. Er nannte es liebevoll „Vatikan III“, eine Anspielung auf seine anderen Residenzen im Vatikan und in Castel Gandolfo.

Auch heute noch ist eine 200 Quadratmeter große Suite im 10. Stock dauerhaft für päpstliche Zwecke reserviert. Das Gemelli-Krankenhaus ist nicht nur das größte in Rom, sondern auch eines der besten medizinischen Zentren Italiens, das für seine Spitzenleistungen in Forschung und Lehre bekannt ist.

Agostino Gemellis Weg vom Skeptiker zum heiligen Gelehrten ist ein Zeugnis für die Kraft des Zusammenwirkens von Mitgefühl und Intellekt. Sein Vermächtnis lebt in jedem Studenten weiter, der ausgebildet wird, in jedem Patienten, der geheilt wird, und in der stillen Würde, mit der die Kirche weiterhin den Kranken dient.


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