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Ein außenpolitischer SUPER-GAU für Franziskus - Jubel nur in Moskau

10. März 2024 in Aktuelles, 24 Lesermeinungen
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Zahlreiche Regierungen aus Osteuropa und ukrain. Außenminister kritisieren Franziskus - Kiews griechisch-katholischer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk "Wenn Russland die Ukraine weiter erobere, vergrößere sich die Todeszone"


Rom/Kiew/Riga/Moskau (kath.net/KAP) Die jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus zu Friedensverhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg haben international viel Kritik und wenig Zustimmung ausgelöst. Vor allem in Osteuropa meldeten sich Regierungen zu Wort und wiesen die Worte des Papstes vehement zurück. Der Pontifex hatte in einem Interview der Ukraine den "Mut zur Weißen Fahne" und zu Verhandlungen unter internationaler Vermittlung nahegelegt. Dazu schrieb der lettische Präsident Edgars Rinkevics auf der Online-Plattform X: "Man darf vor dem Bösen nicht kapitulieren, man muss es bekämpfen und besiegen, damit das Böse die weiße Fahne hisst und kapituliert."

Auf derselben Plattform schlug der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski mit sarkastischem Unterton vor: "Wie wäre es, zum Ausgleich Putin zu ermutigen, den Mut zu haben, seine Armee aus der Ukraine zurückzuziehen? Dann wäre sofort Frieden, Verhandlungen bräuchte man nicht." Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba twitterte ebenfalls am Sonntag, der Stärkste sei derjenige, "der im Kampf zwischen Gut und Böse auf der Seite des Guten steht, anstatt zu versuchen, sie auf eine Stufe zu stellen und es 'Verhandlungen' zu nennen". Kuleba erinnerte summarisch an das Verhalten des Vatikans gegenüber dem Dritten Reich und schrieb: "Ich dränge darauf, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und die Ukraine und ihr Volk in ihrem gerechten Kampf um ihr Leben zu unterstützen."

Mit Blick auf die Zukunft schrieb Selenskyjs Außenminister: "Wir hoffen weiterhin, dass der Papst nach zwei Jahren verheerenden Krieges im Herzen Europas die Gelegenheit finden wird, der Ukraine einen apostolischen Besuch abzustatten, um über eine Million Katholiken, über fünf Millionen griechisch-katholische Christen, alle Christen und alle Ukrainer zu unterstützen."


Ähnlich wie Kuleba hatte zuvor der ukrainische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Andrij Jurasch, mit einem historischen Vergleich argumentiert. Er fragte auf X, ob im Zweiten Weltkrieg jemand mit Hitler ernsthaft über Frieden gesprochen und die weiße Fahne geschwenkt habe, um ihn zu befrieden. Mit Blick auf Moskau und Putin fügte er hinzu, die Lektion aus der Geschichte sei: "Wenn wir den Krieg beenden wollen, müssen wir alles tun, um den Drachen zu töten!"

In Rom distanzierte sich die Botschafterin der EU beim Heiligen Stuhl, Alexandra Valkenburg-Roelofs klar vom Vorschlag des Papstes und twitterte: "Russland hat vor zwei Jahren einen illegalen und ungerechtfertigten Krieg gegen die Ukraine begonnen. Russland kann diesen Krieg sofort beenden, indem es die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine respektiert." Der Botschafter Deutschlands beim Heiligen Stuhl, Bernhard Kotsch, erklärte auf X: "Russland ist der Aggressor und bricht internationales Recht! Deshalb fordert Deutschland Moskau auf, den Krieg zu stoppen, und nicht Kyjiw (Kiew)!"

Aus New York, wo er dort lebende ukrainische Gemeinden besuchte, meldete sich Kiews griechisch-katholischer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk zu Wort. Er erklärte in einer Ansprache, die Ukraine sei verwundet, aber unbesiegt. Sie werde wieder aufstehen. Wenn Russland die Ukraine weiter erobere, vergrößere sich die Todeszone. Der Geistliche erinnerte an das Massaker an ukrainischen Zivilisten in Butscha bei Kiew 2022.

Einer der wenigen zustimmenden Kommentare kam aus Moskau. Dort erklärte die Sprecherin des Russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, Franziskus habe eigentlich nicht Kiew, sondern dem Westen geraten, Verhandlungen zu beginnen. Leider habe der Westen das ukrainische Volk und den Weltfrieden geopfert, um seine Ziele zu erreichen. Nun bitte der Papst "den Westen, seine Ambitionen aufzugeben und einen Fehler zuzugeben", sagte Sacharowa laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass; sie behauptete entgegen den vorliegenden Fakten, Russland habe nie Verhandlungen blockiert.

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